Die Revolution frisst ihre Kindles
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Artikel vom 09.02.2009Der Kindle bekommt einen Nachfolger. Gerüchten zufolge soll die überarbeitete Version des elektronischen Buches ab Februar in den USA zu haben sein. In Deutschland gibt es bisher nicht einmal das Original.
In den USA zündet Amazon nun aber bereits die zweite Stufe. Details gibt es auf einer heute anstehenden Pressekonferenz, doch dank aktiver Blogger sind erste Details schon durchgesickert – darunter auch die Pressefotos von Amazon.
Demnach soll der neue Kindle bereits am 24. Februar in den Handel kommen und 359 US-Dollar (fast 280 Euro) kosten – schreibt zumindest der Schweizer Blogger Alexander Turcic auf mobileread.com. Ob diese Angaben stimmen, wird die heutige Pressekonferenz zeigen – die von ihm mitgelieferten Amazon-Fotos sind hingegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit echt. Gleichzeitig hat das Wall Street Journal seine Kontakte spielen lassen und erfahren, dass Stephen Kings neuester Roman zunächst nur über den Kindle erhältlich sein soll.
Was ist neu beim Kindle 2.0? Hier lassen sich zumindest von den Bildern her schon ein paar Aussagen treffen. Am unteren Ende des Gehäuserückens sind jetzt Stereolautsprecher, das Gerät ist sehr dünn geworden und die Rückseite ist aus edlem gebürsteten Aluminium. Den sperrig-verschrobenen 80er-Jahre-Look seines Vorgängers hat der Kindle 2 somit abgelegt oder eingebüßt - wie auch immer man das beurteilt.
Der Bildschirm ist weiterhin schwarz-weiß. Zum Einsatz kommt hier die erprobte E-Ink-Technologie, was für elektronische Tinte steht. Diese Bezeichnung hat wohl eher PR-Gründe, da sie auf die angenehme Lesbarkeit des Kindle hinweisen soll. Denn die Displays funktionieren nicht über eine Hintergrundbeleuchtung, auch flimmern sie nicht, was die Augen schont. Vielmehr entsteht das Bild aus einzelnen Bildpunkten, die die Buchstaben fast ohne Stromverbrauch anzeigen. Nur wenn geblättert wird, also eine neue Seite geladen wird, braucht es Strom – und eben auch ein wenig Zeit.
Wie groß der Speicher des neuen Geräts ist, steht noch nicht fest – auf dem Auslaufmodell haben 200 Bücher Platz gefunden. Notizen wird man auch weiterhin am Rand machen können. Bislang nannte Amazon auch keinerlei Absatzzahlen für seinen Reader. Insgesamt wird heute nach Branchenschätzungen gerade einmal jedes 100. Buch als E-Book verkauft, doch es sollen schnell mehr werden.
Sinn- oder Sinnlosigkeit eines solchen Geräts hin oder her – allein schon der Gedanke, es nicht bestellen zu können, dürfte den einen oder anderen deutschen Technikfan nerven. In den USA ist der Kindle seit Ende 2007 auf dem Markt. Hierzulande klemmt die Einführung jedoch noch, trotz einer umfangreichen Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst.
Ob das etwas mit dem Namen zu tun haben könnte? Schließlich leben wir in einem Land, in dem historisch bedingt schlechte Erfahrungen mit Feuer und Büchern gemacht wurden. Das englische Verb «kindle» heißt nämlich so viel wie «anfachen» oder «entzünden».
ruk
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Christoph Schäfer ist Mitarbeiter bei der Stiftung Lesen. Mit ihm sprach news.de über die Zukunft des Lesens mehr ...
Buch ohne Papier - ist Amazons Kindle wirklich der Funken für ein neues Zeitalter oder doch mehr ...
Das Ende des Buchs wurde schon mehrfach ausgerufen. Doch je großspuriger die Ansage, desto krasser das Scheitern. mehr ...
Beim Thema E-Book wird es konkret: Auf der Buchmesse präsentierte Sony heute sein Modell, mit dem mehr ...