Mobile Fotodrucker Spaßbremse Spaßdrucker

Sie locken mit dem Versprechen, Fotos direkt aus der Digitalkamera zu drucken und zwar in Fotoqualität. Dabei sind die mobilen Fotodrucker gerade einmal so groß wie ein Telefon. Doch was taugen diese Spezialisten wirklich?

Kompakte Fotodrucker  (Foto)
Bilder direkt aus der Digitalkamera drucken - und das in Fotoqualität. Dies sollen Geräte ermöglichen, die oftmals nicht größer sind als ein Bürotelefon. Bild: Canon Deutschland GmbH/ddp

«Man muss das Bild nicht mehr auf ein bestimmtes Druckformat zuschneiden und kann gleich im Format 10 mal 15 ausdrucken», erklärt der Druckerexperte Johannes Schuster von der Zeitschrift c't den Vorteil der mobilen Fotodrucker. Das geht entweder, indem der Nutzer den Drucker direkt per USB-Stecker an die Kamera anschließt oder indem er nur die Speicherkarte einschiebt. Gut eine Minute später hält er bereits sein Foto in den Händen.

Modelle mit eigenem Display ermöglichen sogar eine rudimentäre Bildbearbeitung - mit überraschend guten Ergebnissen. «Die Automatiken sind erstaunlich gut, auch bei Fehlbelichtungen», sagt Schuster. Speziell die Korrektur roter Augen funktioniere bei allen aktuellen Geräten.

Mobile Fotodrucker: Fotos unterwegs

Mobiler Spaßdruck nur mit teuren Akkus

Große Einsparmöglichkeiten gegenüber A4-Tintendruckern gibt es hingegen nicht. In einem Test im September 2009 ermittelte c't pro Bild im Format von 10 mal 15 Zentimetern Druckkosten zwischen 29 und 34 Cent. «Wenn man einen guten Tintendrucker mit teurem Papier vom Hersteller nimmt, kostet der Abzug auch ungefähr so viel», sagt der Experte. Definitiv angewiesen sind Nutzer der Spaßdrucker allerdings auf die Tintenpatronen des Herstellers, denn im Gegensatz zum normalen Drucker kleben hier die Druckköpfe an den Tanks, oder die Farbe kommt wie bei den Thermosublimationsgeräten auf einer Rolle im Set mit dem Papier.

Ebenfalls teuer wird es bei einer mobilen Nutzung der Geräte, was ja eigentlich - abgesehen vom Einsatz bei Nutzern ohne PC - die Hauptanwendung sein sollte. Normalerweise sind die Drucker auf eine Steckdose angewiesen, Akkus sind nicht im Lieferumfang enthalten. «Und die sind mit rund 70 Euro sehr teuer», sagt Schuster. Dieser Preis sei deutlich zu hoch, denn im Gegensatz zu hochwertigen Fotoakkus seien diese ein reiner Batterieersatz. Schließlich sind die Spezialisten mit Preisen von 100 bis 260 Euro im Schnitt auch noch teurer als die Allrounder.

Allrounder haben die Nase vorn

Aber bieten die Druckzwerge auch wirklich die Fotoqualität, die beim Discounter pro Abzug unter zehn Cent zu haben ist? «Vom Feeling her sind die Ausdrucke eines Thermosublimationsgerätes dem Foto am ähnlichsten», sagt Schuster. Sie liefern mit über 16 Millionen Farben auch mehr, als ein Tintenstrahldrucker wiedergeben kann. Die Ausdrucke seien sofort wischfest, hätten aber Nachteile, was die Lichtbeständigkeit angeht. Hier punkten nach seinen Erfahrungen die klassischen Tintenstrahler. Unschön ist zudem, dass bei vielen Thermosublimationsdruckern nach dem Entfernen der weißen Streifen oben und unten auf dem Foto gezackte Ränder vom Abreißen bleiben.

Unter dem Strich lohnen sich die reinen Fotodrucker also nur für einen relativ kleinen Kreis von Nutzern. «Das ist in erster Linie etwas für Partyspaß und unterwegs», sagt Schuster. Auch für Fotografen sei eine Anschaffung interessant, weil sie mit den Ausdrucken die Schärfe eines Fotos besser beurteilen könnten als auf dem Display der Kamera. Weil die breite Käuferschicht fehlt, haben sich nach seinen Angaben einige Hersteller wie Epson, Lexmark und Olympus komplett aus dem Markt zurückgezogen. «Diese kompakten Fotodrucker sind eher auf dem absteigenden Ast», sagt Schuster. Keiner von ihnen mache einen hochwertigen Fotodrucker oder das Entwicklungslabor überflüssig.

Er rät Nutzern, die ab und zu ein Foto ausdrucken wollen, zu einem guten Allroundgerät. Dies kann auch normale Dokumente ausgeben oder gar CDs bedrucken. So biete etwa der Canon IP 4700 für rund 100 Euro gute Fotodruckqualität. Ein ausführlicher Test über das Gerät, welches auch Duplexdruck beherrscht, findet sich im Heft 2/2010 der Zeitschrift c't. Was nur die Fotoqualität angeht, überflügelt der Epson Stylus Photo P 50 seinen Kontrahenten und liefert selbst für ambitionierte Hobbyfotografen zufriedenstellende Ausdrucke. Diese sind allerdings relativ teuer und schlagen mit 27,1 Cent pro Foto zu Buche, so viel wie bei keinem anderen der insgesamt sechs getesteten Allrounder. Dafür gibt es den Fotokünstler aktuell in vielen Online-Shops für unter 100 Euro.

sis/amg/news.de/ddp

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