Elektroschrott Besser nicht horten

Über die Feiertage haben viele alte Mikrowellen, Kaffeemaschinen und Videokameras ihre Daseinsberechtigung verloren. Jetzt sind sie Elektroschrott. Aber wo soll man hin damit? Der Keller ist keine Lösung.

Elektroschrott  (Foto)
Elektroschrott gehört nicht in den Hausmüll, sondern auf den Wertstoffhof. Bild: ddp

Etwa zwei Millionen Tonnen Altgeräte fallen nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt jedes Jahr in Deutschland an. Oft landet der Elektroschrott im Hausmüll - aber da gehört er nicht hin. Und das aus gutem Grund.

Wertvoller Müll

Die Redakteure der Stiftung Warentest weisen darauf hin:«Aus 14 Tonnen Elektroschrott lässt sich etwa eine Tonne Kupfer recyceln. Um die gleiche Menge Kupfer neu zu produzieren, müssten bis zu 1000 Tonnen Gestein abgebaut und bearbeitet werden.» Viele Altgeräte enthalten zudem noch schädliche Stoffe wie Blei, Quecksilber oder Chromverbindungen – wenn die im Hausmüll entsorgt werden, können diese Schadstoffe leicht in den Boden und letztlich ins Grundwasser gelangen. Das belastet die Umwelt.

Elektroschrott: Alte Geräte richtig recyceln

Altgeräte gehören also nicht in den Hausmüll. Dazu zählt neben den Haushaltsgroßgeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken, den Haushaltskleingeräten wie Staubsaugern oder Kaffeemaschinen, den Kommunikationsgeräten wie Monitoren, Druckern oder Telefonen auch die Unterhaltungselektronik wie Fernseher, DVD-Player oder Digitalkamera.

Kostenlose Abgabe

Diese Geräte können an kommunalen Sammelstellen wie Wertstoffhöfen abgegeben werden. Die Hersteller der ausgedienten Elektronik sind dann dazu verpflichtet, die Geräte entsprechend zu entsorgen oder zu verwerten. Die Abgabe ist für den Verbraucher kostenlos – egal, ob Fön oder Backofen.

Ute Brückner von der Stadtreinigung Leipzig erklärt: «Wenn aber besonders große Geräte wie Kühlschränke oder Gefriertruhen ausrangiert werden müssen, kann auch ein genauer Abholtermin vereinbart werden. In Leipzig ist dann allerdings eine Transportpauschale von zehn Euro fällig.» In anderen Städten wie Köln ist die Abholung von Elektroschrott bis zu einer gewissen Gerätezahl kostenlos.

Wo in Ihrer Gegend entsprechende Sammelstellen wie Wertstoffhöfe sind, erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Abfallamt. Dort bekommen Sie auch Auskunft, ob und unter welchen Umständen Ihr Elektroschrott abgeholt wird.

Wohin mit alten CDs

Wer auch nicht so recht weiß, wo er mit alten CDs hin soll, dem rät das Bundesministerium für Umwelt, sie nicht im Hausmüll zu entsorgen, sondern in Sammelspindeln beim Elektronik-Fachmarkt anzugeben. Wenn sich besonders brisante Daten auf den CDs befinden, sollten sie «direkt geschreddert oder zerschnitten werden.»

Batterienhorten ist unnötig

70 Prozent der Deutschen horten Batterien und Akkus. Das belegen Zahlen des Bundesministeriums für Umwelt. Das offenbar beliebte und bequeme Batterienhorten ist jedoch völlig unnötig. Alte Batterien können nämlich überall da abgegeben werden, wo man Batterien kaufen kann – das betrifft also fast jeden Supermarkt. Dort stehen meist entsprechende Behälter dafür bereit. Außerdem kann man Akkus und Batterien auch an Schadstoffhöfen und Sammelstellen abgeben.

Nicht nur bei der Entsorgung, auch beim Neukauf von Elektrogeräten kann man seine Umwelt schonen. Das Bundesministerium für Umwelt empfiehlt, bei neuen Geräten direkt auf die Umweltzeichen «Blauer Engel» und «Euro Blume» zu achten.

mas/reu/news.de

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