Stereoide für den Fernseher
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Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Artikel vom 09.12.2009
Der neue Flachbildfernseher steht zu Hause und die erste Freude ist groß - oft im Gegensatz zum Klang. Das fällt aber im Laden selten auf. Soundbars sollen den lauten TV-Klang verbessern, doch können sie es auch?
Überraschend sind die lauen Töne aus vielen Fernsehern zwar nicht, müssen diese doch so flach und und elegant wie möglich sein und dürfen trotzdem nur so wenig wie möglich kosten. Die Tester der Fachmagazine und der Stiftung Warentest bemängeln dennoch seit jeher den schlechten Klang und haben einen guten Grund dafür: Guter Sound im Gerät ist durchaus machbar, wenn ein Hersteller das will. Es gibt ja einige wenige Flachbildfernseher - nicht nur in der Premiumklasse - die die Ohren der Tester beeindrucken konnten.
Wer kein Klangwunder zu Hause stehen hat, hatte bislang die Wahl: Ein zusätzliches, teureres Heimkino anschaffen oder das Gerät an eine vorhandene Stereoanlage anschließen – ohne Raumklangeffekte und bei älteren Modellen auch ohne digitalen Anschluss.
Spezielle Zusatzlautsprecher für den Fernseher, genannt Soundbars, wollen eine Nische füllen, die irgendwo zwischen platzsparendem Stereoklang und aufwändigem Heimkino liegen soll. Sie beanspruchen teilweise Raumklangeffekte für sich, brauchen dafür aber nur zwei statt sechs oder mehr Lautsprechergehäusen.
Die flachen und langen Klangriegel werden unter dem Fernseher platziert - im TV-Regal oder via Wandbefestigung - und via Kabel oder Funk mit einem zugehörigen Basslautsprecher verbunden. Es gibt sie für einige hundert Euro, aber audiophile Naturen können auch mehrere tausend Euro ausgeben.
Audio Video Foto Bild hat fünf Modelle im unteren Preisbereich zwischen 230 und 700 Euro (Onlinepreise inklusive Versand) getestet. Die werden im einfachsten Fall direkt an den Fernseher angeschlossen - klassisch analog oder über einen digitalen Ausgang. So erhalten sie automatisch den Ton, den auch die am Fernseher angeschlossenen Zuspieler liefern – also DVD- und Blu-Ray-Player zum Beispiel.
Im Test zeigte sich, dass der Heimkinoanspruch der Tonleisten eher in die Hose geht. Besseren Klang als die Fernseher lieferten alle Modelle, aber Spezialeffekte hin oder her: Mit einem echten Heimkinosystem kann es keine der fünf Soundbars aufnehmen. Man lässt diese also am besten ohne Klangverbesserer laufen. Hifi-Fans wundert das nicht, sind doch mit Ausnahme von teuren Spezialsystemen für echten Raumklang nicht nur Chips und Prozessoren, sondern auch genügend und richtig platzierte Lautsprecher nötig.
Die Ausstattung der Zusatztöner kann eher überzeugen. So ist bei einigen Modellen eine kabellose Übertragung vom Hauptlautsprecher zum Tieftöner integriert (Samsung HT-WS1G, Enox Cinema Box IV). Sinnvoll sind auch zusätzliche SD-, USB- oder HDMI-Anschlüsse für den Anschluss von MP3-Player und Co. (Enox Cinema Box IV, Teufel Cinebar 50, Phillips HS-B2313 mit HDMI).
Das news.de-Fazit:
Wer den Stereoklang seines Fernsehers verbessern will, ohne sein Wohnzimmer umzubauen, der kann eine Soundbar in Erwägung ziehen. Schon die preiswerteste Variante von Samsung für 230 Euro reicht aus. Auf ein Kinoerlebnis mit räumlichen Effekten sollte dabei aber niemand hoffen - das klappt nur mit einer richtigen Heimkinoanlage. Die gibt es mit guten Testergebnissen von Hifi-Magazinen schon ab 500 Euro - also zum Preis einer aufwändigeren Soundbar.
sis/news.de
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