Der Denker und sein Werk
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea, Nürnberg
Artikel vom 07.11.2009
Ein schwimmendes Fahrrad, ein fahrbarer Schreibtisch und ein laufender Golfcaddie. Drei Erfindungen, die aus dem Kopf eines kreativen Denkers entsprungen sind. Sie sind als Lösungen für ganz alltägliche Probleme gedacht.
Es gibt Berufe auf der Welt, die sind einfach genial. Chih Ke Wang hat so einen. Der junge Taiwanese denkt den lieben langen Tag darüber nach, welche Erfindungen die Welt noch gebrauchen könnte. Dazu spaziert er tagein tagaus durch seine Heimatstadt Hsin Tsu an der Westküste des Inselstaates und beobachtet die Menschen.
Auf einem seiner Spaziergänge sah Wang zwei Radfahrer an einem Fluss, die verzweifelt ein Boot suchten, um ans andere Ufer zu kommen. «Ich fand das ziemlich kompliziert. Wenn sie kein Boot gefunden hätten, wären sie nie über den Fluss gekommen», erinnert er sich. Und da kam ihm die Idee vom schwimmenden Fahrrad.
Das war Anfang des Jahres. Mittlerweile ist das Produkt fahrbereit. Und so kann der taiwanesische Erfinder stolz auf seinem Amphibien-Fahrrad durch die Gänge der Iena in Nürnberg radeln und auf Knopfdruck die Schimmringe aus Plastik ausklappen.
Das Schwimmrad ist für Regionen mit Flüssen und kleinen Seen gedacht und soll in den kommenden Monaten erst in Taiwan und später auch in Europa für etwa 300 Euro zu kaufen sein.
Übrigens, Chih Ke Wang ist nicht der einzige Taiwanese mit so einem kreativen Job. Genau wie er arbeiten Hunderte seiner Landsleute in so genannten Innovation & Incubation Centern. Das sind fachübergreifende Denkstuben, angeschlossen an Universitäten.
Für diesen Traumjob sei er von seinem ehemaligen Professor ausgewählt worden, sagt Wang. Seiner Einschätzung nach sind es seine vielen beruflichen Erfahrungen, die ihn für die Tätigkeit des kreativen Denkens auszeichnen.
Vor seiner Arbeit im Innovation & Incubation Center hat Chih Ke Wang Biotechnologe studiert, als IT-Experte und Produktdesigner gearbeitet und Werbefilme gedreht.
Das erklärt auch die Vielzahl der Produkte, die an seinem Messestand neben dem Schwimmrad ausgestellt sind. Dabei fällt besonders eine Gummimaske auf, in der gelbe LED-Lampen leuchten. «Damit kann man seine Gesichtshaut bleichen», sagt Wang. Bleichen? «Ja bleichen. In Taiwan wollen die Frauen im Gegensatz zu Europäerinnen weiße Haut haben.»
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