Handwerkliches Geschick wird überschätzt
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Klasse statt Masse: Seinen PC selbst zusammenzubauen, braucht kein handwerkliches Genie. Wer weiß, was er will und sorgfältig plant, kommt schnell und einfach zum individuellen Computer.
Fertige PC-Systeme, die die eigenen Wünsche hundertprozentig erfüllen, sind kaum zu finden. Wer bis ins Detail selbst bestimmen will, welche Technik im neuen Desktop-PC stecken soll, baut sich einfach selbst einen Rechner. Diesen Weg können nicht nur Profis gehen. Wichtig ist, schon bei der Planung darauf zu achten, dass die einzelnen Komponenten zusammenpassen.
Wichtigste Bestandteile sind Gehäuse, Netzteil, Hauptplatine (Mainboard) sowie Prozessor inklusive Kühler und Wärmeleitpaste, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, optisches Laufwerk und Festplatte. «Mit diesen Komponenten lässt sich ein PC-System erstellen, das für die meisten User ausreichend sein sollte», sagt Christian Kissinger vom Händler Conrad Elektronik in Hirschau.
Jede einzelne Komponente wird in zig Varianten angeboten. Welche davon in den eigenen PC soll, hängt immer davon ab, welche Aufgaben der Computer hauptsächlich erledigen muss. Ein Rechner, der nur für E-Mails und zum Surfen genutzt wird, muss nicht so leistungsstark sein wie ein Spiele-PC. Die Einzelteile zu bewerten, sei daher relativ wichtig, sagt Josef Reitberger von der Computerzeitschrift Chip. Nicht ganz uneigennützig verweist er auf die Bestenlisten in einschlägigen Magazinen.
Handwerkliche Fähigkeiten werden überschätzt
Überschätzt werden Reitberger zufolge oft die handwerklichen Fähigkeiten, die es für den PC-Bau braucht: «Gute Gehäuse sind so gebaut, dass der Bastler nur noch eine paar Schrauben festziehen muss.» Die würden üblicherweise gleich mitgeliefert.
Dem Prozessor kommt im PC eine zentrale Bedeutung zu. Wer sich für ein Modell entschieden hat, kann im nächsten Schritt die passende Hauptplatine beziehungsweise das Mainboard auswählen. Abhängig vom Mainboard kann der Arbeitsspeicher (RAM) ausgesucht werden. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der RAM-Typ in die vom Board bereitgestellten Steckplätze passt. Wer sich nicht ganz sicher ist, achtet am besten beim Kauf schon darauf, dass sich die Ware gegebenenfalls leicht umtauschen lässt.
Bei Laufwerk und Festplatte hingegen könne man im Moment kaum Fehler machen, erklärt Kissinger: «Auf allen aktuellen Mainboards können Geräte mit SATA-AnschlussIst als Verbindungsmöglichkeit zwischen Festplatte und Prozessor entwickelt wurden. Über Sata werden Daten seriell übertragen. Vorteile von SATA: höhere Datentransferrate, vereinfachte Kabelführung und die Fähigkeit zum Austausch von Datenträgern im laufenden Betrieb. Quelle: wikipedia.de , aber auch alte IDE-Laufwerke betrieben werden.» Was die Kapazität angeht, ist Klotzen besser als Kleckern. Hier lohne es sich nicht, ein paar Euro zu sparen, da die Platten heute sowieso sehr günstig seien, so Reitberger. «Eine besonders schnelle Platte hingegen bringt kaum spürbare Vorteile.»
Geht es um eine neue Grafikkarte, sollte Wert auf Modelle mit schneller PCI-Express-Schnittstelle gelegt werden. Als Faustregel gilt, je mehr gespielt wird, desto besser sollte die Grafikkarte sein - vor allem wenn es um 3D-Spiele geht. Ein optisches Laufwerk gehört zum PC einfach dazu: Für ein Blu-ray-Laufwerk sind mindestens 70 Euro einzuplanen. DVD-Brenner sind günstiger.
Der Fachbuchautor Rudolf G. Glos empfiehlt, auf Markenprodukte zu setzen, besonders bei der Auswahl des Mainboards. Bei Markenherstellern ist es sehr wahrscheinlich, dass sie Treiber für ihre Hardware über Jahre hinaus aktualisieren.
Wer sich einen Rechner selber baut, muss sich auch um das Betriebssystem kümmern: «Fertig-PCs haben Windows mit dabei - für Eigenbau-Enthusiasten ist das allerdings ein Extraposten», sagt Reitberger. Verbraucher, die auf Windows verzichten können, finden bei den vielen Linux-Varianten kostenlose Alternativen.
Komponenten wählen, Händler schrauben lassen
Neben Komplettrechner und Eigenbau-PC bleibt dem Anwender die Möglichkeit, die Komponenten selbst zu wählen und dann von einem Händler zusammenbauen zu lassen. Das ist durchaus sinnvoll: Wenn der Anbieter den PC zusammenschraubt und verkauft, übernehme er damit die Gewährleistung für den ganzen Rechner, erklärt Josef Reitberger von der Computerzeitschrift Chip. «Arbeiten die gewählten Komponenten aus irgendeinem Grund nicht richtig zusammen, muss der Anbieter für Abhilfe sorgen.» Der Preisaufschlag koste etwa 50 Euro.
sis/ham/ivb/news.de/dpa
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So ziemlich jedes moderne Mainboard hat Sicherheitsmechanismen die dafür sorgen, dass sich der PC bei einem Kurzschluss abschaltet. Auch ist es anhand der Stromanschlüsse kaum möglich etwas falsch anzuschließen. Also brennen wird der PC wohl eher nicht! Wenn man den PC während des Ein- bzw. Umbau vom Stromnetz trennt, besteht dort keine Gefahr. Sicherlich ist es mit Garantieansprüchen problematisch, doch falls eigenes Verschulden ausbleibt so besteht auch dieser weiterhin.
jetzt antwortenKommentar meldenLaut Handwerkskammer darf an elektrischen Geräten nur fachmännisch geschultes Personal arbeiten. Das gilt für jedes strombetriebene Gerät, auch Computer. Man mag es sich zutrauen, hat aber im Schadensfall keinen Rechtsanspruch. Eine Versicherung kann sich weigern zu bezahlen. Tragisch, wenn deshalb die Bude abfackelt. Schlimmer, wenn da der PC wegen eines Konstruktionsfehlers Feuer fing. Auch Informatiker müssten an sich entsprechenden Hintergrund nachweisen. Doch tolerieren die Kammern deren Eingriff in diese Geräte, da ihnen eine gewisse Sorgfaltspflicht bei der Ausbildung vermittelt wurde.
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