Fernbedienung Toshiba Wisch und Weg

Toshiba Gestensteuerung (Foto)
Das Filmangebot ganz einfach durchwinken: Mit Toshibas «Spatial Motion Control» . Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Zappeln statt zappen: Toshiba hat den Prototypen einer Gestensteuerung vorgestellt, der die Fernbedienung vergessen lassen soll. Anstatt auf Knöpfe zu drücken, wählt der Zuschauer den Film mit Handbewegungen aus. Technologische Befreiung oder komplett sinnfrei?

Wenn es um Neuerungen geht, ist Toshiba schon aus Tradition innovativ. Das hat sich auch nach der Niederlage der HD DVD im Kampf um die DVD-Nachfolge nicht geändert – hier musste man sich letztlich Sonys Blu-ray-Disc geschlagen geben.

Nun haben sich die Kreativkräfte aus Japan vorgenommen, das Konzept der Fernbedienung radikal zu überdenken. Zu sehen war der aktuelle Entwicklungsstand dieser Forschungsrichtung auf der Consumer Electronic Show (CES): Ein Fernseher mit integriertem Mediaplayer, der sich über Handbewegungen steuern lässt. Dabei erscheint auf dem Bildschirm eine Kugel, die sich aus kleinen Vorschaubildchen der gespeicherten Filme zusammensetzt.

Wischt man mit der Hand nach links oder rechts, folgt die Kugel der Bewegung und dreht sich – die Screenshots weiterer Filme erscheinen. Werden beide Hände zusammengeführt, zoomt man an die Kugel heran, Hände auseinander schiebt den Bildball umgekehrt wieder etwas weiter weg. Hat der Zuschauer sich für eine Datei entschieden, muss er die Hand zurückziehen, dann startet der Film. Läuft die Wiedergabe, lässt sich durch Winkbewegungen nach links oder rechts der Film vor- und zurückspulen.

Technisch möglich wird dies durch eine Kamera, spezielle Software und den extrem leistungsfähigen Prozessor, der die neusten Toshiba-Flachbildfernseher antreibt. Kein anderer als der von der Playstation 3 bekannte Cell-Chip sorgt bei Toshiba dafür, dass die digitalen Daten zu Bewegtbildern umgerechnet werden. Dieser Hochleistungsprozessor erlaubt es den Japanern bereits jetzt, fortschrittliche Fernseher zu bauen, die das normale Fernsehsignal deutlich aufhübschen.

Toshiba experimentiert schon seit längerem mit der Gestensteuerung. Im vergangenen Sommer war der Laptop dran: Mithilfe des Daumens konnte ein Mauszeiger auf dem Desktop bewegt und geklickt werden. Seither hat sich viel getan, die Navigation auf dem Fernsehbildschirm läuft deutlich besser als auf dem Laptop. Stellt sich nur die Frage, ob die Technologie im Alltag wirklich Sinn macht.

Sicherlich erspart die Gestensteuerung das lästige Suchen nach der Fernbedienung. Im Alltag dürfte das Gewinke und Geschubse jedoch bald kräftig nerven. Außerdem erscheint die Fehleranfälligkeit des Systems sehr hoch: Was, wenn man sich während des Films kurz streckt? Springt dann der Film automatisch ein Kapitel weiter?

Abgesehen davon: Das Gefuchtel mit erhobenen Händen strengt an. Wer sich schon einmal über schwächer werdende Batterien in der Fernbedienung geärgert hat, weiß, worum es geht. Nichts frustriert ähnlich stark, wie wenn man für jedes Umschalten genau auf den Fernseher zielen muss. Für die körperliche Ertüchtigung vor der Mattscheibe ist die Wii sowieso die bessere Alternative.

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