So., 12.02.12

Mobile Sicherheit Zielscheibe Smartphone

Von Susanne Ehlerding

Artikel vom 08.03.2010

Eher die Ausnahme als die Regel: Virenscanner sind auf Smartphones immer noch Mangelware. Deshalb sind die mobilen Minicomputer auch ein leichtes Ziel für Internetkriminelle.

Aktuelle Smartphones bieten einen ähnlichen Funktionsumfang wie kleine Computer. «Sie besitzen eine Rechenkapazität, wie sie vor 20 Jahren kein Desktopcomputer hatte», sagt der Wirtschaftsinformatiker Key Pousttchi von der Universität Magdeburg. Damit müssten Nutzer in puncto Sicherheit aber auch dieselben Maßstäbe anlegen wie bei ihrem PC oder Notebook. Anfang Februar richtete Pousttchi unter dem Namen «Mobile Communcations» (MCTA 2010) eine Konferenz über potenzielle Zugangsmöglichkeiten durch Kriminelle aus. Seiner Ansicht nach können zwei Faktoren die Sicherheit der mobilen Geräte beeinträchtigen: die Technik und die Nutzer selbst.

Ein Schwachpunkt sind beispielsweise die Bluetooth-Headsets, wie man sie zum Telefonieren im Auto nutzt. «Viele Headsets haben werkseitig dieselbe PIN, die man nicht verändern kann», sagt Pousttchi. Angreifer könnten mit einer ganz einfachen Ausrüstung dem Headset vorgaukeln, sie seien das Handy und es als Mikrofon nutzen. Damit seien potenziell alle Gespräche in der Nähe eines Headsets abhörbar.

«Bluetoothfunktionen sollte man deshalb nur nutzen, wenn man sie braucht», rät der Experte. Ansonsten schaltet man sein Bluetooth im Menü des Handys unbedingt auf «nicht sichtbar». Abhörbar ist ein Handy nur dann, wenn es auch eingeschaltet ist. «Wenn es aus ist, ist es aus, und es kann einen auch keiner mehr orten», sagt Pousttchi. «Manche Geräte haben die Funktion, sich zu einer bestimmten Uhrzeit abzuschalten. Das sollte man nutzen.»

Doch über Bluetooth kann ein Handy nicht nur abgehört werden: Auch schädliche Software kann so auf das Smartphone gelangen, gleiches gilt für WLan- oder Infrarotschnittstelle, die ungeschützt eine willkommene Einladung für Schädlinge sind. Hinzu kommen noch E-Mail, SMS oder MMS als Verbreitungswege.

Im Prinzip sind die Schädlinge für Smartphones identisch mit denen für den PC: Viren und Trojaner bilden dabei eine immer größere Gefahr für die mobilen Minicomputer, wenn man mit ihnen unterwegs ins Internet geht. Deswegen sollte der Nutzer auf der Homepage des Herstellers regelmäßig das Betriebssystem auf den neuesten Stand bringen - üblicherweise, indem er das Handy mit dem USB-Kabel an den PC anschließt und die Daten lädt.

«Außerdem sollte man einen Virenscanner auf dem Handy haben», rät Key Pousttchi. Bisher sei das eher die Ausnahme als die Regel. Für den Experten ist das nicht ganz unverständlich: «Schließlich sind die Geräte nicht besonders schnell, es können nicht viele Anwendungen parallel laufen und der ständige Virencheck geht auf die Nerven. Wenn man keine Datenflatrate hat, kann das regelmäßige Online-Update auch ins Geld gehen.» Dennoch: Je ähnlicher das Telefon dem PC werde, je genauer müsse man auf die Sicherheit achten. Am verbreitetsten sind Viren für Smartphones mit dem Betriebssystemen Symbian. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Auf etwa 47 Prozent aller mobilen Minicomputer läuft derzeit dieses System.

«Dass ein eingeschaltetes Handy irgendwo liegenbleibt, passiert viel öfter als ein krimineller Angriff», warnt er. Aus diesem Grund sollte man auch niemals Passwörter im Handy speichern. «Besser ist es, sich einen prägnanten Satz zu merken, der große und kleine Buchstaben sowie Sonderzeichen enthält. Aus den ersten Buchstaben setzt man das Passwort zusammen, das dann nicht zu erraten ist und das man nirgends abspeichern muss.»

sis/reu/news.de/ddp
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