So., 12.02.12

Senioren-Handys Großes Display, kleiner Nutzen

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber

Artikel vom 28.03.2010

Raus aus der Nische: Senioren-Handys gibt es längst in den verschiedensten Ausführungen und Preisklassen. Welche Modelle wirklich etwas taugen, verrät news.de.

Handys und Senioren – das scheint nicht so recht zusammenzupassen. Immerhin hat die Hälfte aller Senioren über 65 Jahre gar kein Handy und auch bei den 50- bis 64-Jährigen verzichtet laut Bitkom ein Viertel darauf. Das liegt nicht am geringen Angebot: Immerhin bieten viele Hersteller mittlerweile sogenannte Seniorenhandys an. Diese Geräte zeichnen sich durch größere Tasten, ein einfaches Menü und gut lesbare Displays aus. Auf unnötige Technik wie eine Kamera wird in der Regel ebenfalls verzichtet.

Dass aber bisher so wenige Senioren trotz des wachsenden Angebots nicht zum Mobiltelefon greifen, könnte auch daran liegen, dass die meisten Geräte auf dem Markt nur von mittelmäßiger Qualität sind. Das ergab zumindest eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest unter 14 speziellen Seniorenhandys und 3 Einfachhandys von Nokia, Samsung und LG.

Einzig allein der Testsieger, das Doro Phone Easy 410gsm, konnte ein «Gut» im Ranking erreichen. Es überzeugte vor allem mit seinem einfachen Menü und ist gleichermaßen für Personen mit Seh-, Hör- oder Motorikschwäche geeignet. Diese Vielfalt bringt kein anderes Gerät mit.

Notruffunktion überzeugt nicht immer

Viele der Spezial-Handys bringen eine Notruffunktion mit. Diese versetzt das Telefon beim Drücken der Notruftaste in den Alarmmodus. Dabei sendet das Handys eine SMS an die im Telefonbuch eingespeicherten Kontakte und wählt diese automatisch an. Viele Geräte können hier nicht überzeugen. Die Stiftung Warentest kritisiert besonders das Amplicon Powertel M5010, das Hagenuk Fono E100 und das ITT Easylife: Hier stoppt der Notruf bereits dann, wenn am anderen Ende der Leitung ein Anrufbeantworter anspringe.

Im Test glänzte hier wiederum das Emporia Lifeplus: Nachdem es eine Notruf-SMS an alle Empfänger absetzt, startet es damit, den ersten Empfänger anzuwählen, erwidert dieser den Notruf nicht, ruft das Handy den nächsten in der Liste an. Auch wenn sich einer der Notkontakte meldet, bleibt das Lifeplus noch eine Stunde lang in Alarmbereitschaft und nimmt automatisch jeden Anruf im Freisprechmodus an.

Ein Gerät im Test, das Auro Comfort 1060, hat sogar eine GPS-Funktion und setzt im Notfall eine SMS mit genauen Koordinaten ab. Allerdings geht das eingeschaltete GPS auf den Akku, laut Stiftung Warentest hält der dann nämlich nur etwa einen Tag durch.

Alternative Einfachhandy

Ebenfalls am Test teilgenommen haben drei Einfachhandys. Hier gab es für das Nokia 3710 fold und das Samsung C3060 ein «Berfriedigend».
Damit haben sie sogar besser abgeschnitten als viele der Spezialhandys.
Die Beratungsstelle Euskirchen (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) bietet seit einige Zeit den Handy-Führerschein für Senioren an. «Das Programm wird sehr gut angenommen», sagt Sabrina Sowa von der Beratungsstelle: «Die meisten Teilnehmer haben besonders Probleme mit der Menüführung der Handys und damit selbstständig Einträge ins Telefonbuch einzupflegen.»

Den Führerschein können die Senioren dabei für jedes beliebige Handy machen. Es gibt keine Vorgaben dafür, ein Spezialgeräte mit den Kurs zu bringen. Nach Sowas Erfahrung, macht es für die Senioren auch keinen großen Unterschied, ob sie den Umgang mit einem normalen oder einem Senioren-Handy erlernen.

Auch Preislich gibt es zwischen den Geräten keine großen Unterschiede. So kostet der Testsieger von Doro laut Stiftung Warentest etwa 150 Euro, etwas günstiger wird es, wenn man online bestellt: Hier gibt es das Handy schon ab etwa 130 Euro zuzüglich Versand. Günstigstes Spezialtelefon im Test war das Telme E1200 mit etwa 65 Euro im Online-Shop.

/news.de
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