Neues Touchscreen-Handy Blackberry tastet sich in Privatmarkt vor

BlackBerry Storm (Foto)
RIM bläst zum Sturm auf den Touch-Handy-Markt. Bild: ap

Der Blackberry-Hersteller RIM möchte nun auch im lukrativen Geschäft mit Touchscreen-Handys mitmischen. Glaubt man dem Namen «Storm», soll der Privatkundenbereich im Sturm genommen werden.

Mit seinem Blackberry Storm tritt der kanadische Hersteller RIM in Konkurrenz zum iPhone von Apple und dem Google-Handy von T-Mobile. Glaubt man den Testern des Technologie-Blogs Engadget, dann ist der Touch-Blackberry eine interessante Alternative, die aber weiterhin ihre Stärken im Geschäftsbereich hat.

Zum einen ist das Gerät noch größer als das iPhone und passt damit definitiv nicht mehr in die Hosentasche. Dafür bietet es die bislang beste Touchscreen-Lösung zum Schreiben von Emails: Im Hochformat-Modus sind die Bildschirm-Tasten wie bei früheren Blackberrys mit zwei Buchstaben belegt. Dreht man das Gerät zur Seite, erscheint eine vollständige QWERTZ-Tastatur auf dem Touchscreen. In beiden Fällen sind die Tasten angenehm groß und lassen sich auch mit dem Finger treffen. Erstmals soll damit eine Touchscreen-Tastatur sogar mit richtigen Tasten mithalten können.

Großes Plus des Storm: Im Gegensatz zum iPhone ist das Kopieren und Einfügen von allen möglichen Textbausteinen möglich. Einen neuen Weg ist RIM auch mit der Touchscreen-Bedienung gegangen. Erstmals klickt man die Auswahl auch wirklich an, wobei das ganze Display physisch nachgibt. Dafür wurde die Bedienoberfläche auf einem Klickmechanismus gelagert.

Die Bedienung funktioniert also folgendermaßen: Mit Wischbewegungen scrollt man, antippen markiert die Auswahl und per Klick wird die jeweilige Funktion ausgeführt. Den Testern von Engadget zufolge funktioniert diese Bedienung hervorragend. Erste Bedenken, dass der Unterschied zwischen antippen und klicken zu gering sein könnte, haben sich nicht bestätigt. Alles in allem sorgt der neue Blackberry damit tatsächlich für einen Sturm in der Bürowelt.

Ob der avisierte Einstieg in den Privatbereich gelingt, bleibt jedoch offen. Denn so gut der Blackberry in seinem Brot- und Buttergeschäft, den Emails und der Adressverwaltung auch ist - im Multimediabereich muss er noch Lehrgeld zahlen. Zwar verfügt das Gerät über ein 3,25 Zoll großes Display, das mit seinen 480 mal 360 Pixeln ein helles und detailreiches Bild machen soll, doch beim Surfen und den Multimediafunktionen ist der Storm noch nicht so weit wie iPhone und Co.

Die Videowiedergabe ist etwas ruckelig, Internetseiten bauen sich nicht in jedem Fall fehlerfrei auf, und vor allem das vorbildlich-weiche Scrollen des iPhones kann der Storm nicht bieten. An der Übertragungsgeschwindigkeit liegt das nicht: Der Storm beherrscht die UMTS-Datenturbos HSDPA zum schnellen Herunterladen von Daten und HSUPA zum schnellen Versenden. Darüber hinaus verfügt der Blackberry immerhin über eine 3,2-Megapixel-Kamera.

Der Blackberry Storm, der in Deutschland voraussichtlich ab Mitte November erhältlich sein soll, wird europaweit exklusiv von Vodafone vermarktet. Damit hofft der große Mobilfunker, nun endlich dem iPhone ein ähnlich glamouröses Gerät entgegensetzen zu können. Über die Tarife und Gerätepreise steht noch nichts fest, Vodafone Deutschland hat lediglich angekündigt, sich an der Konkurrenz orientieren zu wollen. Branchenkenner rechnen mit abgestuften Komplett-Tarifpaketen, wie sie T-Mobile fürs iPhone 3G anbietet. Den Storm dürfte es dann je nach Monats-Gebühr zu subventionierten Preisen zwischen 20 und 200 Euro geben.

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