Essen wie gedruckt
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Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Artikel vom 19.01.2010
Bald kommt unser Essen nicht mehr aus dem Kochtopf, sondern aus dem hauseigenen 3D-Drucker. Damit scheint auch endlich das Kochen im digitalen Zeitalter angekommen zu ein. Kochen 2.0 - zum Greifen nah.
Es ist Ostersonntag: Die Familie hat sich um den riesigen Küchentisch versammelt und starrt gespannt auf einen mikrowellengroßen Glaskasten mit kleinen Edelstahlkanistern. Mutti liest noch gespannt auf einem kleinen Tablet-PC.
Endlich hebt sie ihren Kopf und sagt: «Heute gibt es Lammbraten mit Senfkruste auf Rosmarin mit Kartoffelknödeln und Bohnen», drückt auf eine Sensortaste und schon rattert der Glaskasten los – er druckt das österliche Hauptgericht Schicht um Schicht aus. Am Ende des Druckvorgangs nimmt sich jeder eines der quadratischen Lammbraten-Türmchen: «Guten Appetit!»
Ein druckendes Füllhorn
Wenn es nach den Studenten der «Fluid Interfaces Group» an der Technischen Hochschule Massachusetts (MIT) geht, könnte dieses Szenario bald schon Wirklichkeit sein. Sie haben die Konzeptstudie zum 3D-Essensdrucker «Cornucopia» entwickelt. Und Nomen est Omen, denn Cornucopia ist das mythologische Symbol des Füllhorns, das für Fruchtbarkeit, Reichtum und Überfluss steht.
Der Lebensmitteldrucker will aber nicht nur Essen zubereiten, sondern auch richtig lagern: Dazu soll die Nahrung in kleinen hermetisch verschlossenen Kühlschrank-Kanistern auf dem 3D-Drucker aufbewahrt werden. Sie werden auch anzeigen können, wie viel Inhalt noch übrig ist. Wenn eine Zutat also zur Neige geht, soll «Cornucopia» diese entweder selbst nachfordern oder seinem Nutzer eine noch ausreichend vorhandene Alternativoption vorschlagen können.
Je nachdem, welches Rezept mit welchem Kalorien- oder Kohlenhydratgehalt man am Touchscreen von «Cornucopia» eingibt, werden die einzelnen Zutaten aus den Kühlkanistern in die Druckerdüse gepumpt. Dort sollen die Zutaten dann entweder verquirlt oder zerkleinert und so weiterverarbeitet werden. Währenddessen werden die Speisen entweder erwärmt oder abgekühlt: Diese Aufgabe wird sowohl von der Kammer des 3D-Druckers selbst als auch von Lasern am Druckerkopf übernommen. Dieser trägt dann das Mahl wiederum Schicht für Schicht auf dem Boden der Druckerkammer auf.
Gedruckte Molekularküche
Die Möglichkeit, mit Essen zu drucken, beschäftigt aber nicht nur die US-amerikanischen Denker. Der deutsche Designstudent Nico Kläber hat den Lebensmitteldrucker «Moléculaire» erdacht. Inspiration für seine Verschmelzung von Wissenschaft und Kochen lieferte nach eigenen Angaben der experimentelle Ansatz
zur Molekularküche. «Moléculaire» soll auch nach dem Lage-für-Lage-Druckverfahren arbeiten und innerhalb weniger Minuten komplexe Speisen und dreidimensionale Desserts zaubern.
Natürlich soll auch alles wunderbar schmecken. Ab wann die kochenden Drucker unsere Gaumen mit einem Osterlammbraten verwöhnen, bleibt allerdings abzuwarten. Zu abwegig ist die Idee eines Lebensmitteldruckers allerdings nicht, gibt es doch bereits essbare Druckertinte, die, gedruckt auf Esspapier oder Schokolade, Torten und andere Backwaren verziert.
mas/nbr/news.de
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Au ja, "künstlicher Mist" und "Plastik" sind eh meine Lieblingsgeschmacksrichtungen :-)
jetzt antwortenKommentar melden...genau, fresst nur noch künstlichen Mist und Plastik!!!
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