Frauen an die Spiele
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 19.08.2009
Vier Tage lang avanciert Köln zum neuen Mekka der Videospieler. News.de spricht mit Franko Fischer vom Schauplatz Koelnmesse über die Schwerpunkte der Messe, den schon proklamierten Erfolg der Gamescom und Optimismus in Sachen Besucherzahlen.
Herr Fischer, die einen Messebesucher jagen nach Give-aways, die andere stehen stundenlang in Warteschlangen, um neue Spiele auszuprobieren. Was aber steht im Mittelpunkt der Gamescom?
Fischer: Natürlich die gesamte europäische Games-Community. Wir wollen allen - vom Intensivspieler bis zum Casual Gamer - etwas bieten. Nichts anderes sagt auch unser Motto «Celebrate the Games» (Feiert die Spiele). Für die Gamescom ist jede Zielgruppe interessant. Doch bei uns geht es nicht nur ums Spielen, sondern auch um Entertainment. Ganz Köln feiert mit.
Wer gehört denn in besagte Zielgruppe?
Fischer: Familien, Fans und Freunde der interaktiven Unterhaltung. Und verstärkt natürlich weibliche Spielerinnen.
Was bietet die Gamescom den zockenden und noch nicht zockenden Frauen?
Fischer: Spiele auf den Konsolen stehen da stark im Fokus. Und seitens der Aussteller werden viele Musikspiele gezeigt, die von der weiblichen Zielgruppe besonders gerne gespielt werden.
Frauen sind die eine große Zielgruppe der vergangenen Jahre. Kinder eine weitere. Was wird hier geboten?
Fischer: Breit aufgestellt ist der Schwerpunkt Info- und Edutainment. Viele Publisher, die auf der Messe vertreten sind, setzen hier neue Titel. Solche Angebote sind natürlich nicht nur für Kinder interessant, sondern auch für deren Eltern. Deshalb werden diese Spiele in Halle 8 gezeigt, wo auch das Thema Jugendschutz vertreten sein wird. Und dort können sich Eltern nicht nur anschauen, was ihre Kinder zocken. Sie können sich auch begleitend informieren lassen - in Diskussionen wie bei Vorführungen.
Apropos Halle. Das Kölner Messegelände ist groß und den Besuchern werden vier Hallen offenstehen. Muss lauffit sein, wer die Gamescom besucht?
Fischer: Die Hallen sind auf dem kürzesten Weg miteinander verbunden. Zudem liegen alle am Messeboulevard, sodass man nicht außer Atem ist, wenn man sich überall umschaut. Zudem sind die Hallen thematisch ausgelegt. Halle 8 ist der Family-Bereich, Halle 9 ist dem eSport sowie Online- und Browsergames gewidmet und in den Hallen 6 und 7 finden sich die vielen Neuheiten, also auch die Sport- und Musikspiele. So kann jeder auswählen, was den eigenen Neigungen am besten entspricht.
Ist es das, was bei der Koelnmesse für so optimistische Stimmung sorgt, dass man mit mindestens 200.000 Besuchern rechnet?
Fischer: Das auch. Aber vor allem liegt Köln inmitten der bevölkerungsreichsten Region Europas. Im Umkreis von 300 Kilometern leben mehr als 100 Millionen Menschen. Hinzu kommt, dass Köln verkehrsgünstig gut angebunden ist. Mit dem Flughafen Köln/Bonn und dem Frankfurter Flughafen, auf dem auch Maschinen aus den USA landen und von dem aus man in einer Bahnstunde in Köln ist, ist der Standort gerade für die Branche optimal.
Für die Spieler ist das nicht ausschlaggebend. Die reisen seltener mit dem Flugzeug an, eher mit der Bahn. Und die hat ihre beiden Sonderzüge zur Gamescom gestrichen. Ist das ein Zeichen?
Fischer: Für uns ist das nicht beunruhigend. Gerade die junge Leute sind mobil und kommen auf eigene Weise zur Messe. Zudem hatten wir die Aktion nicht gesondert beworben. Und es sind genügend andere Züge vorhanden, mit denen man Köln erreichen kann. Darüber hinaus sind die Hotels der Stadt schon sehr gut gefüllt, wenngleich noch Kapazitäten frei sind.
Das klingt, nach vielen verkauften Tickets.
Fischer: Wie viele verkauft wurde, können wir öffentlich natürlich nicht sagen. Aber die Zahlen liegen über denen des Vorjahres. Noch hält sich aber das Verhältnis zwischen Eintages- und Mehrtagesbesuchern die Waage. Aber am Wochenende wird definitiv die Spitzenzeit der Besucher sein.
Bleiben Sie für die Gamescom optimistisch, bei einem Blick darauf, dass das Wachstum beim Umsatz in der Branche nur noch bei einem Prozent liegt oder schlägt sich die Wirtschaftskrise hier doch nieder?
Fischer: Anders als der internationale Trend ist der Trend auf dem deutschen Spielemarkt weiterhin auf einem guten Wachstumspfad. Und die Innovationskraft ist ungebrochen. Die Gamesbranche fasziniert mit immer neuen Produkten. Aber um es mal deutlicher zu machen: In unseren Gesprächen mit den Ausstellern stand nie die Frage, ob eine Ausstellung stattfinden wird, sondern nur in welcher Form diese stattfinden wird.
kat/news.de
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