Fahrraddiebstahl Rache im Moment des Frevels

Fahrräder sind beliebte Fortbewegungsmittel – so beliebt, dass sie häufig geklaut werden. Ein britischer Designer hat nun das Fahrradschloss mit eingebauter Rachefunktion entwickelt: Fahrraddiebe, die versuchen, das Kabel durchzuschneiden, werden mit Farbe bespritzt.

Smartlock (Foto)
Schadenfreude eingebaut: Der Fahrraddieb hinterlässt beim SmartLock definitv Spuren am Tatort. Bild: news.de

Millionen Fahrräder werden Jahr für Jahr auf der Welt gestohlen, 2006 registrierte das Bundeskriminalamt in Deutschland 370.000 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, schließlich wird nicht jeder Diebstahl bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Das Fahrrad sieht der rechtmäßige Eigentümer nur in den seltensten Fällen wieder. Dann ist die Wut auf den Dieb groß, Rachegelüste kommen hoch.

Genau hier setzt das Fahrradschloss von Mike Lambourn an: Der Akt der Rache kommt im Moment des Frevels. Versucht der Dieb nämlich, das SmartLock durchzuschneiden, werden er, der Diebstahlort und das Rad explosionsartig mit Farbe bespritzt. Panik, Angst und Scham sind programmiert – fraglich, ob der Dieb dann das Rad überhaupt noch mitnimmt. Und selbst wenn: Wenigstens bleibt einem ein Rest von Schadenfreude.

Die Farbe lässt sich zwar auswaschen, aber spätestens wenn der Dieb das nächste Mal in einer Disko steht, dürfte er die zweite böse Überraschung erleben. Das Schloss verspritzt nämlich außerdem einen nicht auswaschbaren Farbstoff, der unter UV-Licht sichtbar wird. Für die Strafverfolgung eignet sich das zwar nicht, oder man müsste die Hälfte der männlichen Jugendlichen wegen Flecken auf ihren Hosen wegsperren.

Der Mechanismus ist einfach wie genial: In die Ummantelung des Schlosses sind vier Kammern mit Flüssigkeit eingearbeitet – je zwei mit Tinte und zwei mit der unsichtbaren Farbe. Jede dieser Zellen ist mit einer Luftdruckkammer ausgestattet. Wird die Hülle zerstört, entweicht der Druck und reißt die Flüssigkeit mit. Schaut man sich das zugehörige Youtube-Video an, funktioniert die Technik sogar zu gut: Nicht nur Rad und Dieb, sondern auch die komplette Umgebung wird mit Farbe beschmutzt.

Damit hat der Erfinder Lambourn eines seiner wichtigsten Ziele verfehlt. Das Schloss hätte nämlich trotz aller Beteuerungen doch nachteilige Auswirkungen für den Besitzer, da Autofahrer, Passanten und Hausverwalter alles andere als glücklich auf die Beschmutzung reagieren dürften. Abgesehen davon könnte nach jahrelangem Verschleiß das Schloss auch mal nach hinten losgehen.

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