Viel Leipzig in Köln
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 12.08.2009Der Countdown für die Gamescom läuft. In Köln soll die Spielemesse überzeugen, dass die Entscheidung, Leipzig den Rücken zu kehren, richtig war. Bislang kann die Messeleitung aber nur mit Zahlen beeindrucken. Ob das zum Erfolg reicht, muss sich zeigen.
420 Aussteller aus 30 Ländern. Mehr als 100 spielerische Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren auf einer Ausstellungsfläche von 120.000 Quadratmetern. Sechs gefüllte Messehallen, von denen zwei den Fachbesuchern vorbehalten sind. Die Koelnmesse weiß mit großen Zahlen Eindruck für die Gamescom zu schinden.
Es soll ein «wahres Feuerwerk an Spielepremieren» geben, «ein spektakuläres Event- und Entertainmentprogramm» und scheinbar ganz Köln soll zum Tummelplatz des Gamescom Festivals werden. Und in großer olympischer Manier gibt Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt den etwas verfrühten Startschuss: «Die Spiele können beginnen.»
Die Begeisterung, dass die Spielemesse, die Jahre lang unter dem Namen Games Convention in Leipzig residierte, nun in der nordrhein-westfälischen Metropole eine Heimstätte findet, ist groß. Für die Branche ist sie zudem und vor allem praktisch. Denn viele der namhaften Publisher haben sich im Großraum Köln-Bonn angesiedelt - und für die weiter entfernten scheint die Anreise in die Domstadt leichter zu bewerkstelligen zu sein als die nach Leipzig.
Für die Fans, die Spieler, ist das vor gut einem Jahr vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware verkündete «Adieu Leipzig und hallo Köln» noch immer ein zweischneidiges Schwert. In vielen Gamer-Foren zeigt sich: Die einen freuen sich, die anderen sind sauer und wollen die für sie lange Fahrt nicht auf sich nehmen.
Dass die Besucherzahlen deutlich höher ausfallen als bei der jüngst nicht ganz wie erwartet gelaufenen Games Convention Online (GCO), ist unbestreitbar. Welche Auswirkungen der verhaltene Erfolg der GCO auf die Gamescom hat, die zumindest zum Teil ebenfalls auf Onlinespiele setzt, dazu will sich die Koelnmesse nicht positionieren. Fragen im Zusammenhang mit Wettbewerbsmessen werden nicht beantwortet.
Große Namen locken Gamer
Dass der Besucherstrom, den die Veranstalter schon früh oberhalb der im vergangenen Jahr erreichten Games-Convention-Zahlen sehen, allein der neuen Stadt zu verdanken sein wird, ist fraglich. Die größere Zahl der Hotelbetten und eine etwas verkehrsgünstigere Anbindung lockt jedenfalls keine Spieler hinter dem Ofen vor.
Die Stadt selbst ist zwar zur Abwechslung mal eine andere Kulisse. Doch für die Branche wird es hauptsächlich darum gehen, mit Geschäftspartnern in Kontakt zu kommen und manchen finanziell hochkarätigen Vertrag unter Dach und Fach zu bringen.
Und die Spieler dürften vorrangig durch große Publisher-Namen gelockt werden. Allein, dass Nintendo wieder auf einer europäischen Spielemesse vertreten ist, Leipzig hatte der Konzern zuletzt links liegen lassen, ist schon ein bedeutungsschweres Zeichen. Aber auch Ubisoft, Electronic Arts, Blizzard Entertainment, Sony, Sega und viele andere waren und bleiben absolute Zuschauermagnete.
Letztlich muss das Konzept der Gamescom überzeugen. Und das bietet - auf den ersten, oberflächlichen Blick - nichts anderes als die Games Convention bisher in Leipzig. Abgesehen von zusätzlichen, thematisch organisierten Plätzen, an denen neben den Ausstellerständen gezockt werden kann, und einem Cosplay-Weltrekordversuch, also die massenhafte Versammlung von kostümierten Spielefans, trifft der Informationen Suchende auf Bekanntes.
Neben allerlei neuen Spielen, gibt es einen Bereich für jene, die ihre berufliche Zukunft in der Games-Branche suchen, einen Bereich für die Casemodder - also Kreative, die ihre PC-Gehäuse optisch extrem aufmöbeln -, einen weiteren Bereich, der dem pädagogischen und jugendschützerischen Engagement gewidmet ist, die deutsche eSport-Elite ist ebenfalls vertreten und drumherum jede Menge Aktivitäten, damit der Messebesucher in Köln nicht mit schmerzenden viereckigen Bildschirmaugen heimfährt. Angefangen bei sportlichen Aktivitäten über Konzerte bis hin zu heißen Öfen - also Motorrädern.
Den einen oder anderen neuen Hingucker gibt es trotzdem. So treten etwa die besten deutschen Counter-Strike-Spielerinnen im Wettkampf gegeneinander an. Zudem vergibt die Messe den Gamescom Award - einen eigenen Preis zur Prämierung der besten Spiele, die auf der Messe vorgestellt werden.
Womit sich die Gamescom noch von ihren Wurzeln abgrenzt, wir sich erst in Köln zeigen. Und erst dort wird vielleicht bewiesen, ob die Gamescom tatsächlich eine eigene, neue Messe ist.
Weiterführende Links:
Gamescom: 200.000 Besucher, 300 Aussteller, 25 Länder
Games Convention: Neue Runde im Kampf Leipzig gegen Köln
Spielemessen: Böses Spiel zwischen Leipzig und Köln
Also ich sehe keine neuen Sachen im Gegensatz zur GC, außer das der Standort anders heißt und es teurer ist denn nen Spiele preis gab es zur GC auch schon, der hieß Best of GC. Das einzige was mir auffällt ist, das diese sogenannte „gamescom“ eine Raubkopie mit weitaus weniger Ausstellern ist und das man den neuen Termin der im September lag wieder in den August verlegen musste und das sicherlich nicht weil es ein großes Interesse gab. Desweitereh hat die Deutsche Bahn Ihre geplanten Sonderzüge abgesagt, was sicherlich nicht wegen Überfüllung passiert ist.
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