So., 12.02.12
Schöner Wohnen

Smarte Haushaltsgeräte Denn sie wissen, was sie tun

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber

Artikel vom 12.03.2010

Emanzipation der Haushaltsgeräte: In Zukunft könnten Waschmaschine, Kühlschrank und Trockner selbst entscheiden, wann sie ihre Arbeit verrichten. Dank direktem Draht zum Stromlieferanten werden sie erst aktiv, wenn der Strompreis günstig ist.

Strom verbrauchen, wann wir wollen? In Zukunft dürfte das nicht mehr so selbstverständlich sein wie noch heute. Denn fossile Energiestoffe werden knapper und immer mehr erneuerbare Energien werden in das Stromnetz eingespeist. «Wir müssen weg von der Praxis, dass die Energieerzeuger selbstverständlich dem Verbrauch folgen», sagt Andrè Quadt, Projektleiter bei Smart Watts, einem Modellversuch innerhalb des Förderprogramms E-Energy der Bundesregierung. Darin sollen neue Ansätze zur Optimierung der Energieversorgung entwickelt und erprobt werden.

Der Ansatz, der Smart Watts zugrunde liegt, ist eine IT- und Kommunikationslösung, die eine bessere Abstimmung zwischen Energieverbrauch und -erzeugung ermöglicht. Energielieferanten müssen ihre Kunden zuverlässig zu jeder Zeit mit Strom versorgen, erklärt der Experte. Dazu kaufen sie entweder Energie direkt bei den Kraftwerken oder an einer der Strombörsen lange im Voraus ein. Falls sie aber unvorhergesehen mehr oder weniger Stromkapazitäten an einem bestimmten Tag zur Verfügung haben als erwartet, sollen sie dies durch entsprechende Preissignale an ihre Kunden weitergeben können.

«Wenn also gerade genug Energie vorhanden ist, dann sollte der Preis für den Strom auch günstiger werden. Ist das Gegenteil der Fall, dann sollten sich beispielsweise Anwendungen, die nicht gebraucht werden, auch automatisch abschalten können», so Quadt. Energielieferanten könnten so zum Beispiel auch darauf verzichten, teuren Ausgleichsstromad hoc einzukaufen.

Intelligente Haushaltsgeräte bekommen Preisinformationen über die Steckdose

Das Preissignal wird dazu vom Energielieferanten an ein intelligentes Modul im Stromzähler der Kunden geschickt. Infrage kommen dafür moderne Zähler wie die sogenannten Smart Meter. «Das Modul sendet dann das Preissignal an die Steckdosen im Haus, wo intelligente Haushaltsgeräte die aktuellen Informationen empfangen und gleichzeitig erfahren, wie sich der Preis in den nächsten sechs Stunden entwickeln wird», erklärt der Projektleiter. Ob das Gerät diesen Strompreis annimmt oder nicht, bleibt ihm dann selbst überlassen - beziehungsweise dem programmierenden Nutzer.

In der Praxis stellt sich das Quadt so vor: «Als Verbraucher müssen sie erst einmal gar nichts tun. An ihrer Spülmaschine haben sie zum Beispiel zwei Knöpfe. Einer schaltet die Maschine sofort und ohne jede Preisinformation ein. Der andere gibt lediglich einen Zeitraum vor, in der das Geschirr gereinigt werden muss.» Dann beginnt die Maschine erst mit der Reinigung, wenn der Strompreis günstig ist.

Ob das in der Praxis funktioniert, wird Ende 2010 in einem einjährigen Feldversuch in Aachen getestet. Dort werden 500 Haushalte mit intelligenten Zählern und den entsprechenden Haushaltsgeräten ausgestattet.

André Quadt rechnet damit, dass sich das System kurz nach Abschluss des Smart-Watts-Projekts 2012 schnell durchsetzen wird. Dass aber schon vorhandene Waschmaschinen, Kühlschränke oder Spülmaschinen dafür nachgerüstet werden können, bezweifelt Till Landwehrmann vom Smart-Watts-Teilprojekt Smart Demand. Derzeit arbeite man gemeinsam mit den Herstellern der weißen WareDer Begriff bezeichnet elektrische Haushaltsgeräte aller Art. erst einmal nur daran, neue Geräte für diese Lösung zu entwickeln.

kab/reu/news.de
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Smarte Haushaltsgeräte: Denn sie wissen, was sie tun » Technik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/technik/855047984/denn-sie-wissen-was-sie-tun/1/
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Leserkommentare (2)
  • Kommentar: 2
  • 12.03.2010 17:01
von
Reiner Grundmann

Ich meine, es ist nicht wichtig, dass wir immer den günstigsten Preis bekommen, sondern es wäre viel wichtiger, dass die Geräte möglichst weniger Energie benötigen. Wenn durch Zusatzgeräte die Energie für den Verbraucher günstiger wird, hat er weniger Interesse daran, energiesparende Geräte zu erwerben und einzusetzen.

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  • Kommentar: 1
  • 12.03.2010 16:19
von
gerd

An die Redakteurin Sophia Sieber: Nur zu Ihrer Information. Demnächst startet ein Versuch wie in Aachen auch im Raum Stuttgart unter Federführung der EnBW, dann aber mit 1000 Haushalten. Zeitraum: 2 oder 3 Jahre.

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