Der digitale Pfotenabdruck
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Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Artikel vom 01.10.2009
Patientengeschichte, Röntgenbilder, persönliche Daten: Ob diese Dinge auf eine elektronische Gesundheitskarte dürfen, ist ein ewiger Zankapfel der Deutschen. Tiere haben es da leichter – und tragen längst Hightech durch die Gegend.
Hunde können vom fehlenden Datenschutz nur profitieren. Wenn sie fremde Hilfe brauchen, ist der für jedermann lesbare USB-Stick womöglich ihre einzige Rettung. Doggydata heißt die Lösung, mit der die K&P Electronik GmbH möglichst vielen Hunden im Falle eines Falles zur Seite stehen möchte. Konkret handelt es sich um einen USB-Stick im Pfotendesign. Dessen buntes Gehäuse mit festschließender Kappe soll eine Schutzfunktion vor Wasser und sämtlichem Unheil des Hundealltags bieten.
Damit im Falle des Falles die Hilfe Fremder auch möglichst effektiv ausfällt, enhält der digitale Pfotenabdruck (O-Ton Hersteller) eine Software, in die der Halter die wichtigsten Patientendaten seines Schützlings einträgt. Krankengeschichte, Allergien, Röntgenbilder, Operationen und Medikamentenunverträglichkeiten – alles, was der Mensch für einen Arztbesuch braucht, hat nun auch Bello dabei.
Die Software macht auf den Screenshots des Herstellers einen recht einfachen Eindruck, aber sie bietet alles Nötige und nimmt keinen wertvollen Platz für die wichtigen Daten weg – davon hat der Stick in der Grundvariante ein Gigabyte (Preis: rund 20 Euro).
Das Konzept der modernen Sticks mit einer umfassendenden Datensammlung soll gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Findet jemand das entlaufene Tier, kann er selbst nachsehen, wem der Hund gehört – ein Rechner mit USB-Anschluss ist in vielen Haushalten vorhanden. Stößt dem Tier aber etwas zu, kann sich der Arzt sofort um die Behandlung kümmern und hat alle relevanten Daten vorliegen, die sonst mühsam telefonisch besorgt werden müssten.
Die Idee eines USB-Sticks als Hundemarke ist vielleicht nicht revolutionär, aber scheint konsequent umgesetzt. Auch in anderen Bereichen sind die Haustiere ihren Herrchen technisch weit voraus, weil Datenschutz und Privatsphäre nun mal eine untergeordnete Rolle spielen.
So machte Kater Squeaky vor zwei Jahren als Kamerakatze Furore. Mit seiner Umhängekamera am Hals zeigte er seinem Halter Jürgen Perthold seinen Katzenalltag in Bildern. Das Konzept kam so gut an, dass Perthold seine Kameralösung nun in alle Welt über seinen eigenen Shop verkauft und etliche Katzenfreunde in aller Welt ihre Lieblinge überwachen – und mehr über deren Leben lernen.
Auch unter die Haut gepflanzte Chips zur Kennzeichnung – für die meisten Menschen undenkbar – sind für Tiere ein alter Hut und hierzulande teilweise sogar schon Pflicht.
Wer sich große Sorgen um seinen Hund macht und der elektronischen Hundemarke allein nicht traut, der kann den Weg seines Vierbeiners per GPS oder Funksignal live verfolgen – wird aber auch mehr Geld los. 300 bis 500 Euro sind keine Seltenheit für solche Systeme.
mas/news.de
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