Schadsoftware Getarnte Eindringlinge

Internetkriminelle schmuggeln immer besser getarnte Schädlinge auf die Rechner ihrer Opfer. Die sollen unerkannt die Festplatte ausspionieren oder den PC für Spamangriffe fernsteuern. Teilweise tricksen sie sogar die Antivirenprogramme aus.

Viren und Trojaner werden immer professioneller und unauffälliger. (Foto)
Viren und Trojaner werden immer professioneller und unauffälliger. Bild: dpa

«Malware will nicht mehr auffallen», erklärt Prof. Harald Baier vom Center for Advanced Security Research (CASED) an der Hochschule Darmstadt. Wurden früher viele Schädlinge programmiert, um PC-Nutzer zu ärgern, steht hinter Malware heute wirtschaftliches Interesse. Schadsoftware schließt zum Beispiel Millionen PCs zu «Botnetzen» zusammen, die dann gegen Geld als Spamschleudern vermietet werden.

Um versteckt zu bleiben, sorgt manche Malware dafür, dass Virenscanner ihre Virensignaturen nicht aktualisieren. Baier rät, Sicherheitssoftware von einem sauberen Rechner auf einen Datenträger wie eine bootfähige CD zu kopieren und damit einen Computer zu überprüfen. «Da wären viele Leute überrascht, was sie auf ihrem Rechner finden.»

Dennoch sollte auf jedem Computer ein Antivirenprogramm installiert sein. Doch so mancher Nutzer vergisst das eben oder aktualisiert die Software nicht regelmäßig. Deswegen ist es also praktisch, wenn man die Zeichen früh erkennen könnte, die für Schädlinge auf dem Rechner sprechen. Doch das wird immer schwerer.

Ein Indiz für Schadprogramme sei ein deutlich vermindertes Tempo beim Hochfahren oder beim Öffnen von Dateien, so die Experten des IT-Branchenverbands Bitkom. Malware braucht wie jedes Programm Ressourcen und bremst den Computer daher unter Umständen aus.

Das Problem: Die Ursache für ein langsames System kann auch an falsch installierter Software oder an einem schlecht konfigurierten System liegen. Und vor allem Windowssysteme, die schon länger im Betrieb sind, neigen zum Lahmen. Bestenfalls hilft ein Blick in den «Task-Manager», um zu sehen, ob ein unerwünschtes Programm oder ein unerwünschter Prozess bremst. Unter Windows XP lässt er sich über das gleichzeitige Drücken der Tasten «Strg», «Alt» und «Entf» aufrufen.

Während der Nutzer mit den vom Task-Manager aufgelisteten, gerade aktiven Anwendungen meist etwas anfangen kann, steht unter «Dienste» eine unverständliche Liste von Einträgen. Dann helfen Programme wie das gratis erhältliche System Explorer. Es listet ähnlich wie der Task-Manager aktive Programme, Dienste oder Netzwerkverbindungen auf.

Zudem bietet System Explorer eine Einordnung dieser Einträge, und der Anwender kann einzelne Dateien auf die Website Virustotal hochladen lassen. Der Analysedienst überprüft sie dann kostenlos auf Viren, Würmer, Trojaner und sonstige Schädlinge.

Rödelt die Festplatte, obwohl man nichts am Rechner macht, kann das auf ein Virenproblem hinweisen. Meist arbeitet zwar nur ein harmloses Programm wie der Windows-Updater. Vielleicht späht aber auch Malware die Platte aus. XP zeigt in der Systemsteuerung unter «Geplante Task», ob ein Windowsdienst seine Arbeit tut oder nicht.

Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kennt man viele klassische Signale für Viren: Das Betriebssystem kann auf bestimmte Laufwerke oder Datenträger nicht zugreifen. Der Rechner startet nicht oder nur langsam. Dateien lassen sich nicht ändern oder speichern. Die Browserstartseite wurde geändert.

Tritt eines dieser Probleme auf und lässt es sich nicht anders erklären als mit einem Malwarebefall, wird der Anwender besser aufmerksam. Denn rund 8,8 Millionen Bundesbürger hatten laut Bitkom schon einen Virus auf dem Rechner, der auch Schaden angerichtet hat.


Weiterführende Links:

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fme/mat/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 1
  • 15.08.2009 15:43

Das Problem ist schlicht, dass die 'von der anderen Seite' das Geld haben und sich nicht scheuen, es auszugeben. Ansonsten wird überall gespart, gespart, gespart. Da bleiben eigentlich nur noch die Softwareschmieden selbst, die aus Imagegründen einiges gegen Computerviren tun.

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