Test

Schlechte Noten für kostenlose E-Mail-Dienste

Von news.de-Redakteur Karsten Busch

Eine Handvoll kostenloser E-Mail-Dienste versorgt die Nation seit Jahren mit elektronischer Post. Doch ist kostenlos auch gut? Bedingt, meinen die strengen Prüfer der Stiftung Warentest, beanstanden Vieles und geben einen Rat - aber mit einem großen Haken.

Geschenkt gibt es auch im Internet nur noch selten was – das dürfte auch den vielen Nutzern kostenloser E-Mail-Dienste wie Web.de, GMX und Google Mail klar sein. Sie akzeptieren bei diesen sogenannten Freemailern also massive Werbung und ein paar Funktionseinschränkungen, Hauptsache kostenlos. Siegel mit Testsiegen prangen schließlich auch noch auf den Seiten.

Doch auch gebührenfreie Angebote dürfen hinterfragt werden, denn auch mit ihnen erzielen die Anbieter schließlich Gewinne. Die Stiftung Warentest hat die bekanntesten Freemail-Dienste unter die Lupe genommen, dazu einige kostenpflichtige Geschwister. Statt einem «Sehr gut» oder wenigstens «Gut» gibt es nur vier «befriedigende» Angebote (Arcor, freenet, Google, GMX) viel und viel zu kritisieren. Überbordende Werbung etwa, die nicht nur auf der Seite blinkt, sondern sich auch unter die E-Mails mischt.

So weit, so erträglich, wenn es umsonst sein soll. Doch bei löchrigem Schutz vor Viren geht der Daumen der Tester gnadenlos nach unten - so geschehen bei T-Online Email Basic, aber auch bei 1email.eu Profi - einem kostenpflichtigen Dienst. Es nützen die immer raffinierteren werdenden Spamfilter und Schutzfunktionen nichts, wenn Mails mit einem Virus im Schlepptau es bis ins Postfach des Kunden schaffen. Zwar dient der Schutz vor Viren oft als Verkaufsargument für die kostenpflichtigen Postfächer. Doch stellt sich die Frage, ob, wer schon beim Umsonst-Angebot enttäuscht wird, morgen zahlender Kunde wird?

Die reine Speichergröße der Postfächer ist bei vielen Anbietern mittlerweile groß genug, um auch viele E-Mails speichern zu können. Doch beim Versand knauserten im Test einige Anbieter und erlauben nur winzige Anhänge von einigen Megabyte oder das Anhängen selbst dauert zu lange.

T-Online und AOL fielen auch in anderen Punkten durch Funktionsarmut auf. Doch wie, fragt Stiftung Warentest zu Recht, will man Kunden vom Wechsel abhalten, wenn es trotz vieler Werbung kaum Komfort gibt?

Vielleicht, indem man den Wechsel beziehungsweise die Kündigung eines Dienstes erschwert oder gar nicht erst anbietet - AOL. Dabei ist es ein Ziel der Anbieter, die Kunden zum Abo eines Dienstes zu animieren – mit noch mehr Speicherplatz, größeren Anhängen und vor allem dem Verzicht auf Werbung.

Letztere ist beim Google-Dienst zwar dezenter als anderswo, dafür orientiert sich der Inhalt der Reklame am Inhalt des eigenen Postfaches. Zwar verheimlicht Google diese Finanzierungsgrundlage des Dienstes nicht, aber bei manchem Nutzer mag das Unbehagen angesichts gescannter Mails zu groß sein.

Das Ende der Fahnenstange ist damit nicht erreicht, auch bei den Vertragsbedingungen und dem einseitigen Kündigungsrecht des Anbieters liegt so Manches im Argen. Die Stiftung Warentest rät den Lesern daher ausdrücklich zur Nutzung eines E-Mail-Programms wie Thunderbird zum Fernabruf der Mails beim Freemail-Anbieter – ganz ohne Werbung und bei den meisten Diensten auch ohne weitere Einschränkung.

Doch dieser Rat allein birgt Tücken. Denn: Der Mailabruf per Browser geschieht über einen verschlüsselten Kanal. Das ist bei den E-Mailprogrammen ohne zusätzliche Einstellungen nicht der Fall. Die Folge: die eigenen E-Mails und das zugehörige Passwort schwirren beim Abruf per Wlan für jeden lesbar durch die Luft. Gefundenes Fressen für Datensammler im Internetcafé oder den neugierigen Nachbarsjungen mit Computerkenntnissen.

Mailt man kabellos, ist die Umstellung von Thunderbird, Outlook und Co. auf sichere Kanäle (SSL-Verschlüsselung) also Pflicht – jedoch: Genau dies unterstützen die Freemailer meist nicht. Ohne Aufpreis geht es hier nicht weiter.

Der ausführliche Test ist ab Freitag, 26. Juni in der Zeitschrift test oder online bei test.de erhältlich.

kat/news.de
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URL : http://www.news.de/technik/2569/schlechte-noten-fuer-kostenlose-e-mail-dienste/1/
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Leserkommentare (1)
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  • Kommentar: 1
  • 19.07.2009 12:18
von

Schade,dass es ausser Stiftung Warentest kein unabhängiges Testmagazin gibt, wo man Test abrufen kann,Stiftung Warentest verlangt zu hohe Preise für eine Anfrage,dann kann man besser zu ciao oder anderen Testern von Preisportalen gehen wo Wertungen von Produkten zu sehen sind,z.B.guenstiger.de

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