Technik am Strand Erste Hilfe bei Wasserschäden

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Sonne, Strand und Meer – ob nun an der heimischen See oder im Ausland. Was für Menschen erfrischend ist, stellt für Digitalkameras oder Handys eine Gefahr dar. Doch was tun, wenn die Wasserscheuen doch einmal nass werden?

Spezielle wasserdichte Kameras haben sich am Strand und auf der Piste bewährt. (Foto)
Spezielle wasserdichte Kameras haben sich am Strand und auf der Piste bewährt. Bild: Olympus

Wenn eine Kamera ins Wasser gefallen ist, sollten nach dem Herausfischen dringend zuerst die Batterien und die Speicherkarte herausgenommen werden. Anschließend kann die Kamera von außen vorsichtig abgetrocknet werden, erklärt Constanze Clauß vom Photo-Industrieverband in Frankfurt. «Dann würde ich alles öffnen, was ohne Schraubenzieher zu öffnen ist» - also etwa die Klappe für die Akkus, für die Speicherkarten und für die Schnittstellen.

Olympus-Pressesprecherin Elisabeth Claußen-Hilbig empfiehlt, anschließend die Kamera in einer normal beheizten Umgebung einen Tag lang trocknen zu lassen. Auf keinen Fall sollte mit Heißluft aus dem Fön oder aus dem Backofen gearbeitet werden. Dann gilt: «nach 24 Stunden Kamera wieder einschalten und Funktionsfähigkeit überprüfen.»

Ist Salzwasser hereingelaufen, dürfte die Kamera sofort ein Fall für den Schrott sein. Ist das Gerät in vergleichsweise sauberes Süßwasser gefallen, bestehen laut Constanze Clauß gute Chancen, dass die Kamera nach der Trockenpause wieder einsatzfähig ist. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dass die Kontakte der Elektronik einer einmal nass gewordenen Kamera bald rosten, so dass das Gerät früher oder später funktionsuntüchtig wird.

Die Speicherkarten dürften hingegen ein unfreiwilliges Tauchbad überstehen: «Da passiert in der Regel nichts.» Notfalls müsse man mit einer Datenrettungssoftware arbeiten oder - wenn die Aufnahmen besonders wichtig sind - einen Profi mit der Fotorettung beauftragen. «Das wird dann aber sehr teuer.»

Kostspielig ist es auch, eine Kamera mit Wasserschaden zwecks Reparatur zum Hersteller zu schicken. Gerade bei günstigen Modellen ist ein Neukauf lohnenswerter. Damit Kamerabesitzer gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, zwischen Reparatur und Neukauf zu entscheiden, rät Constanze Clauß, zum Beispiel im Urlaub am Strand, bei Kanufahrten und ähnlichen Aktivitäten entweder ein Unterwassergehäuse oder gleich eine wasserdichte Kamera zu verwenden.

Ähnlich gefährdet sind Handys. Wer im Urlaub nicht auf sein Mobiltelefon verzichten will, sollte am Strand Vorsicht walten lassen. Kommt das Handy trotzdem mit Wasser in Berührung, ist es ratsam, zur Vermeidung eines Kurzschlusses in jedem Fall den Akku zu entfernen, wie das Telekommunikationsportal teltarif.de empfiehlt. Denn auch hier verursacht Salzwasser aufgrund der Salzkristalle Rost – ähnlich der Autos im Winter. Außerdem wirkt das Salz leitend. Trocknen lässt man das Gerät am besten direkt an der Luft.

Das Wasser ist nur die eine Gefahr: Für Mobiltelefone und Digitalkameras gilt gleichermaßen, dass man sie nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen soll. Hitze führt zur Selbstentladung des Akkus, außerdem ist die Hitze schlecht für die Displays. Die darin enthaltenen Flüssigkristalle verändern bei zu viel Hitze ihre Eigenschaften und es kann zu Fehlfunktionen kommen.



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fme/hem/news.de/dpa/ddp

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 1
  • 05.07.2009 23:31

Die Kamera reichlich mit Isopropylalkohol - pur Reichlich Spülen und gut ausschütteln, dann mit Pressluft trocknen. In die Elektronik /bekannterweise/ verwendet man Isopropylalkohol, der sehr hygroskopisch wirkt als Wasserbindemittel

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