Bauernfängerei
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Ob im Büro oder zu Hause - immer mehr Bundesbürger überbrücken Langeweile mit dem Onlinespiel Farmville. Doch auf Facebook wird das vermeintlich gemütliche Gemüseernten und Tierefüttern zur Datenschutzkrise.
Das Onlinespiel Farmville suggeriert idyllisches Landleben und hat sich damit zum beliebtesten Spiel des sozialen Netzwerkes Facebook gemausert. Knapp 75 Millionen virtuelle Bauern aus der ganzen Welt beackern ein Stück Internet-Land. Doch Verbraucherschützern ist das ein Spiel ein Dorn im Auge: wegen der Datensammelwut des Anbieters.
Die Internetfirma Zynga rechnete beim Start des Spiels im Juni 2009 nicht mit dem Erfolg. Doch inzwischen spülen die virtuellen Bauernhöfe viel Geld in die Kassen. Zwar können die Spieler kostenlos spielen. Doch Zusatzleistungen lassen sich mit realem Geld kaufen. So lässt sich das Spiel schneller fortsetzen. Gezahlt wird per Kreditkarte oder dem Bezahldienst Paypal.
So nimmt das Unternehmen laut New York Times jährlich rund 250 Millionen Dollar ein. Allein in den USA wird der Umsatz mit Onlinespielen auf eine Milliarde Dollar geschätzt. Tendenz stark steigend.
Doch Zynga scheint nicht sauber zu arbeiten. Partner des Unternehmens sollen dubiose Praktiken angewandt haben. Nutzern wurden Software und Handy-Klingeltöne angeboten. Kritiker sehen darin eine Abo-Falle. Seit in den USA eine Sammelklage gegen Facebook und Zynga läuft, wurde dieses Gebahren eingestellt.
Vage Datenschutzerklärungen
Auch deutsche Spieler sollten Vorsicht walten lassen. Wer Farmville auf Facebook spielt, erlaubt der Anbieterfirma damit den Zugriff auf eigene Profilinformationen, Fotos und Informationen über Freunde. «Die Datenschutzerklärung ist teilweise sehr vage und der Anbieter behält sich vor, so gut wie alles abzurufen», sagt Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein.
Damit ist Zynga in der Lage, Nutzerprofile zu erstellen und mit Daten aus weiteren Quellen - beispielsweise auch Internetblogs - anzufüttern. Dies lässt sich zusammen mit Browserdaten und besuchten Internetseiten für kundengezielte Werbung nutzen. Nach deutschem Recht sei das fragwürdig, sagt Krasemann. Ebenso wie die Datenspeicherung durch Zynga.
Ärger mit dem Farmville-Anbieter hatte auch Anna Tschochner aus München. Vom Konto der 25-Jährigen buchte das Unternehmen dreimal Geld ab, ohne die Erlaubnis dazu zu haben. Ob es ein Versehen war, dazu äußerte sich die Firma nicht. Inzwischen hat sie ihr Geld zurückbekommen. Um Farmville macht sie nun aber einen großen Bogen und warnt auch Freunde davor.
ham/ruk/ivb/news.de/dpa
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