Von news.de-Redakteur Karsten Busch - 29.09.2009, 07.42 Uhr

Daten auf Blu-ray sichern: Blau brennt der Profi

Wenn Hobbyfilmer und Musikfreunde ihre Schätze auf DVD brennen wollen, werden sie schnell zum Disc-Jockey. BluRay-Brenner können mehr - bis zu 50 Gigabyte pro Scheibe. Doch ist der Einsatz der noch recht seltenen Technik ratsam?

Der blauviolette Laserstrahl gab der Technik ihren Namen. Bild: istockphoto

Es soll ja Leute geben, die bringen ihre sämtlichen alltäglichen Daten auf einem durchschnittlichen USB-Stick unter. Doch weit größer dürfte die Anzahl der Computerbesitzer sein, die mittlerweile Gigabytes von Daten verwalten – digitale Fotos, die Musiksammlung oder Filme - aus dem Camcorder oder vom Festplattenrekorder. Da wird auch eine DVD mit ihren reell 4,3 Gigabyte nutzbaren Daten schon mal zu klein.

Da guckt jeder Datenjongleur irgendwann mal in Richtung Blu-ray. Denn schließlich wollen die Brenner mit dem blau-violetten Laser und bis zu 50 Gigabyte Kapazität nicht nur Filme abspielen, sondern auch der legitime Nachfolger der beschreibbaren Daten-DVD sein.

Rein technisch funktioniert das auch, bestätigt Enno Bruns, Redakteur für Hardware bei computerbild.de, auch wenn er bei ganz wichtigen Daten die gleiche Regel wie beim DVD-Brennen nennt: «Man sollte eher mit geringerer Geschwindigkeit brennen, um weniger Brennfehler zu riskieren». Ansonsten sei die Technik nicht weniger ausgereift als die der DVD.

FOTOS: Blu-ray-Technik Blau, hochauflösend und exotisch
zurück Weiter Big Buck Bunny (Foto) Foto: news.de (Screenshot+Montage) Kamera

«Bei so wenigen Geräten am Markt kann man auch kaum etwas falsch machen», bestätigt Klaus Baasch, Testredakteur bei chip.de. Nur bei den Medien müsse man noch vorsichtiger sein als bei der DVD, da sie weniger kratzfest seien und bei Schäden eben mehr Daten auf einmal verlören, so der Ingenieur.

Doch im Gegensatz zur DVD sind Blu-ray-Brenner noch richtig teuer und sinken nur sehr langsam bis gar nicht im Preis. Ab rund 180 Euro bekommt man in Onlineshops gut getestete Brenner, die einfachen Medien mit 25 Gigabyte gibt es - grob zusammengefasst - von 3 bis 9 Euro pro Stück. Doch warum kostet die Blu-ray-Technik immer noch so viel und dringt so langsam in den Markt?

Für Klaus Baasch ist der Grund klar: «Die DVD hatte es leichter, weil man recht schnell nach ihrem Erscheinen Filme kopieren konnte – der Kopierschutz war schnell geknackt. Das ist für die Technik marktentscheidend – und hier ist die Blu-ray-Disc eher unattraktiv, da nicht so leicht zu kopieren. Zudem gibt es auch viel zu wenig Filme auf Blu-ray-Disc.» Computer-Bild-Experte Bruns kennt noch weitere Ursachen: «Das Brennen einer Disc dauert noch recht lange und immer größere und billigere Festplatten machen ihr zusätzlich Konkurrenz.»

Die sind nicht viel langsamer bespielt als eine Blu-ray-Scheibe (20 bis 90 Minuten) aber viel flexibler. Sicherer sind sie aber nicht – bewegliche Teile, eine Lebensdauer von wenigen Jahren und der Transport im externen Gehäuse sprechen als Riskofaktoren dagegen. Auch DVD-Rohlinge altern und haben ihre Tücken, sind grundsätzlich aber dauerhafter.

Für sehr wichtige Daten rät chip.de-Experte Klaus Baasch daher ganz pragmatisch: «Normale Anwender sollten weiter die DVD zur Sicherung nehmen. Da gibt es bessere Langzeiterfahrungen und die Technik ist ausgereift.»

Das news.de-Fazit:

Wir schließen uns der Ansicht beider Experten an. Blu-ray lohnt sich vor allem für Technikfreaks und für all jene, die oft sehr viele Daten am Stück sichern müssen und keine exotische Profitechnik wie Bandlaufwerke einsetzen wollen. Alle anderen setzten besser auf die DVD zum Brennen und auf die billige Festplatte zum Zwischenlagern. Sie taugt auch für die Zweitsicherung wichtiger Daten – aber niemals als alleiniger Speicherort.

ped/news.de

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