Günstige Tarife im Vergleich So wird mobiles Internet richtig billig

Smartphone (Foto)
Surfen mit dem Smartphone ist mittlerweile auch für den Normalnutzer erschwinglich. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Mobiles Surfen im Internet ist nicht zuletzt durch das iPhone populärer und auch billiger geworden. Ein Blick in die Tariftabellen der vier großen Netzanbieter zeigt aber meist teure Preismodelle. News.de präsentiert Surftarife aus dem Billigsegment.

Wer ein iPhone, ein Google-Telefon namens G1 oder Magic oder einen Blackberry benutzt, hat es dank spezieller Zwangs-Tarifbindungen automatisch: mobiles Internet. Käufer dieser Geräte zählen auch dadurch oft zu den «Heavy Users», also zu jenen, die das Internet unterwegs intensiv und häufig nutzen. So intensiv, dass manche Mobilfunknetze bereits unter der Last ächzen und ihre Betreiber ins Schwanken bringen.

Doch dann sind da noch die Gelegenheitsnutzer, die ab und zu ihre E-Mails abrufen wollen oder die ein vorhandenes internetfähiges Mobilgerät zum gelegentlichen Surfen ins Netz bringen wollen – etwa das Netbook mit Simkarten-Steckplatz oder ein Mobiltelefon als Modem. Für diese eignen sich die Tarife der Netzbetreiber kaum. Rund 25 bis 40 Euro im Monat für eine Surf-Flatrate, gebunden an eine Mindestvertragslaufzeit, sind für einen solchen Zweck schlicht zu viel Geld.

Passende Alternativen gibt es mittlerweile im Billigsegment bei den Discountern der Mobilfunkbranche - inklusive regelmäßigem Preiskampf. Erst in den letzten Tagen präsentierte N24 ein neues Tarifmodell und der Netzbetreiber O2 stellt nun auch Prepaid-Kunden seine Internettarife für Vertragskunden zur Verfügung. Die Vorteile des Discount-Internets sind nicht nur günstige Preise, sondern vor allem keine oder sehr kurze Vertragslaufzeiten und verschiedene Tarifstrukturen für verschiedene Nutzertypen.

Im Folgenden präsentiert die news.de-Redaktion die attraktivsten Modelle. Der Fokus liegt dabei auf preiswerten Tarifen, die vorzugsweise nicht an ein Gerät gekoppelt sind. Da die einmaligen Anschlusspreise oft variieren, wurden diese nicht mit einbezogen.

Zur Orientierung beim meist limitierten Datenverkehr: Eine modernde Webseite mit vielen bewegten Inhalten oder Bildern kommt durchaus auf eine Downloadgröße von einem Megabyte oder mehr. Vielsurfer mit Laptop können so durchaus ihr Datenlimit erreichen.

Zu guter Letzt sei wie immer die Prüfung des Kleingedruckten angeraten. Mancher Anbieter schließt zum Beispiel Internettelefonate aus, viele drosseln die Geschwindigkeit beim Überschreiten des Inklusiv-Datenvolumens und bei Paketen mit Grundgebühr fallen in diesem Fall oft Extrakosten an.

Soll es doch ein Paket mit einem Gerät zum Surfen (USB-Stick) sein, dann ist dieses meist mit einem sogenannten Simlock 24 Monate an den Anbieter gebunden oder mit einem Netlock an das jeweilige Datennetz. Gegen Gebühr kann das Gerät aber für alle Anbieter freigeschaltet werden.

Nutzertyp 1 - Der E-Mail-Abrufer

Wer nur alle paar Stunden seine Mails abrufen möchte und kaum oder nie im Internet surft, verursacht nicht viel Datenverkehr und lebt damit recht preiswert. Folgende Tarife sind interessant:

O2 Standardabrechnung (im Vertrag oder Prepaid)

Eine der billigsten Varianten. 9 Cent kostet die Minute bei voller UMTS-Geschwindigkeit. Der Kunde entscheidet selbst, ob und wie lange er den Tarif nutzt und Kosten verursacht. Achtung: Wie bei jeder Einwahl via Modem muss die Verbindung manuell getrennt werden, sonst drohen hohe Kosten. Wer dies öfter vergisst oder wessen Gerät per Schnellzugriffstaste versehentlich online gehen kann, der greift besser zur Flatrate.

O2 S (im Vertrag oder Prepaid)

Wer ein vergleichsweise normales Mailaufkommen hat und kaum E-Mail-Anhänge herunterladen muss, kommt mit 5 Euro im Monat und 30 Megabyte Datenverkehr möglicherweise am billigsten weg. Wer mehr nutzt, für den würde sich schon das Simyo-Paket lohnen.

Simyo Handy-Internetpaket 1GB (E-Plus-Netz)

10 Euro im Monat, 1 Gigabyte Datenverkehr inklusive, keine Grundgebühr und monatlich deaktivierbar: Billiger gibt es derzeit kein Surfpaket mit einem Gigabyte oder mehr Datenverkehr inklusive. Das Volumen von einem Gigabyte reicht für normales Surfen.

Häufige Downloads sind allerdings wenig sinnvoll, durch den Nachteil: Es wird nur die einfache UMTS-Geschwindigkeit angeboten, also 384 Kilobit pro Sekunde, unabhängig von den Fähigkeiten des Gerätes. Das entspricht der Schmalspur-DSL-Variante der Telekom für schlecht versorgte Gebiete und damit ungefähr zwölffacher ISDN-Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Eine DSL-Leitung bietet heute mindestens 2000 Kilobit pro Sekunde, per HSDPA beschleunigtes UMTS schafft unter rund Realbedingungen rund 2000 bis 5000 Kilobit.

Nutzertyp 2 - Der Gelegenheitssurfer

Er surft nur gelegentlich im Internet, meist spontan oder auf Reisen und braucht keinen festen Tarif.

O2 Standardabrechnung (im Vertrag oder Prepaid)

Lohnt sich bei sehr kurzen Besuchen im Netz - zum Beispiel zum Nachschlagen bei Wikipedia. 9 Cent kostet die Minute bei voller UMTS-Geschwindigkeit. Der Kunde entscheidet selbst, ob und wie lange er den Tarif nutzt und Kosten verursacht.

Achtung: Wie bei jeder Einwahl via Modem muss die Verbindung manuell getrennt werden, sonst drohen hohe Kosten. Wer dies öfter vergisst oder wessen Gerät per Schnellzugriffstaste versehentlich online gehen kann, der greift besser zur Flatrate.

N24 Internetstick (Vodafone-Netz)

99 Cent pro Stunde, keine Vertragsbindung, kein limitierter Datenverkehr, Aufladen per Guthabenkarte. Wer tatsächlich nur unregelmäßig und selten ins Internet will, könnte hier seinen Tarif gefunden haben. Dieser ist bei mehr als zehn Minuten Nutzung schon billiger als die O2-Standardabrechnung mit 9 Cent pro Minute.

Das Sieben-Tage-Paket lohnt sich im Vergleich zum Fonic-Paket bei Nutzung an allen Tagen, wenn es nicht auf gößere Downloads ankommt. Denn im Sieben-Tage-Paket ist der Datenverkehr auf insgesamt ein Gigabyte begrenzt.

Fonic Tagesflatrate (O2-Netz)

24 Stunden Surfen für 2,50 Euro, tägliches Datenverkehrslimit von 1 Gigabyte. Kann auch ohne den USB-Stick erworben werden. Lohnt sich gegenüber dem Wochenpaket von N24 nur, wenn viel heruntergeladen wird. Jede Surfsitzung endet um 24 Uhr, wer erst 23 Uhr beginnt, muss eine Stunde später erneut zahlen. Fairstes Tagespaket.

Nutzertyp 3 - Der Vielsurfer

Er ist täglich im Netz unterwegs – zum Abrufen auch größerer E-Mails und natürlich zum Surfen. Er will aber keinen Vertrag bei einem Netzbetreiber abschließen oder diese sind ihm zu teuer. Um große Downloads geht es allerdings nicht, sondern vor allem um das Surfen an sich.

Simyo Handy-Internetpaket 1GB (E-Plus-Netz)

Der geizige Vielsurfer greift zum Simyo-Tarif, muss aber auch Geduld aufgrund des langsameren Netzes mitbringen. Es gelten die Tarifbedingungen wie beim Nutzertyp 1 erläutert.

Tchibo Internetflatrate 10 GB (O2-Netz)

19,95 Euro im Monat, 10 Gigabyte Datenverkehr inklusive, monatlich abbestellbar. Zu jeder Prepaid-Telefonkarte von Tchibo kann die Internetflatrate hinzugebucht werden. Tarif mit dem besten Verhältnis von Datenverkehrsvolumen und Preis. Online gibt es nur Informationen zum Paket mit dem UMTS-Stick, die dort genannten Bedingungen gelten auch für den reinen Tarif ohne Gerät.

Simply data (D1-Netz)

Die Konditionen ähneln denen von Tchibo - 19,95 Euro monatliche Grundgebühr, 5 Gigabyte Datenverkehr inklusive - darüber sinkt die Geschwindigkeit auf ISDN-Niveau. Aber Simply bietet weniger Datenverkehr und - ein Haken - verlangt nach sechs Monaten höhere Preise pro Monat.

Dennoch: Der Tarif ist alle vier Wochen kündbar; Anhänger des D1-Netzes sparen gegenüber den T-Mobile-Tarifen rund zehn Euro und für ein halbes Jahr ist der Tarif zum Kennenlernen von mobilem Internet durchaus interessant.

Achtung: Simply erhebt einen Pfand auf die Sim-Karte. Diese ist innerhalb weniger Wochen zurückzusenden, damit die Pfandgebühr von derzeit rund 27 Euro zurückerstattet wird. Siehe dazu auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Simply-Seite (pdf).

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