Geschirrspüler Teuer spült am billigsten

Geschirrspüler (Foto)
Besonders sparsam spülen Maschinen mit der Zeolith-Technologie. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Preislich sind die Unterschiede zwischen den modernen Spülmaschinen groß. Doch es lohnt sich, etwas mehr zu investieren: Die teuren Geräte erledigen ihre Arbeit am sparsamsten. Ein Gerät setzt seine Nutzer allerdings einem unnötigen Risiko aus.

Für die einen sind sie noch Luxus, für die anderen schon ein unverzichtbarer Bestandteil der Küche: Spülmaschinen. Und ihr Absatz steigt stetig an. Kein Wunder, denn händisches Abwaschen ist wohl eine der unangenehmsten Küchenaufgaben und nach einem festlichen Osterbraten kostet es auch noch wertvolle Zeit mit der Familie.

In ihrer aktuellen Ausgabe haben die Redakteure der Stiftung Warentest 16 Einbau- und Standgeräte unter die Lupe genommen. Auf den ersten Plätzen tummeln sich die üblichen Verdächtigen von Bosch, Miele, Neff und Siemens – oberes Preissegment. Sparen kann man aber, wenn man etwas Zeit aufbringt und im Internet Angebote vergleicht. So bekommt man den Testsieger bei den Einbaugeräten, die Bosch SMI168M35EU, bereits ab 703 Euro inklusive Versand im Online-Shop, der mittlere Preis liegt laut Stiftung Warentest immerhin bei 900 Euro. Der Testsieger bei den Standgeräten, die Miele G1355 SC, schlägt immerhin mit etwa 1082 Euro zu Buche, wenn man im Online-Shop kauft, ansonsten sind durchschnittlich etwa 1120 Euro fällig.

Zeolith-Maschinen spülen am effizientesten

Tatsächlich lohnt sich die Investition in diese Geräte aber. Denn gerade die Erstplatzierten glänzten nicht nur mit sauberem Geschirr, sondern auch mit Sparsamkeit. So setzen Siemens, Bosch und Neff auf die sogenannte Zeolith-Technik. Im Vergleich zu herkömmlichen Maschinen könne man so laut Test etwa 20 Euro im Jahr einsparen. Die ZeolithIst ein Mineral, dass in vielen Waschmitteln als Wasserenthärter eingesetzt wird. In der Spülmaschine dient es der Luftentfeuchtung. -Kügelchen im Unterboden der Geräte sorgen dafür, dass sich das Spülwasser schneller aufheizt und das Geschirr nach dem Waschgang schneller trocknet. Das Mineral nutzt sich während der gesamten Lebensphase der Maschine nicht ab und muss damit auch nicht ausgetauscht werden.

Der Effekt: Wasser- und Stromverbrauch dieser Geräte ist vergleichsweise gering. Im Test verbrauchten sie im Sparprogramm nur etwa 11 Liter Wasser und 0,8 Kilowattstunden Strom – pro Spülgang mache das etwa 22 Cent. Die Geräte von Zanussi und Whirlpool brauchen im Vergleich dazu etwa 15,5 Liter und eine Kilowattstunde, was sich mit ungefähr 30 Cent pro Waschgang bemerkbar macht. Jenseits der Sparsamkeit kritisieren die Test-Redakteure jedoch, dass die Zeolith-Maschinen lange für einen Spülgang brauchen. Im Kurzprogramm kommt die energieffiziente Technologie nicht zum Einsatz.

Überschwemmungsgefahr bei Whirpool

Miele spendiert seinen Maschinen keine Zeolith-Kügelchen, dafür punkten sie aber in der beliebten Disziplin «Kurzprogramm»: Ohne lästiges Polieren könnten Gläser und Besteck direkt aus der Maschine in die Schränke einsortiert werden. Auf Plastikschüsseln gäbe es kaum Wasserflecken. Wer sich für ein solches Kurzprogramm entscheidet, muss aber auch eine schlechtere Spülleistung in Kauf nehmen, so die Test-Redakteure. Regelrecht durchgefallen ist hier der Einbauspüler von Gorenje.

Ein anders Gerät ist allerdings noch etwas negativer aufgefallen und hat deshalb auch nur ein «Ausreichend» bekommen. Zwar spüle und trockne das Whirpool-Einbaugerät gut, jedoch verbrauche es das meiste Wasser und viel Klarspüler und ist außerdem sehr laut. Die Stiftung Warentest bezeichnet dieses Gerät sogar als riskant: Es ist das einzige ohne Hullschlauch, der verhindert, dass bei einem geplatzten Wasserzulaufschlauch Wasser in die Küche fließt. «Besonders Mieter von Etagenwohnungen sollten das Überschwemmungsrisiko mit dem Whirpool besser nicht eingehen», so die Tester.

Sparsam spült, wer seine Maschine voll belädt

Eine energieeffiziente Maschine ist aber nur ein Teil der Miete. Um Strom und Wasser sparen zu können, sollte man auch einige Tipps befolgen. Am sparsamsten spült immer der, der seine Maschine auch voll belädt, auch wenn die Maschine über eine Programmfunktion verfügt, die bei einer Teilladung Wasser- und Stromverbrauch reduziert. Bei gering verschmutzten Gläsern oder Tellern lohnt es sich, grundsätzlich ein Kurzprogramm zu wählen.

Die Initiative Energieeffizienz empfiehlt bei programmierbaren Geräten immer abzuwägen, ob eine lange Wartephase wirklich nötig ist. Im Stand-by verbraucht die Maschine nämlich ebenfalls Strom.

reu/news.de

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