Von news.de-Redakteur Karsten Busch - 22.09.2009, 14.22 Uhr

Service: Wie teuer wird es denn?

Welche Vorwahl für welchen Zweck und vor allem - wie teuer? Die news.de-Übersicht erklärt die wichtigsten und ungewöhnlichsten Vorwahlen.

So manche Vorwahl in Deutschland hat Exotenstatus. Bild: istockphoto/news.de (Montage)

Für viele Nummern gilt: Für Anrufe vom Handy auf Sonderrufnummern verlangen die Handynetzbetreiber meist Aufschläge. Damit können Hotlines sehr viel teurer werden als erwartet.

0700

Mit dieser Vorwahl erhält ein Verbraucher eine lebenslange, persönliche Rufnummer. Diese ist dann nicht an einen Telefonanbieter gebunden, sondern lässt sich bei einem Umzug oder Anbieterwechsel auf den neuen Anschluss weiterleiten.

Kosten: Abhängig vom Anbieter des Anrufenden, meist jedoch um die 12 Cent pro Minute, in den Nebenzeiten auch weniger.


0137

Eine Nummer für sogenannte Massenverkehrsdienste. Zu deutsch: Gewinnspiele und Abstimmungen werden vorrangig über diese Nummer abgewickelt. Die Kosten schwanken je nach der Endziffer, werden bei seriösen Anbietern aber auch angegeben:

Kosten:

0137-1: 14 Cent pro Anruf
0137-2: 14 Cent pro Minute
0137-3: 14 Cent pro Minute
0137-4: 14 Cent pro Minute
0137-5: 14 Cent pro Anruf
0137-6: 25 Cent pro Anruf
0137-7: 1 Euro pro Anruf
0137-8: 50 Cent pro Anruf
0137-9: 50 Cent pro Anruf

032

Die 032 ist eine Ortsvorwahl ohne Ort. Sie wird derzeit an Internet-Telefonanschlüsse (Voip-Telefonie) vergeben, die auch von jedem Computer aus per Software benutzbar sind und somit nicht mehr an eine Stadt gebunden sind. Viele Anbieter vergeben jedoch Ortsvorwahlen, da die Kunden die Nummer nur zuhause über den DSL-Anschluss nutzen.

Kosten: Schwanken. Bei manchen Anbietern wird die Nummer bereits über die Pauschaltarife – also die Festnetzflatrates – abgedeckt. Bei anderen kostet ein Anruf dagegen immer Geld – meist um 12 Cent pro Minute, in Nebenzeiten auch weniger.

116...

Die mit 116 beginnenden Nummern sind EU-weit einheitlich und müssen zu «Dienste von sozialem Wert» reserviert sein. Eine wichtige Nummer für die Deutschen gibt es schon: Die 116 116 dient als zentrale Notfallnummer für alle jene, die eine verlorengegangene Bankkarte sperren lassen wollen.

Kosten: kostenlos.

115

Die 115 ist noch nicht aktiv, wird aber in Zukunft eine einheitliche Behördenrufnummer in Deutschland sein. Bis es soweit ist, gibt es unter der Nummer eine kostenlose, freundliche Ansage mit dem Hinweis auf die Informationswebseite: www.d115.de. In der DDR war die 115 übrigens die Notrufnummer für die Schnelle Medizinische Hilfe (SMH), also den Notarzt.

Kosten: derzeit kostenlos, da nicht aktiv.

112

Diese Nummer sollte jedem Deutschen neben der 110 bekannt sein. Unter der 112 erreicht man im Notfall die Feuerwehr.

Kosten: kostenlos.


0180...1-5

Sie gehören zu den «Geteilte-Kosten-Diensten» und sind wohl jedem Deutschen als Nummer für Service-Hotlines inklusive nerviger Warteschleife bekannt. Die Gebühren werden – der Name sagt es – zwischen Anrufer und Dienstbetreiber geteilt. Die Höhe war von den Behörden früher festgelegt worden, sind mittlerweile flexibler handhabbar durch die Anbieter. Dennoch orientieren diese sich oft am alten Preisgefüge. Seriöse Anbieter machen die verbundenen Gebühren kenntlich.

Kosten: sind nicht festgelegt, die Anbieter folgen bislang aber dem früheren Schema.

0180-1: 3,9 Cent/Minute
0180-2: 6 Cent/Anruf
0180-3: 9 Cent/Minute
0180-4: 20 Cent/Anruf
0180-5: 14 Cent/Minute

(Festnetzpreise, Handyverbindungen sind je nach Anbieter teurer)

0800

Diese Nummer ist für kostenlose Anrufe reserviert. Manche Unternehmen wickeln ihre Kundenbetreuung über solche Nummern ab, die meisten jedoch teilen sich die Kosten mit den Anrufer über eine 0180-Vorwahl.

Kosten: kostenlos

0118...

Mit 0118 beginnen die Nummern von Auskunftsdiensten.

Kosten: verschieden, je nach Anbieter. Die Kosten schwanken stark – manche Anbieter nehmen eine Festgebühr, andere einen Grundpreis und Minutengebühren. Kurze Auskünfte können so mehrere Euro teuer werden.

Kosten: kostenlos.

0900...

Achtung, teuer: Die 0900 ist der Nachfolger der bekannten und teils berüchtigten 0190-Vorwahl. Sie dient vor allem für sogenannte Premiumdienste, also Angebote, die vom Kunden per Telefonanruf bezahlt werden. Das können die bekannten Erotika- oder Klingeltonanbieter sein, aber auch normale Kunden-Hotlines sind teils über diese Vorwahl geschaltet. Die Preise sind nicht festgelegt, wohl aber ihre Obergrenze: Maximal 3 Euro pro Minute und maximal 30 Euro pro Anruf darf eine 0900-Verbindung den Anrufer kosten. Die Gebühren müssen kenntlich gemacht sein.

Kosten: bis zu 3 Euro pro Minute und 30 Euro pro Anruf

09009

Achtung, noch teurer: Die 09009 steht für per Computer angewählte Dialer-Nummern – in der Vergangenheit vor allem durch die Abzocke von ahnungslosen Verbrauchern bekannt geworden. Der eigentliche, seriöse Zweck dieser Nummern ist die Abrechnung von Diensten per Telefon-/Internetanbieter-Rechnung. Sie funktioniert nur über einen Computer und nicht über einen DSL- oder Kabelinternet-Anschluss. Die Kosten müssen kenntlich gemacht werden.

Kosten: verschieden, je nach Anbieter

012...

Die Vorwahl für «neuartige Dienste». Was rätselhaft klingt, hat derzeit auch keine Bedeutung. Aktuell sind nämlich keine 012-Nummernbereiche mehr aktiv. Vor einiger Zeit wurden diese zum Beispiel von E-Mail-Anbietern wie web.de für sogenanntes Unified-Messaging benutzt, also zum Beispiel den Fax-Versand oder -Empfang über eine eigene Rufnummer.

Kosten: derzeit keine, da nicht aktiv.

019...

Wird heute nur noch für Online-Dienste verwandt, um die Einwahl ins Internet zu ermöglichen.

Kosten: verschieden, je nach Anbieter

iwe/news.de

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