Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach - 16.09.2009, 10.45 Uhr

Haushaltsgeräte: In einem Aufwisch

Es sind zwei Arbeitsschritte, die Putzmuffel bei der Bodenreinigung zur Weißglut bringen können: Erst muss man Saugen und dann Wischen. Die Hersteller Thomas und LG haben Geräte entwickelt, die den Zeitaufwand halbieren sollen - die Wischsauger.

Zwei in einem: Der Wischsauger spart Zeit und Nerven. Bild: Thomas

Warum Staubsauger und Wischmopp nicht in einem Gerät kombinieren? Die Bewegung ist ähnlich und man spart sich einen Arbeitsgang. Mit dem Twin T2 Aquafilter von Thomas ist diese Idee bereits Wirklichkeit geworden, und auch LG hat auf der IFA einen Sauger angekündigt, der gleichzeitig wischen kann.

Gemein ist beiden Geräten, dass hinter den Staubsaugerdüsen ein Lappen angebracht werden kann, der den Boden wischt. Am vorderen Ende der Saugeinheit werden der Dreck, die Haare und der Staub weggesaugt, bevor daraufhin der Lappen über den Hartboden gleitet. Das funktioniert nach Angaben der Hersteller nicht nur bei Fliesen und Laminat, sondern auch bei anfälligeren Steinböden oder Parkett.

Getrennte Wege gehen LG und Thomas bei der Feuchtigkeitsversorgung: Setzen die Koreaner auf heißen Wasserdampf, nutzt der deutsche Hersteller eine Wasserdüse, die lauwarmes Wasser auf den Wischlappen sprüht.

Beide Technologien haben ihr Vor- und Nachteile. So hat LGs heißer Wasserdampf gleichzeitig eine desinfizierende Wirkung und das Gerät muss nicht nach jedem Wischsaugen aufwändig gereinigt werden, weil der Dampf schnell verdunstet. Im Gegensatz dazu sammelt der Twin T2 den Staub und das dreckige Wasser in einem Wasserbehälter, der nach jedem Saug- oder Wischeinsatz geleert werden muss.

Allergiker werden diesen Aufwand jedoch gern auf sich nehmen, da die Wasserfiltertechnologie Staub, Schuppen oder Tierhaare zu einem hohen Grad eleminiert. Dadurch sollen keine Reste mehr in die Luft gewirbelt werden. Auch LG sorgt sich um Allergiker und verbaut einerseits einen besonders feinen Filter, andererseits kommt eine neue Staubkompressionstechnologie zum Einsatz. Ziel ist es, den Dreck im Auffangbehälter durch geschickte Verwirbelung zu einem festen Klumpen zu verfilzen.

Obwohl aufwändiger zu betreiben, ist die Sprühtechnologie vielseitiger: Neben Hartböden lassen sich Teppiche, Polstermöbel und Fenster damit reinigen. LGs Dampftechnologie dürfte bei tieferer Auslegware nicht dieselbe Wirkung wie die Sprühtechnologie erzielen, bei der die Fasern durchgespült werden.

Trotz aller guten Ansätze haben beide Technologien ihre Grenzen. Beim Twin T2 von Thomas soll eine Tankfüllung nur für sechs bis zehn Quadratmeter langen. Dann muss nachgefüllt werden. Genaue Angaben, wann dem LG die Luft ausgeht, liegen derzeit noch nicht vor.

Ein weiteres Problem ist die Handhabung. Ganz so schnell wie beim reinen Staubsaugen ist man zumindest mit dem Thomas nicht. Denn ein klassischer Sauger entfernt den Dreck beim Vorschieben und Zurückziehen gleichermaßen. Anders der Wischsauger, der nur in der Vorwärtsbewegung richtig funktioniert. Das liegt am Aufbau des Kopfes: Die Saugdüsen befinden sich am vorderen Rand, dahinter ist der Lappen angebracht. Zieht man nun den Sauger zurück, wischt der Lappen zuerst über den noch nicht gesaugten Boden.

Bleibt also nur, bei der Rückwärtsbewegung noch einmal auf der bereits gereinigten Strecke zu bleiben. «Das empfehlen wir auch so, weil der Sauger dann nach dem Wischvorgang die Restfeuchte aufnimmt», erklärt Linda Wiese von Thomas. Damit würde das Wischsaugen zwar länger als normales Saugen dauern, dennoch weit schneller gehen als nach der althergebrachten Methode. «Das ist alles eine Frage der Gewöhnung, bald beherrscht man das aus dem ff.»

Beim LG dürfte das Problem ähnlich gelagert sein, weil sich die Saugschlitze ebenso am vorderen Rand der Düse befinden. Im Frühjahr 2010 kommt der LG-Dampfwischer zu einer Kaufempfehlung von 400 Euro auf den Markt. Der Thomas Twin T2 Aquafilter ist bereits zu haben, im Internet beginnen die Preise bei 335 Euro inklusive Versand.

ped/news.de

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