Datenverlust Pflegefall Festplatte

Festplatten sind unersätzlich, gleichzeitig aber auf Dauer anfällig. Deswegen sollte man ihnen nicht (Foto)
Festplatten sind unersätzlich, gleichzeitig aber auf Dauer anfällig. Deswegen sollte man ihnen nicht vorbehaltslos alles anvertrauen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Alle Dateien weg - die Familienfotos, wichtige Dokumente, die ganze Musiksammlung. Wenn die Festplatte ausfällt, beginnt das große Schwitzen. News.de verrät Tricks, wie sie ihre Festplatte schonen und sich vor dem kompletten Datenverlust schützen können.

Datensicherheit beginnt auf dem eigenen Rechner. Dabei ist es häufig die Festplatte, die für Ärger sorgt. Funktioniert sie richtig, bekommt der Nutzer sie in der Regel nicht mit. Das suggeriert eine bestenfalls trügerische Sicherheit: Da Festplatten mechanische Bauteile besitzen, können sie sich über die Jahre abnutzen und letztlich kaputt gehen.

Vom Arbeitsprinzip her erinnert die Festplatte an einen Plattenspieler. Über einen beweglichen Taster werden Daten von einer sich drehenden Scheibe gelesen oder auf sie geschrieben. Das Problem: Bei beweglichen Teilen bleibt Reibung und damit auch eine Abnutzung nicht aus. Die Nadel am Plattenspieler muss schließlich auch häufiger gewechselt werden.

Doch es gibt einige Tricks, wie man die Festplatte schonen kann, so dass sie länger hält und schneller läuft. Ein Mittel ist es, sie regelmäßig zu defragmentieren. Zwar haben Experten zuletzt Zweifel angemeldet, ob diese Maßnahme tatsächlich etwas bringt, schaden könne sie jedoch nicht, wie die PC Welt meint.

Festplatten untauglich machen
Wie man die Festplatte zerstört
«Die Festplatte besteht aus hunderten Einzelteilen, die teilweise schwer nachzuordern sind. Das zent (Foto) Zur Fotostrecke

Beim Defragmentieren wird die Festplatte aufgeräumt. Dateiteile, die im ersten Moment einfach dort hingepackt werden, wo Platz ist, werden fein säuberlich nebeneinander angeordnet. Ergebnis ist, dass der Lesekopf nicht immer wild auf der Scheibe hin- und herspringen muss, um an die Daten zu gelangen. Dadurch wird der PC schneller und die Festplatte geschont.

Die Defragmentierung lässt sich in Windows vornehmen. Bei XP klickt man auf Start, dann auf den Arbeitsplatz. Dort Klick mit der rechten Maustaste auf das Symbol für die Festplatte und in dem sich öffnenden Fenster Eigenschaften ansteuern. Dann unter Extras die Option Defragmentieren wählen.

Nutzer von Windows Vista müssen etwas anders vorgehen. Nach dem Klick auf Start und Computer gelangt man über einen Rechtsklick auf Eigenschaften zur Registerkarte Tools. Jetzt Degragmentieren auswählen und es geht los. Nicht wundern: Die Defragmentierung kann durchaus eine Weile dauern, zwischen 30 und 60 Minuten sind keine Seltenheit.

Für Nutzer, die ihr Windows dauerhaft in Schuss halten wollen, empfiehlt die PC Welt komfortable Programme wie Sweepi oder den HD Cleaner. Diese Helfer entsorgen unter anderem noch den Datenmüll oder löschen veraltete Verknüpfungen in Windows - und sind komplett kostenlos.

Wie Sie einen Festplattendefekt erkennen, bevor es zu spät ist

Mit den Jahren zeigen Festplatten erste Abnutzungserscheinungen. Kleinste Bereiche auf der magnetischen Speicherscheibe fallen aus, was vor allem die Geschwindigkeit senkt und die Programme langsamer macht. Hilfreich ist es dann, die Fehler zu analysieren. Teilweise können die betroffenen Dateien korrigiert werden, das System wird wieder schneller.

Auch hier bietet Windows eingebaute Hilfsmittel. Bei XP wählt man Start und öffnet dann den Arbeitsplatz. Dann ein Rechtsklick auf das Symbol für die Festplatte, im sich öffnenden Fenster dann Eigenschaften und Extras gewählt. Hier findet sich die Option Fehlerüberprüfung.

Vista-Nutzer finden das Programm an anderer Stelle. Hier Start, dann Computer anwählen. Mit einem Rechtsklick auf das Symbol mit der Festplatte öffnet sich die Registerkarte Tools. Dort auf Jetzt prüfen und dann Überprüfung des Datenträgers klicken.

All diese Schritte minimieren das Risiko eines Festplattendefekts, komplett verhindern können sie ihn jedoch nicht. Deshalb gilt: Spätestens wenn die Festplatte laut wird und seltsame Geräusche macht, sollte man hellhörig werden. Da es dann jedoch meist schon zu spät ist, lohnen sich Programme, die dauerhaft eine Auge auf die Festplatte haben.

Hier empfiehlt die Fachzeitschrift das kostenlose Programm HD Tune. Die Software schaltet sich automatisch beim Systemstart ein und überwacht Temperatur, Lesefehler und den Datendurchsatz. Wird die Festplatte ungewohnt heiß, warnt das Programm den Nutzer. Einziges Problem: HD Tune ist englischsprachig.

Auch wenn es nervig ist: An regelmäßigen Sicherungen der Festplatte, den so genannten Backups, kommt man nicht vorbei. Im Ernstfall ist man dankbar über jedes wichtige Dokument oder Foto, das man vor dem Datennirvana retten konnte. Wie man sein System richtig sichert, hat news.de bereits zusammengestellt.

Ist die Festplatte kaputt und nichts geht mehr, hilft vielleicht noch die professionelle Datenrettung im Labor. Doch das wird teuer: Zuerst muss die Festplatte für eine Diagnose zu einem Spezialunternehmen wie Convar oder Ontrack geschickt werden, die Kosten dafür sind im Voraus zu zahlen. Nach der ersten Diagnose gibt es einen Kostenvoranschlag, der sich am Aufwand für die Rettung orientiert.

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