Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach - 03.11.2009, 10.01 Uhr

Displaypflege: Darf der Finger auf den Bildschirm?

Die Spuren auf dem Display - dem einen sind sie egal, der andere reagiert fast allergisch auf jeden Zeigefinger, der sich dem Bildschirm nähert. Sind die Abdrücke schädlich fürs Display und wie bekommt man sie am besten wieder weg?

Nicht anfassen! Oder doch? Manch einer reagiert allergisch auf Fingerabdrücke auf dem Bildschirm, anderen ist's egal. Hauptsache, die Pflege des Schirms stimmt. Bild: istockphoto

«Fingerberührungen muss ein LCD-Display problemlos aushalten, ansonsten ist es sein Geld nicht wert», beruhigt Anke Reuter-Zehelein von TDComponents. Das Unternehmen aus dem bayerischen Aichach hat sich auf die Reparatur und professionelle Entspiegelung von LCD-Displays spezialisiert.

Nur durch sehr starken Druck könne es passieren, dass eine Schicht des Displays beschädigt wird und der Bildschirm dadurch an einigen Stellen ausfällt. «Bei Laptops geschieht dies meist im zugeklappten Zustand, weil im Gepäck zu viel Druck auf dem Displaydeckel lastet», erläutert die Unternehmenssprecherin. Nicht selten komme es außerdem vor, dass jemand seinen Stift auf der Tastatur vergisst und den Laptop zuklappt. Kaputte Displays sind die zweithäufigste Fehlerquelle bei Notebooks nach dem Mainboard, so Reuter-Zehelein.

Aus technischer Sicht spricht demnach nichts gegen das Anfassen, für Ästheten sind die Fingerabdrücke auf dem Bildschirm dennoch ein Graus. «Für die Reinigung eines Displays empfehlen wir Mikrofasertücher», so die Displayexpertin. «Bei hochglänzenden Displays genügt ein trockenes, bei matten Displays und stärkeren Verschmutzungen empfehlen wir ein nebelfeuchtes Tuch.» Dabei sollte es sich um ein neues Tuch handeln - kleinere Steinchen oder Schmutzpartikel könnten das Display zerkratzen.

Nichts auf dem Display verloren haben scharfe Putzmittel. «Sidolin oder Fensterreiniger sind absolut nicht zu empfehlen, da sonst die oberste Polarizerschicht beschädigt werden kann», warnt Reuter-Zehelein. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Feuchtigkeit in den Rahmen laufen und so einen Flüssigkeitsschaden verursachen könne.

Ein Problem bei Notebooks ist außerdem, dass die Tasten Spuren auf dem Bildschirm hinterlassen. Dies geschieht, wenn das Gerät im geschlossenen Zustand gequetscht wird. «Um dem vorzubeugen, legen einige Notebookhersteller den Laptops sehr dünne Tastaturschützer bei», so die Expertin. Diese könne man auch nachträglich im Computerhandel kaufen - es handelt sich meist um Matten aus Stoff oder dünnem Schaumstoff.

Der Einsatz eines Bildschirmschoners sei mittlerweile nicht mehr nötig. «Die Gefahr des Einbrennens bei unverändertem Bild ist heute längst nicht mehr so wie zu den Anfängen der Displays», so die Expertin. Früher konnte es passieren, dass bei unverändertem Bild die Leuchtzellen immer gleich stimuliert wurden und danach einfach weiterleuchteten. Dies hinterließ unschöne Bildschatten, das Bild hatte sich eingebrannt. Aus Energiespargründen sollte man jedoch den Stromsparmodus einschalten, was die Akkulaufzeiten der mobilen Rechner verlängert. Auch ist die eingestellte Helligkeit des Displays nicht entscheidend für dessen Lebensdauer.

Dazu sind die Displays vergleichsweise temperaturresistent. «Licht, Kälte und Hitze beeinflussen das Display natürlich, allerdings mehr wegen der Kunststoffe, die dort verarbeitet sind. In der Regel reagieren die anderen Notebookkomponenten auf extreme Temperaturen wesentlich empfindlicher», so Reuter-Zehelein. «Bei Hitze sollte man sich lieber Gedanken um sein Mainboard, die Grafikkarte oder den Prozessor machen.»

kab/reu/news.de

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