HDTV-Receiver nun doch zukunftsfähig
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Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach
Artikel vom 24.07.2009Alles nur ein großes Missverständnis – natürlich würden aktuelle HDTV-Receiver auch den Empfang der privaten hochauflösenden Sender gewährleisten. Das versprechen die Hersteller der Empfangsboxen nach der Kritik der vergangenen Tage.
Erneute PR-Panne der Receiverhersteller: Erst nachdem die Kritik an der neuen Kartenschnittstelle CI+ aufgebrandet ist und befürchtet werden musste, dass alle bisherigen HDTV-Receiver über Nacht zu Elektroschrott werden, haben die Hersteller reagiert und ihren Übergangsplan öffentlich präsentiert.
«Hinter den Kulissen wird schon seit zwei Monaten daran gearbeitet», verrät Helmut Stein, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens ISDM. «Nach dem Aufbranden der Kritik sind Hersteller wie Humax und Technisat jetzt hektisch an die Öffentlichkeit gegangen. Noch vor einer Woche war zu diesem Thema nichts spruchreif.»
Doch wie sieht der Kompromiss aus? Humax wirbt für einige seiner Geräte damit, dass ein einfaches Softwareupdate reicht, damit die privaten HDTV-Sender empfangen werden können. Update fahren, die Entschlüsselungskarte rein und schon kann es losgehen.
Doch das betrifft nur den geringsten Teil der derzeit rund 60.000 HDTV-Empfänger, die in Deutschland schon in den Wohnzimmern stehen. Der Rest ist darauf angewiesen, neue Verschlüsselungen nachzurüsten. Dies funktioniert über ein so genanntes CI-Modul. Dabei handelt es sich um eine Metallkarte, in die die Verschlüsselung eingebaut ist. Mitsamt der Entschlüsselungskarte wird das CI-Modul in einen Schlitz in den Receiver gesteckt und das TV-Bild erscheint.
Was die Zukunftssicherheit gewährleisten sollte, hat nun selbst keine Zukunft mehr. Die bisherige CI-Technologie ist den Hollywoodstudios nicht sicher genug, weshalb es eine neue Version geben wird. CI+ sieht von außen genauso aus, funktioniert aber etwas anders - und ist mit allen alten Receivern nicht kompatibel. Die Gefahr bestand, dass die Receiver Elektroschrott werden. Noch schlimmer wäre es für Kunden gewesen, die sich bereits einen der sehr teuren Flachbildfernseher mit integriertem HDTV-Receiver gekauft haben.
«All diese Kunden brauchen sich keine Sorgen machen, für sie wird es eine spezielle Übergangslösung mit einer so genannten Legacycard geben», verspricht der TV-Experte Stein. Dabei handelt es sich um ein besonderes Modul, das ausnahmsweise die Entschlüsselung der privaten HDTV-Sender auch auf den alten Receivern erlaubt. «Zwar ist dieses Modell nicht so sicher wie CI+, aber diesen Kompromiss konnten die Hollywoodstudios akzeptieren, weil es sich um eine begrenzte Menge von Haushalten handelt», beleuchtet Stein die Hintergründe.
Dafür wird es die speziellen Karten auf Druck der Studios nicht im Handel zu kaufen geben, so der Experte. Um die Zahl so gering wie möglich zu halten, werden sie über die Hersteller an die Kunden weitergereicht, die schon einen HDTV-Receiver besitzen. Zuschauer müssen dann ihren Receiver updaten, das neue Modul und die Karte einstecken und es geht los. Auch können die Module nicht einfach weitergereicht werden. Einmal im Receiver gestartet, ist das Legacymodul nur in Kombination mit dieser Empfangsbox zu gebrauchen.
Man könne sich also getrost auch jetzt schon eine HDTV-Empfangsbox zulegen, gibt Stein Entwarnung. «Alles andere wäre für den Handel eine Katastrophe gewesen, das hätte den Verkauf und den HDTV-Start abgewürgt.»
Technikfüchse, die darauf spekulieren, dass diese CI-Zwischenlösung sie von den drohenden Beschränkungen von CI+ befreit, muss Stein enttäuschen. «Auch mit den Legacymodulen können die Sender Aufnahmen unterbinden, nach mehreren Tagen automatisch löschen oder das Vorspulen der Werbung untersagen - ganz genauso wie bei späteren CI+-Receivern.» Ein Hamsterkauf lohne sich also nicht.
Weiterführende Links:
Verschlüsselungssystem: HDTV-Empfangsboxen bald Elektroschrott
Hochauflösendes Fernsehen: HDTV bei Privaten nur für Geld
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