Die roten Augen gleich im Netz retuschieren
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Von Andreas Thieme
Artikel vom 03.05.2009Profiprogramme wie Photoshop gehen ins Geld, die Alternativen sind oftmals zeitraubend. Angesichts dieser Hürden für die Bildbearbeitung kann sich der Weg ins Internet lohnen. Dort gibt es schnelle und unkomplizierte Lösungen.
Wenn sich Jens Kürpick Fotos von früheren Klassenfahrten anschaut und die damaligen Freunde darauf betrachtet, muss er oft schmunzeln. Nicht weil sie damals Kinder waren, «sondern weil sie alle rote Augen auf den Bildern haben», sagt der Student aus Düsseldorf.
Solche Mängel lassen sich am Computer nachbessern. Praktische Lösungen sind spezielle Programme im Netz. Sie heißen Snipshot, Sumo Paint oder Picnik: Viele der Programme, die in ihren Grundfunktionen teils Photoshop ähneln, sind online gratis zu haben und leicht verständlich. Nutzer können damit etwa den Bildkontrast, die Helligkeit, das Größenverhältnis oder die Schattierung verändern.
«Der Vorteil dabei ist, dass die Programme nicht mehr aus dem Internet heruntergeladen werden müssen», sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt am Main. Hobbyfotografen könnten so ihre Bilder direkt im Netz bearbeiten.
«Technisch funktioniert die digitale Bildbearbeitung im Internet über sogenannte Flash- oder Java-Applikationen, die im Browser laufen», erklärt Jan Johannsen vom Internetportal netzwelt.de in Hamburg. Die auf den Anbieter-Webseiten verfügbaren Programme lassen sich dadurch per Mausklick oder durch Aufrufen der Seite öffnen.
Starten Nutzer die Anwendung von zu Hause aus, können sie Fotos direkt von der Festplatte hochladen. Danach werden sie wieder in den «Eigenen Dateien» gesichert. «Voraussetzung ist ein internetfähiger Rechner mit einem Browser, der den jeweils aktuellen Flash-Player unterstützt», sagt Mediendesigner Matthias Kieltyka aus Münster.
Es geht aber auch von unterwegs: Einige Programme wie Snipshot, FotoFlexer oder Picnik ermöglichen es, in sozialen Netzwerken gespeicherte Bilder ohne Umwege zum Bearbeiten hochzuladen. Wer also etwa ein Profil bei Facebook oder der Foto-Plattform Picasa hat, kann auf dort eingestellte Bilder zugreifen. Nach dem Editieren werden die Bilder wieder dorthin oder in andere Datenträger gespeichert.
Einziger Haken: Der Anwender hat viele Funktionen, kann sie meist aber nur begrenzt anwenden. So sind etwa bei Snipshot keine Bilder mit einer Größe von mehr als 10 Megabyte zugelassen. «Die Programme eignen sich also nur für Normalanwender wie Hobbyfotografen mit einschlägiger Digitalkamera», sagt Johannsen.
Dennoch haben die Onlineprogramme Potenzial. Neben Änderungen von Farbe oder Schrift können etwa Filter eingesetzt werden, die den Bildern eine Anmutung von Ölgemälden verleihen. Beliebt seien Effekte, die sich zum Entwerfen von Flugblättern verwenden lassen, sagt Lauri Koutaniemi vom Sumo-Paint-Anbieter Snap aus Finnland. «Viele nutzen den Foto-Editor auch, um eigene Bilder zu kreieren, die nicht auf Fotografien basieren.» Im Trend seien Fantasiebilder mit mystischen Landschaften.
Die Qualität der Programme sei stark vom Anbieter abhängig und könne nicht grundlegend verglichen werden, sagt Constanze Clauß. Daher probieren Verbraucher am besten verschiedene Lösungen aus. Vorsicht gelte bei kostenpflichtigen Premium-Versionen: Sie seien für Hobbyfotografen nur nach intensivem Einarbeiten lohnenswert.
kab/ruk
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