Von glatt auf matt
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Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Artikel vom 06.10.2009
Arbeiten oder Spielen auch im Freien - dank Notebooks sollte das kein Problem sein. Doch die modern gewordenen glänzenden Displays spiegeln bei Sonnen- und Lampenschein extrem stark. Abhilfe verspricht eine Spezialfirma, die das Display nachträglich entspiegelt.
Schick sehen sie aus, die glänzenden neuen Notebookdisplays. Dazu liefern sie kräftige Farben und schöne Bilder, was für Spieler und Filmefans Vorteile hat. Doch die Hinwendung zum Multimedianutzer hat für normale Computernutzer Nachteile, die in der Regel erst nach dem Kauf ins Auge stechen: Die Glasoberfläche spiegelt stark, was besonders bei hellem Umgebungslicht sehr nervend wirkt. Das Arbeiten im Zug, Park oder Café wird damit schwierig bis fast unmöglich.
«In den letzten Jahren gibt es diesen Trend, dass die matten Displays eher in teureren Businessnotebooks zu finden sind», bestätigt Anke Reuter-Zehelein von TDComponents. Das bayerische Unternehmen verwandelt spiegelnde Displays in matte.
«Dafür nutzen wir die Entspiegelungsfolien von 3M Technologies, einem der führenden Display- und Folienhersteller», so Reuter-Zehelein. Diese Folien werden dann in einem Reinraum mithilfe einer speziellen Maschine professionell aufgetragen. «Damit gewährleisten wir, dass weder Staub noch Falten oder Luftblasen zwischen Display und Folie kommen», erklärt die Unternehmenssprecherin.
Alles in allem kostet der professionelle Umbau weniger als 100 Euro. Dabei fallen für die Folie zwischen 35 (10 Zoll) und 68 Euro (20 Zoll) an. Der Versand kostet weitere 10 Euro (17 Euro für Expresslieferung) und 20 Euro für den Ausbau und Einbau des Panels. «Wer sein Display selbst ausbaut, kann hier Geld sparen. Eine Anleitung dazu befindet sich auf unserer Webseite», so Reuter-Zehelein. Auch muss niemand lange auf sein Laptop warten. «Wenn das Gerät an einem Arbeitstag bis 14 Uhr eingeht, ist es spätestens am darauffolgenden Tag versandfertig.»
Getestet wurde TDComponents bereits von der Stiftung Warentest und erhielt eine Empfehlung: «Tatsächlich reduziert die Folie die Spiegelungen ganz erheblich, so dass man mit dem Display nun auch unter schwierigen Lichtverhältnissen vernünftig arbeiten kann.» Und auch die c't konnte keine Mängel feststellen: «Der subjektive Eindruck überzeugt uneingeschränkt: Das Notebook unterscheidet sich nicht von einem mit ab Werk mattem Bildschirm.»
Einziger Kritikpunkt: Wer seinen Laptop umrüsten lässt, kann die Herstellergarantie auf das Display verlieren. TDComponents sei kein autorisierter Reparaturpartner, so das Argument der Hersteller. Bei Medion und Acer erstreckt sich der Garantieverlust sogar auf das komplette Gerät und nicht nur den Bildschirm. «Wir hatten in all den Jahren zwei bis drei Fälle, bei denen es Probleme mit der Garantie gab. Hier ist TDComponents sehr kulant, wir haben das Display für die Kunden kostenlos repariert.»
Leider funktioniert die Nachrüstmethode nicht mit allen Modellen. Probleme machen Notebooks, bei denen es keinen Rahmen um das Display gibt. «Zum Beispiel die neuen Macbooks von Apple stellen uns vor Schwierigkeiten», so Reuter-Zehelein. Denn der Rand der Folie verschwindet dann nicht hinter dem Rahmen und kann sich bei der täglichen Reibung in Taschen oder Rücksäcken lösen.
Der Apple-Händler Gravis bietet hingegen eigens Folien für die Macbooks an. Die gibt es ab 29,99 Euro für die 13-Zoll-Bildschirme beziehungsweise 34,99 für die 15-Zoller und 36,99 Euro für die 17-Zoller. Ob diese besser halten, ist zumindest fraglich. Außerdem muss der Käufer die Lichtfilter selbst auf sein Notebook kleben, was sehr schwierig ist, will man keine Blasen, Knicke oder Staubeinschlüsse haben.
kab/news.de
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