Kommentar Waschmachine, übernehmen Sie

Der Energiemarkt steht vor einem Umbruch: Preise sollen flexibler werden und steigen oder fallen wie die von Benzin. Für uns bedeutet das Umdenken. Doch sind wir dafür bereit?

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News.de-Redakteurin Sophia Sieber. Bild: news.de

Egal, ob die Geräte immer effizienter werden oder nicht, der Stromverbrauch in deutschen Privathaushalten steigt Jahr um Jahr weiter an. Gründe dafür sind unsere stetig wachsenden Wohnungen und jede Menge riesiger Fernseher, Kühlschränke oder Gefriertruhen.

Das Problem dabei: Die fossilen Brennstoffe sind erschöpflich und erneuerbare Energien wie Solarenergie, Wind- oder Wasserkraft gibt es eben nicht ständig verfügbar, sondern manchmal mehr oder weniger. Deshalb sind sich die Experten einig, dass der Energiemarkt und die Verbraucher flexibler werden müssen. Preise sind dann nicht monatelang stabil, sondern ändern sich täglich oder stündlich.

Doch das könnte für uns unangenehm werden. Denn es bedeutet, dass wir unser gesamtes Verhalten aktiv verändern müssen. Bewusst müssten wir dann waschen, wenn es in der Ostsee gerade turbulent zugeht und die Wasserkraftwerke wie verrückt Energie ins Netz einspeisen. Wie das ausgehen wird, steht jetzt schon fest: Es funktioniert nicht.

Wer will schon darüber nachdenken, ob es gerade günstig ist, die Spülmaschine anzustellen. Wir werden sie genau dann ihre Arbeit verrichten lassen, wenn es uns passt, weil wir nicht den ganzen Tag Zeit haben, vor unserem intelligenten Stromzähler zu sitzen und zu warten, bis die Preise fallen. Außerdem sind wir einfach zu bequem, da helfen selbst die besten Vorsätze nichts.

Diesen Schritt müssen wir unbedingt überspringen. Gut, dass es Projekte wie Smart Watts gibt, die das erkannt haben: Hier wird das energie- und kosteneffiziente Denken gleich ganz den Haushaltsgeräten überlassen. Und das ist auch besser so.

kat/reu/news.de

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