Kaufberatung Heil durch den Laptop-Dschungel

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Äußerlich ähnlich, tausend Varianten, verwirrte Käufer: Den passenden Lapop zu kaufen, bringt manchen zur Verzweiflung. Bild: istockphoto

Von den news.de-Redakteuren K. Busch und F. Meinzenbach
Ein neuer Laptop soll es sein. Doch bei einer undurchschaubaren Vielfalt an Bauarten, Austattungen und Preisklassen ist die Suche nach dem passenden Gerät nervenaufreibend. Die Kaufberatung von news.de hilft.

Es gibt Menschen, die gehen in ein Geschäft, kaufen sich den Laptop, den sie bezahlen können und sind zufrieden damit. Doch das kann man getrost als Glücksfall bezeichnen, denn allzu vielfältig sind die Nachteile, die so ein Blindkauf haben kann. Schnell nervt der laute Lüfter oder die kurze Akkulaufzeit, nervt das hohe Gewicht oder das falsche Display - und die meisten Käufer wechseln ihr Gerät nicht jährlich.

1. Mac oder PC?

Früher ein wahrer Glaubenskrieg, heute vor allem Geschmackssache: die Entscheidung zwischen Windows und Mac OS von Apple. Seit Vista ist Microsofts Betriebssystem in Sachen Sicherheit und Ausstattung mit Apples Leopard auf gleicher Höhe, schreibt etwa das c't-Magazin.

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Spätestens mit dem furios gestarteten Windows 7 fällt die Entscheidung zwischen Apple oder Windows etwas schwerer. Mac-Rechner sind vergleichsweise teuer, auch Software und Zusatzgeräte kosten oft mehr. In Sachen Verarbeitungsqualität und Akkulaufzeit setzen aber gerade die letzten Modelle durchaus Maßstäbe. Zudem hat Mac OS durch seine intuitive Bedienung immer wieder Lob eingeheimst.

Windows hat jedoch mächtig aufgeholt, bedient sich zwar immer noch gewohnt «windows-artig», aber einfacher als früher. Dazu kommen viele neue und hilfreiche Funktionen. Die Auswahl passender Computer ist nicht wie bei Apple eingeschränkt. Außerdem gibt es für Windows-Rechner mehr Software sowie mehr preiswertere Zusatzhardware.

2. Die Bauform

So viel Auswahl bei den Größen wie heute gab es nie. Die günstigen Netbooks gehören derzeit zu den beliebtesten Rechnern, sind sehr klein, handlich und laufen bis zu 13 Stunden. Leider wird häufig vergessen, dass Netbooks eigentlich nur als Zweitgerät in Frage kommen - schon durch die geringe Ausstattung. Ihre Stärke ist der mobile Einsatz, langes Arbeiten an ihnen ist kaum möglich und aus ergonomischer Sicht ungesund.

3. Das Display

Noch immer gilt: Wenn man weiß, welches Display man möchte, verringert sich die Auswahl der passenden Modelle bereits drastisch. Erstes Kriterium: Matt oder glänzend? Die meisten aktuellen Laptops verfügen über ein glänzendes Display - das soll für brillantere Farben und einen strahlenden Ersteindruck sorgen. Nachteil: Glänzende Displays spiegeln teils sehr stark.

Ähnlich wie früher beim Röhrenfernseher lässt sich bei Sonnenlicht oder hellem Lampenschein der Inhalt schlecht erkennen - von einigen speziell entspiegelten Geräten abgesehen. Wer zudem keine Lust hat, sich die ganze Zeit beim Arbeiten beobachten zu können, sollte auf ein mattes Displays setzen. Die gibt es nach wie vor, trotz des Spiegeltrends. Besonders bei den Business-Geräten sind die matten Schirme verbreitet.

Zweites Auswahlkriterium ist die Größe des Bildschirms. Größere Displays von 15 Zoll und mehr eignen sich hautpsächlich für Spieler, Filmliebhaber oder für professionelle Büro- und Multimedia-Anwendungen, kleinere Displays zwischen 10 und 14 Zoll sorgen für mehr Mobilität als die großen, schweren 17- oder 19-Zöller.

Die Größe allein ist nicht ausschlaggebend für optimales Arbeiten, denn auch die Auflösung, also die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) des Displays muss stimmen. Ab 15 Zoll sind eigentlich Auflösungen mit 1440 Pixel Breite und mehr optimal, eine geringere Pixelzahl verschwendet wertvollen Platz. Doch die meisten Geräte bleiben darunter - da sparen die Hersteller. Weniger als 1366 Pixel Breite sollten es nicht sein ab 13 Zoll Displaygröße.

Wer das Gerät draußen oder in sehr hellen Umgebungen benutzen wird, ist zwingend auf ein helles Display angewiesen - das dürfte vor allem Netbooks betreffen. Hier helfen der persönliche Blick aufs Vorführgerät oder die Kundenbewertungen von Onlineshops oder Internetforen.

4. Der Akku

Bei der Stromversorgung ist das Wichtigste schnell gesagt. Wird das Gerät kaum jenseits einer Steckdose eingesetzt, ist die Akkulaufzeit zweitranging und es kommen auch auch stromhungrigere Multimediageräte in Frage. Wer das Gerät oft mobil einsetzt, braucht mindestens drei Stunden Laufzeit. Bessere Netbooks schaffen zwischen 8 und 16 Stunden, einige wenige Geräte schaffen mit Zusatzakku auch Werte um die 20 Stunden.

4. Die Tastatur

Auch hier gibt es verschiedene Konzepte: Neben dem althergebrachten Keyboards haben Sony und Apple flachere Tastaturen bei denen die einzelnen Tasten hervorragen und viele Netbooks sehr ebene Tastenflächen. Das sieht gut aus, ist jedoch von der Bedienung her nicht jedermanns Geschmack. Hier gilt im Zweifelsfall: probieren, vielleicht im nächsten Elektromarkt.

5. Lüfter

Klein, aber nervig: Bei manchen Geräten ist der Lüfter zur Kühlung der Komponenten ein richtiger Radaubruder. Entweder läuft er ständig vernehmlich oder bei hoher Rechenleistung viel zu laut - was bei so leisen Geräten wie Laptops sehr störend wirkt. Eine Faustregel gibt es nicht, auch Modelle mit niedriger Rechenleistung wurden schon für laute Lüfter kritisiert. Hier kann der Käufer nur auf Erfahrungswerte aus Tests oder von anderen Käufern setzen.

6. Grafikchip

Wer mit seinem Laptop aktuelle Spiele nutzen will, muss viel Geld in die Hand nehmen. Notebook-Grafikkarten sind immer langsamer als die in großen Spielerechnern. In reinen Arbeitsrechnern sind sie gar unnötig - hier reichen einfache Grafikchips aus, die wie der Prozessor auf der Hauptplatine des Rechners sitzen. Die schaffen bei den ausgewachsenen Rechnern auch das Abspielen von HD-Filmen, bei Netbooks oder einigen Subnotebooks wird es eng. Hier müssen dann schnellere Grafikchips verbaut sein - wie zum Beispiel der Ion von Nvidia.

7. Austattung

Netbooks bilden eine Ausnahme was die Leistung angeht, hier macht der Käufer sowieso Abstriche. Es fehlen das das DVD-Laufwerk und schnelle Komponenten - Sparen ist angesagt. Hochauflösende Videos und anspruchsvolle Aufgaben sind nicht drin. Netbook-Käufer achten auf ein mattes Display, starke Akkus und eine gute Tastatur.

Kleinere Geräte der Culv-Klasse, auch Subnotebooks genannt, leisten schon mehr als Netbooks, sprengen mit sparsamen Prozessoren aber immer noch keine Leistungsgrenzen. Sie sind vor allem etwas größer als Netbooks, laufen ähnlich lange und sind dennoch sehr handlich, flach, und: preiswert.

Beim klassischen Laptop ab 13 Zoll Bildschirmgröße gibt es unzählige Geräte- und Austattungsvarianten, doch die Leistung reicht für einfaches und anspruchsvolleres Arbeiten (Bildbearbeitung und Videoschnitt) fast immer locker aus. Es ist daher sinnvoll, auf eine Minimalaustattung zu achten, sonst wird das Schnäppchen eine Enttäuschung .

In und an einem ausgewachsenen Laptop sollten unbedingt drin und dran sein: Ein Zweikernprozessor (Dual Core) mit mindestens 2 Ghz Taktfrequenz, mindestens 2 Gigabyte Arbeitsspeicher (Ram), mindestens 250 Gigabyte Festplattenspeicher, Wlan und ein digitaler Monitorausgang (DVI). Ein DVD-Brenner, mindestens drei USB-Anschlüsse und schnelles Wlan nach dem Draft-n-Standard sind eigentlich selbstverständlich.

Sinnvolle Zugaben sind weitere Anschlüsse neben USB für externe Geräte (eSata, Firewire, bald USB 3.0), schnellere Prozessoren und mehr Arbeitsspeicher. Allerdings können nur Betriebssysteme in der 64-Bit-Version mehr als 3 Gigabyte Ram erkennen - und installiert sind die oft nicht. Normalanwender sollten auch bei üppigem Budget nicht zu Vierkernprozessoren (Quad Core) greifen, da diese schlicht zuviel Leistung benötigen und durch zuviel Abwärme Lüfterlärm produzieren.

Je nach Bedarf und Anwendung können Bluetooth-Funk, eine Webcam, ein Blu-Ray-Laufwerk, besonders farbstarke LED-Displays oder Dockingstationen gegen das Kabel-Wirrwarr sinnvoll sein - aber das kann ins Geld gehen und ist für die meisten Anwendungen kaum nötig.

8. Schnäppchensuche

Eines der wichtigsten Verkaufsargumente ist natürlich der Preis. Beim Kauf im Internet lässt sich eine Menge sparen. Wie man an sein Online-Schnäppchen kommt, verrät der news.de-Einkaufsratgeber.

sis/news.de

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