Call-by-Call-Sperre umgehen Billigvorwahl trotz Telefonflatrate

Mit Callthrough können teure Auslandstarife umgangen werden. (Foto)
Mit Callthrough können teure Auslandstarife umgangen werden. Bild: Vodafone

Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Versteckte Kostenfalle am Telefon: Wer von der Telekom zur Konkurrenz gewechselt ist, kann keine Billigvorwahlen mehr nutzen. Hohe Minutenpreise für Handy- und Auslandsgespräche werden dann fällig. Doch es gibt einen Trick: Callthrough.

Internet und Telefon komplett ab 19,99 Euro im Monat für die Doppelflatrate - die DSL-Firmen unterbieten sich mit verlockenden Angeboten. Doch Sparfüchse werden spätestens mit der ersten Telefonrechnung enttäuscht, weil sie eines außer Acht gelassen haben: Die Telefonflatrate gilt nur für Inlandsgespräche ins Festnetz.

Für Anrufe auf das Handy oder Gespräche mit dem Ausland verlangen Alice, Vodafone und Co. happige Minutenpreise. So kostet ein Anruf in die USA bei Alice 7,9 Cent pro Minute, Vodafone nimmt immerhin noch 4,5 Cent. In die Türkei werden bei Alice 14,9 Cent fällig, Vodafone veranschlagt 20 Cent. Zum Vergleich: Mit der richtigen Call-by-Call-Vorwahl sind Minutenpreise von unter 1 Cent die Regel.

Doch es gibt Hoffnung: Auch wenn Call-by-Call gesperrt ist, Callthrough geht immer. Das System funktioniert ähnlich wie bei den Auslandstelefonkarten, erklärt Thomas Meyer von tariftipp.de. «Bei Callthrough ruft man zuerst eine Nummer im deutschen Festnetz an. Dahinter verbirgt sich ein Einwahlcomputer. Anschließend gibt man seine Geheimzahl und die gewünschte Rufnummer ein und wird dann verbunden.» Damit lässt sich viel Geld sparen. «Die Callthroughanbieter sind im Schnitt auf einem ähnlichen Niveau wie Call-by-Call-Anbieter - vorausgesetzt, man hat eine Festnetzflatrate», so Meyer weiter.

Die Festnetzflatrate ist hilfreich, weil man ansonsten den Anruf zum Einwahlcomputer bezahlen müsste. Hat man eine Flatrate, fallen somit nur die Kosten des Callthroughanbieters an. Und die können im Einzelfall sogar bei 0 Cent liegen. Beispiel Australien: Hier wirbt Klugtelecom mit kostenlosen Festnetzgesprächen. Zum Vergleich: Alice verlangt 89,9 Cent pro Minute, Vodafone stellt sogar 1,20 Euro in Rechnung.

Bezahlt wird bei den verschiedenen Anbietern ganz unterschiedlich. Im Regelfall muss der Kunde in Vorkasse gehen und sich ein Kontingent kaufen, ähnlich wie bei den Prepaidhandys. Hier warnt teltarif.de zur Vorsicht: Viele Anbieter gingen schnell Pleite, einige sogar absichtlich, um die Käufer zu prellen. Deswegen solle man sich an seriöse Anbieter halten, die teilweise etwas teurer sind. Wie bei den Call-by-Call-Vorwahlen ist das Angebot an Callthroughbetreibern unübersichtlich groß. Abhilfe schafft hier der Callthroughrechner von teltarif.de.

Was für Auslandsgespräche gilt, trifft ebenso für Anrufe auf das Handy zu. Auch hier lässt sich mit der Callthroughmethode Geld sparen. «Allerdings sind einige Handyanbieter billiger», gibt der tariftipp-Experte Meyer zu bedenken. Der Nachteil: Man muss jedes Mal seine SIM-Karte im Handy wechseln. «Das ist sicherlich unkomfortabel, doch auch das Callthroughverfahren braucht seine Zeit», sagt Meyer. Anruf bei dem Computer, Einwahl, Eingabe der Nummer und dann der Rufaufbau bräuchten auch ihre Zeit. «Teilweise kommt es auch vor, dass die Verbindung beim ersten Mal nicht gleich klappt.»

Wer es einfach und komfortabel mag, dem rät Meyer dazu, die Angebote seines DSL-Anbieters zu studieren. «Die meisten bieten zusätzlich Flatratepakete für das Ausland an. Bereits ab vier bis fünf Euro monatlich kann man dann in viele EU-Länder telefonieren.»


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Aus dem Netz:

Der Callthroughrechner von teltarif.de

car/news.de

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