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Aus analog mach digital (Bild 1/6)
ION LP 2 CD (Foto)
Foto: ION
04.02.2010

Der Ion LP2CD überzeugte die Redakteure der Stiftung Warentest mit guter Qualität der digitalisierten Aufnahmen. Die c't-Redakteure empfehlen jedoch den Tonabnehmer gegen einen höherwertigeren auszutauschen. Das Premium-Gerät kostet etwa 350 Euro und brennt die digitalisierte Musik direkt auf CD.

LPs digitalisieren

Vinyl to go

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber

Für viele sind sie das eigentliche schwarze Gold: Schallplatten. Darauf gebannt sind unzählige musikalische Schätze. Wer diese retten und auch unterwegs hören will, der kann die Langspielplatten digitalisieren. News.de verrät wie.

Lester Maul (Was ist das?)

Ich hab auch noch etliche Schallplatten. Die würde ich doch niemals auf CD brennen. Das ist doch der Gag, die vorsichtig aus der Hülle zu nehmen und behutsam die Nadel aufzusetzen. Auch das leise Kratzen ist ein Genuss.

Sie ist einfach nicht tot zu kriegen: Die Schallplatte konserviert nun schon seit mehr als 60 Jahren Kulturgeschichte und bleibt als analoges Urgestein völlig unbeeindruckt vom digitalen Zeitalter. Immerhin erlebt sie seit einigen Jahren ein echtes Revival, wohingegen die digitale CD schon seit geraumer Zeit schwächelt.

Schallplatte oder CD: Das ist ein Glaubenskrieg zwischen Pragmatikern, die mit Produktionskosten, Speicherkapazität und messtechnisch besserem Sound argumentieren und Idealisten, die das Knistern hören wollen, für die in der hohen Wertigkeit etwas Besonderes liegt und die schon seit Jahrzehnten ihre Vinyl-Schätze pflegen, weil sie genau wissen, dass es Raritäten sind, die es auf CD einfach nicht geben wird.

Analoge Musik zu digitalisieren braucht Zeit

Wer sein Vinyl auch unterwegs hören will, der muss seine Platten digitalisieren und kann sie dann als MP3s übersichtlich archivieren und auf einem portablen Abspielgerät immer dabei haben.

Da analoge Musik nicht aus Zahlenwerten besteht, muss ein Kopiervorgang auch in Echtzeit passieren. 20 bis 25 Minuten muss man bei einer LP dann pro Seite schon einplanen. Hinzu muss man noch die Zeit rechnen, die man für Bearbeitung oder das Einpflegen von Metadaten für eine Archivierung braucht. Das können locker mehrere Stunden sein.

Mehrere Wege zu den digitalen Schätzen

Mit dem eigenen Plattenspieler

Zum einen kann man seinen eigenen guten alten Plattenspieler zum Digitalisieren benutzen. Wenn er Teil einer HiFi-Anlage ist, dann verbindet man den Tape-Ausgang des Verstärkers über ein Cinch-Kabel mit dem Line-Eingang der Soundkarte des Computers, empfiehlt die Fachzeitschrift c't. Da es hier aber schnell zu dem unangenehmen Brummen kommen könne, sollte man sich einen sogenannten «Hum Eliminator» zulegen.

Das Brummen könne auch verhindert werden, indem man die analoge Musik mit einem Note- oder Netbook im Akkubetrieb aufnimmt. Laut c't-Redakteuren lassen sich auch einige Mp3-Player wie der Cowon iAudio 7 als Recorder benutzen und so die analogen Lieder ebenfalls über den Line-in-Eingang aufnehmen.

Wer keinen Verstärker mit Phono-Ausgang besitze, der sollte den Plattenspieler über einen Entzerrer-Vorverstärker an den Rechner anschließen. Solche Geräte gibt es schon ab rund 40 Euro. Die Redakteure der Stiftung Warentest haben in ihrer aktuellen Ausgabe den USB-Vorverstärker von Magix bewertet. Das Gerät überzeugt die Tester und erntete dafür ein «Gut».

Mit einem USB-Plattenspieler

USB-Plattenspieler lassen sich direkt an den PC anschließen oder sichern die Schallplatten-Songs gleich auf einem internen Speicher als MP3 oder auf einer CD. Die c't-Redakteure geben hier die eindeutige Empfehlung, nicht zu Geräten unter 100 Euro zu greifen.

Sieger bei der Stiftung Warentest ist der Plattenspieler LP2CD von Ion und den gibt es erst ab etwa 350 Euro. Er kann, dank eingebautem Brenner, direkt auf CD speichern, sodass praktisch kein PC gebraucht wird. Gesichert wird die aufgenommene Musik dann auf einem internen Speicher, Trennmarken zwischen den Songs kann man dann entweder manuell setzen oder automatisch setzen lassen. Über eine Software kann man die Titel natürlich genauso am PC bearbeiten. Auch an Mac-Nutzer haben die Hersteller gedacht.

Mit einem «Mangelhaft» hat hingegen der Soundmaster PL 989 abgeschnitten. Das Gerät gibt es in Online-Shops schon für knapp unter 100 Euro. Auch er digitalisiert die Schallplattten direkt als MP3-Dateien auf USB-Sticks oder Speicherkarten. Für die Tester erwies sich das Gerät aber beim «Hörtest als Fehlkonstruktion». Verzerrt und übersteuert macht Musik keinen Spaß.

Kleine Kratzer ausbessern

Viele der Schallplattenspieler liefern außerdem noch eine Software, mit deren Hilfe Rauschen, kleine Kratzer und das Knistern automatisch repariert werden können. «Das Resultat überzeugt wenig: Meist klingen die Aufnahmen nach dem automatischen ‹Optimieren› dumpf», so das Urteil der Tester der Stiftung Warentest.

Außerdem gibt es kostenlose Software im Internet. Die Stiftung Warentest beispielsweise empfiehlt das kostenlose Audacity, damit kann man die Musikstücke beschneiden. Um Knacken, Rauschen oder Knistern auszubessern, eigne sich laut c't-Redakteuren das Free-Ware-Programm Rillenputz wesentlich besser. Allerdings warnen sie auch vor zu viel Reperatur-Eifer, um die Lebendigkeit der Aufnahme nicht zu töten.

Wer tief in die Tasche greift, der kann sich den Zeitaufwand auch sparen. So verweist die Stiftung Warentest auf zwei Anbieter, die Schallplatten für ihre Kunden digitalisieren. Für 13 Euro kann man bei Housetune eine LP auf CD brennen lassen. Allerdings bemängelten die Test-Redakteure, dass bei den Aufnahmen «die Bässe stark betont» waren, besonders bei Klassikaufnahmen erwies sich das als störend.

Dreyer Media hat ein gestaffeltes Preissystem, bei 7,90 Euro geht es los, bei 21,90 Euro hört es auf. Dafür überzeugte die digitalisierte Aufnahme auf CD sogar bei Platten mit einer starken Abnutzung. Die digitale Kopie klingt fast besser als das analoge Original. 

sgo/ivb/news.de
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LPs digitalisieren: Vinyl to go » Technik » Nachrichten
URL : http://www.news.de/technik/855043162/digitales-vinyl/1/
Schlagworte:
Leserkommentare (2)
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  • Kommentar: 2
  • 04.02.2010 17:43
von
SunOne

Die Soundkarte sollte aber besser sein, als diejenigen, die bei diesem Begriff "Soundkarte" angezeigt werden!

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  • Kommentar: 1
  • 04.02.2010 17:41
von
SunOne

Der Tonabnehmer und der A/D Wandler der Soundkarte müssen hochwertig sein, um ein brauchbares Ergebnis zu erhalten. Wenn man dann noch die richtigen Tools hat, ist dies alles kein Problem. Dann klingt die Kopie sogar besser!

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