Mo., 13.02.12
Google und Datenschutz

Die IP-Adresse Ausweis, Telefonnummer und Fingerabdruck

Von news.de-Redakteur Karsten Busch

Artikel vom 12.04.2009

Sie ist der Dreh- und Angelpunkt für Werbetreibende, Staatsanwälte und Datenschützer. Für den Nutzer ist sie Fluch und Segen zugleich: die IP-Adresse. Zwölf Ziffern bestimmen unser Leben im Internet – und was wir darin sehen.

10.04.2009
Meine Meinung
Google - ein Spiegel unseres Selbst
Video: news.de

Der Irrglaube, man könnte sich anonym im Internet bewegen, hielt sich beim Ottonormalsurfer ungefähr so lange, wie das Internet eine rechtliche Grauzone war – wo kein Kläger, da kein Prozess. Doch dank einiger Aufsehen erregender Prozesse dürfte vielen Nutzern des Word Wide Web klargeworden sein, dass man sich kaum ohne Spuren durchs Netz bewegen kann.

«Es gibt keine Anonymisierung» sagt denn auch Uwe Robra, der Technische Leiter beim Landesbeauftragten für Datenschutz in Niedersachsen. Wo wir uns auch hinbewegen im Netz und welchen Dienst wir Nutzen, überall hinterlassen wir Spuren. Für Robra ist die Frage daher weniger «Sind wir anonym?», sondern vielmehr «Kann man beim Nachforschen nach persönlichen Informationen zu einem verwertbaren Ergebnis kommen?».

Die deutlichste Spur (aber nicht die einzige) in diesem Zusammenhang ist die IP-Adresse. Diese bis zu zwölfstellige Zahl identifiziert einen Internetanschluss eindeutig und kann von der jeweiligen Gegenstelle (Webseite, Telefoniedienste, Chatprogramm, Filesharing) gesehen und gespeichert werden. Sie ist keine Erfindung der Behörden sondern eine technische Vorraussetzung, damit Computer überhaupt miteinander in Netzwerken kommunizieren können.

Das Prinzip der IP-Speicherung betrifft alle Webseiten. Jeder Seitenbetreiber kann grundsätzlich die IP-Adresse eines Besuchers sehen und speichern - sei es eine einfache Homepage, ein Forum oder ein Blog. Auch die Wikipedia speichert Nutzerdaten und Seiten der deutschen Regierung tun es ebenfalls.Und natürlich nutzt auch Google diese Möglichkeit - das Unternehmen sammelt solche Daten, um seine Suchdienste optimieren zu können.

Die Beweggründe sind verschieden. Während Unternehmen zur Optimierung ihres Angebotes und ihrer Webseiten mehr über die Bewegungen und Besuche ihrer Kunden erfahren wollen, identifiziert Wikipedia zum Beispiel ihre Autoren anhand der Adresse und sperrt gegebenenfalls Wiki-Rowdys aus.

In dieser Speicherung und Nutzung liegt der Kern des Problemfeldes IP-Speicherung, das in Deutschland umstritten und rechtlich nicht klar geregelt ist. Es geht zum Einen um die Frage, ob eine IP-Adresse überhaupt eine personenbezogene Information ist. Denn um den Anschlussinhaber hinter der Adresse zu ermitteln, ist der Anruf der Staatsanwaltschaft nötig. Zumindest theoretisch.

Denn auch über technische Hilfsmittel kann man eine IP-Adresse einem sehr kleinen Personenkreis zuordnen; Nutzer, die in einem sozialen Netzwerk oder in einem Forum viel über sich preisgeben, sind sehr viel leichter mit einem Wohn- oder Arbeitsort zu verbinden. Eine Einschränkung ist hier, dass private Nutzer in der Regel alle 24 Stunden eine neue IP zugewiesen bekommen. Das geschieht, weil es zurzeit nicht genug Adressen für alle Anschlüsse gibt und fest zugeordnete IP-Adressen bislang ein Geschäfsmodell für den Unternehmensbereich darstellen.

Unsere IP-Adresse ist also unser Zugangscode fürs Internet. Sie ist unser Personalausweis, den Behörden verlangen können, den wir aber sicher nicht jedem zeigen wollen. Sie ist unsere Visitenkarte, denn wir hinterlassen in Verbindung mit ihr Informationen. Sie ist unsere Telefonnummer, denn ohne sie funktioniert Software wie Skype nicht. Und sie ist vor allem unser Fingerabdruck, denn in Zeiten der Vorratsdatenspeicherung kann man dank ihr auch Nutzerbewegungen und -aktionen aus der Vergangenheit nachvollziehen.

All das sind Gründe genug, sorgsam mit der IP-Adresse umzugehen – persönlich und von staatlicher Seite. Und es gibt noch einen anderen: Unternehmen wie Google und Amazon haben Server auch außerhalb von Deutschland - und damit fallen dort gespeicherte Daten nicht unter deutsches Recht.

Doch Gerichte sind sich ohnehin uneins darüber, ob Google & Co. diese Daten speichern dürfen. Ob diese Entscheidung überhaupt eindeutig möglich ist und wann sie getroffen wird, ist derzeit nicht abzusehen.

seh
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Die IP-Adresse: Ausweis, Telefonnummer und Fingerabdruck » Technik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/technik/800161168/ausweis-telefonnummer-und-fingerabdruck/1/
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Leserkommentare (7)
  • Kommentar: 7
  • 17.05.2009 19:06
von

Ich will doch nur die nummer von angela merkel :D

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  • Kommentar: 6
  • 16.04.2009 11:10
von

Kommentar von Datenwachschutz.de wegen Verstoßes gegen unsere Netiquette gelöscht.

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  • Kommentar: 5
  • 16.04.2009 09:45
von

Kommentar von Datenwachschutz.de wegen Verstoßes gegen unsere Netiquette.

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  • Kommentar: 4
  • 16.04.2009 09:02
von

wir helfen bei der Löschung unerwünschter Daten im Internet

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  • Kommentar: 3
  • 13.04.2009 04:08
von

...und was genau hat das jetzt mit dem Artikel zu tun, Herr Mensah? Hier geht es um Technik, nicht um politikfrustrierte Polemik?

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  • Kommentar: 2
  • 12.04.2009 18:34
von

...aber inzwischen sind wir Bürger ja schon so transparent geworden (und werden es von Tag zu Tag mehr) dass die "Polittiker" und anderes Gesocks schon so locker durch uns hindurchsehen können,dass sie uns schon gar nicht mehr wahrnehmen u. ergo der Wille des Bürgers denen doch glatt am A..sch vorbei geht.Irgend wann sind wir dann so durchsichtig,dass dass wir dann überhaupt nicht mehr wahrgenommen,ernstgenommen,angenommen werden,so dass wir für die Politiker,die ja unsere Volksvertreter sein sollten,gar nicht mehr existieren - denn was man nicht sehen kann kann ja auch wohl nicht da sein. ...

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  • Kommentar: 1
  • 12.04.2009 13:58
von

Ja auch der Peer Steinbrück wird wohl die IP Adresse bei online Banking nutzen, um nach zu forschen wer hat den genau ein Schwarzes Konto irgendwo in der Welt.

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