So., 12.02.12

Bildschirmschutz Klarer Fall für die Folie

Von news.de-Redakteur Karsten Busch

Artikel vom 19.03.2010

Handys, Smartphones, MP3-Player aber auch Computerbildschirme - für alle Geräteformen gibt es Schutzfolien zu kaufen. Doch was muss so eine Folie können und wie findet man die richtige? Eine Kurzanleitung.

Einschlägige Angebote in Internetkaufhäusern und bei Ebay überbieten sich im Bereich der Handys und MP3-Player förmlich bei der Anzahl der kratzfesten und prima entspiegelten Displayfolien zum Discountpreis: 12 Stück für 5 Euro oder 16 Stück für 3 Euro? Wer sparen will, hat es nicht schwer und bekommt eine Menge für's Geld - vermeintlich. 

Denn die Gegenfragen vom erfahrenen Nutzer lautet: Wenn diese (meist ans Gerät angepassten) Folien tatsächlich so widerstandsfähig sind, warum braucht man dann mehr als eine davon? Und diese Frage ist durchaus berechtigt, denn moderne Folientechnologie hat eine Menge zu bieten. Sie sind längst Hightech-Produkte und bestehen aus mehreren Schichten, von denen jede eine bestimmte Aufgabe hat. So eine passgenaue Folie kostet dann schon mal 10 Euro oder mehr.

Welche Eigenschaften beim Folienkauf wichtig sind, das erläutern die folgenden Abschnitte. Doch wie findet man die richtige Folie? Eine allgemeingültige Kaufberatung ist nicht seriös zu leisten - zu viele Anbieter für zuviele Geräte teilen sich den Markt. Testberichte sind rar, aber dieser etwas ältere von pocketnavigation.de gibt nach wie vor eine gute Orientierung, erläutert die Vor- und Nachteile der einzelnen Folien und widmet sich hochwertigeren Markenfolien. Einige kurze Faustregeln sind dennoch schnell genannt: Gute Folien sind auch einzeln erhältlich und kosten auch schon mal zweistellige Euro-Beträge. Der Griff zum Markenprodukt empfiehlt sich sowieso und Erfahrungen mit bestimmten Folien-Geräte-Kombinationen findet man zuhauf im Internet - zum Beispiel in Handy- oder Smartphone-Foren.

Der richtigen Anbringung einer Folie widmet sich das Ende dieses Artikels.

Widerstandsfähigkeit

Die meisten Käufer werden zu einer Folie greifen, um das Display vor Kratzern zu schützen. Und hier trennt sich auch schon die Spreu vom Weizen. Eine gute Folie hält ein Geräteleben, also mehrere Jahre lang und muss nicht gewechselt werden. Hochwertige Folien sollen sogar kleine, schon vorhandene Kratzer auf dem Display unsichtbar machen.

Entspiegelung und Brillianz

Displayschutzfolien gibt es oft in zwei Ausführungen - glänzend und matt. Letztere ist für von Reflexionen geplagte Zeitgenossen vorteilhaft. Denn glänzende stören nicht nur Notebookbesitzer, sondern auch die mobiler Geräte. Mit speziellen, matten Folien werden die störenden Spiegelungen gemildert und das Display bleibt ablesbar und blendet nicht mehr im Sonnenlicht.

Wer dagegen den brillianteren Eindruck glänzender Oberflächen bevorzugt, greift zur Glanzfolie. Die verändert den ursprünglichen Eindruck eines Gerätes nicht, schützt aber genauso gut wie das matte Pendant.

Druckeigenschaften

Für Touchscreens, die auf Druck reagieren, muss eine Folie diesen durch Finger oder Stift hervorgerufenen Druck optimal ans Display weitergeben. Bei manchen Touchscreens verbessern gute Folien die Schreib- und Tippeigenschaften sogar und lassen beispielsweise den Stift besser gleiten. Die zweite Kunststoffhaut ist also kein Hemmnis, sondern im Idealfall noch ein Gewinn.

Leichte Anbringung

Gute Folien lassen sich mehrfach verwenden und haften durch Adhäsion, nicht mit Klebstoff. Das erleichtert nicht nur die Korrektur beim falschen Anbringen, sondern erlaubt oft auch die Reinung der Haftfläche mit Wasser. Unbegrenzt funktioniert auch das nicht, aber zwei bis dreimal kann eine Folie so erneut angebracht werden.

Wie bringt man eine Displayfolie richtig an?

Packung aufreißen und Folie draufkleben ist keine gute Idee. Das Anbringen ist eine kleine Kunst für sich. Prinzipiell ist es zwar nicht allzu schwer, doch Sorgfalt tut not: Staubeinschlüsse und Schmutz sind später auch unter der besten Folie zu sehen. Ergo ist das Display vorm Anbringen der Folie sorgfältig zu reinigen - es muss staub- und fettfrei sein. Die Folie selbst bringt man in einer möglichst staubfreien Umgebung an.

Nun hat natürlich kaum jemand einen Reinraum zuhause, wie ihn zum Beispiel die Hersteller von Mikrochips verwenden. Wer aber größere Probleme mit Staub unter der Folie hat, kann zu einem Trick greifen, der hier und da in Internetforen gegeben wird: Die Folie wird im Badezimmer angebracht - nach einer ausgiebigen Dusche zum Beispiel. Der hohe Feuchtegehalt in der Luft verhindert Staubwirbel. Die Folie sollte trotzdem gut haften - viele Modelle werden sogar vor dem Auflegen befeuchtet und das überschüssige Wasser unter der Folie anschließend herausgedrückt.

Trocken haftende Folien bringt man meist wie folgt an: Von der haftenden Seite wird eine Schutzschicht so weit entfernt, dass die Folie mit einer Kante aufs Display gesetzt werden kann. Anschließend wird sie durch Streichen mit den Fingern, mit einer Kreditkarte, oder einem beiligenden Rakel auf den Bildschirm gelegt und die Schutzfolie darunter gleichzeitig immer weiter abgezogen. So wird der Staub möglichst lange von der Haftschicht ferngehalten. Achtung: Starre Folien bekommen schnell Knicke, Vorsicht beim Streichen ist gefragt.

Bei feucht anzubringenden Folien ist das Verfahren ähnlich, nur kann hier die Schutzschicht ganz abgezogen werden, was das Anbringen etwas erleichtert. Zudem ist hier oft noch Korrigieren durch sanftes Schieben möglich.

Wirklich perfekt klappt das Auflegen aber kaum beim ersten Mal, doch dafür gibt es die Nacharbeit: Wie das Wasser, so werden auch Luftblasen entfernt: mit einem Kunststoff-Rakel. Dieser liegt manchen Folien bei, alternativ tut es aber auch eine Kreditkarte oder ähnliches. Doch Achtung: Das Herausrakeln der Luftblasen ist jedoch kein Heilmittel gegen allzu unsauberes Anbringen der Folie. Je nach deren Qualität gelingt es nur schwer oder scheitert bei den besonders kleinen Bläschen.

/ivb/news.de
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