Mo., 13.02.12

2D in 3D umwandeln Selbstbauanleitung für die Dritte Dimension

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber

Artikel vom 14.03.2010

Bisher ist das Filmmaterial in 3D noch rar gesät. Ändern kann man das nun selbst: Mit der richtigen Hard- und Software wird aus der herkömmlichen DVD ein 3D-Video.

Das Thema 3D hat durch den Kinoerfolg von James Camerons «Avatar» einen Schub erhalten. Bereits im Frühjahr sollen die ersten 3D-Fernseher für den Gebrauch mit 3D-Brille auf den Markt kommen. So hat Samsung auf der Cebit angekündigt, dass die Modellreihen C7700, C8790 und C9090 nicht nur alle 3D-Standards unterstützen, sondern auch 2D-Inhalte in Echtzeit in 3D umwandeln können.

Ein ähnliches Gerät will auch Toshiba mit dem «Cell-TV» auf den Markt bringen. Im Juni wartet auch Sony mit mehreren 3D-TV inklusive Konverter auf. Die Preise werden wohl aber jenseits der 1000 Euro liegen. Wer soviel nicht investieren will, der kann seine 2D-DVD-Sammlung auch selbst und kostengünstiger umwandeln.

In ihrer aktuellen Ausgabe stellen die Redakteure der c't dazu eine eigene Methode vor: Als Grundlage diente der sogenannte Pulfrich-Effekt. Dieser beruht darauf, dass das Gehirn länger für die Wahrnehmung dunkler optischer Reize braucht als für die hellen. Dunkelt man nun ein Auge beispielsweise mit einer Sonnenbrille ab, kommt dessen Bild später im Gehirn an. Aufgrund dieser kleinen Zeitverschiebung erscheinen bewegte Objekte dann an auseinanderliegenden Orten. Dies versucht unser Gehirn auszugleichen, was dazu führt, dass ein räumlicher Eindruck entsteht, der in Wirklichkeit gar nicht da ist.

Für die c't-Methode braucht man einen leistungsstarken Rechner mit mindestens zwei Prozessorkernen und die kostenlose Windows-Software AviSynth. Diese Software füttere man dann mit einem entsprechenden Skript. Vereinfacht beschrieben werden die einzelnen Bilder dupliziert  - je eines für das rechte und eines für das linke Auge. Anschließend werden die Bilderreihen um ein Bild versetzt angeordnet. Dann werden die Bilderpaare wieder zu einem Bild zusammengefügt. In diesem sind gewissermaßen nun zwei aufeinanderfolgende Bilder enthalten. Stereoskopisch abspielen kann man das dann mit der SharewareBezeichnet eine Software, die man vor dem Erwerb kostenlos testen kann. Stereoscopic Player.

Zum Anschauen benötigt man einen 3D-Beamer oder -Monitor. Selbst auf herkömmlichen Monitoren lassen sich die Filme mit einer Rot-Grün-Brille anschauen. Allerdings raten die c't-Redakteure: «Halten Sie für Ihre ersten Gehversuche lieber ein Acetylsalicylsäure-PräparatAnmerkung der Redaktion: zu deutsch: eine Kopfschmerztablette ihres Vertrauens in der Hinterhand (…).» Denn, wer länger auf das so konvertierte Material schaut, der bekomme unweigerlich Kopfschmerzen.

Obwohl das c't-Verfahren nicht ganz an echte 3D-Bilder herankommt, sei es dennoch erstaunlich, «wie gut das 3Disieren mit unserem AviSynth-Skript klappt.»
 

kab/ivb/news.de/ddp
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2D in 3D umwandeln: Selbstbauanleitung für die Dritte Dimension » Technik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/technik/855048143/selbstbauanleitung-fuer-die-dritte-dimension/1/
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 14.03.2010 11:56
von
mohikaner64

"Obwohl das c't-Verfahren nicht ganz an echte 3D-Bilder herankommt, sei es dennoch erstaunlich, «wie gut das 3Disieren mit unserem AviSynth-Skript klappt.»" Das ist die Übertreibung des Jahres und nur dazu geeignet die 3D-Technik an sich in ein schlechtes Licht zu rücken. Die vorgestellte Technik ist jedoch nicht völlig unbrauchbar. Aber nur bei geradlinigen Kamerafahrten begrenst anwendbar. Etwa seitlich aus einem Flugzeug oder Auto heraus wenn wärend dessen kein Zoom oder Schwenk der Kamera erfolgt. Auch die Bewegungsrichtung muß bei der Konvertierung von 2D in 3D beachtet werden. Wer sich mit 3D (Film oder Fotografie) näher befassen möchte findet dazu im WWW genügend Seiten. zBsp.: http://www.stereofotografie.info http://www.stereoforum.org

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