Sojatoner

Mit Druck zum Umweltschutz

Von Dinesh Ramdie

Laserdrucker sollen umweltfreundlicher werden. Anstatt Erdöl haben Tüftler Soja als Grundstoff entdeckt. Göttlichen Beistand gibt’s in den USA gratis dazu: Ein komplettes Kloster ernährt sich vom Verkauf der Sojatoner.

Die Vorteile von Sojatinte liegen auf der Hand: Mit Sojaöl bedrucktes Papier ist leichter wiederzuverwerten. Als erneuerbarer Rohstoff dürfte der Preis von Sojaöl auch in Zukunft stabiler sein als der von erdölbasierten Produkten.

Bleibt die Frage, ob die Nutzung der Sojapflanzen für ökologisch unbedenkliche Produkte nicht doch bedenklich ist. Denn was in Laserdruckern verschwindet, landet nicht mehr auf den Tellern hungriger Menschen. Gerade Soja ist als Grundnahrungsmittel für große Teile der Weltbevölkerung unverzichtbar.

Dennoch ist die Entwicklung nicht aufzuhalten. Zeitungen, Zeitschriften und Buchdrucker haben in den vergangenen Jahren bereits umgestellt. Erste Tests zeigen, dass die Hersteller keine leeren Versprechungen gemacht haben. In einem Versuch mit identischen Dokumenten auf zwei identischen Druckern - der eine mit einem original Toner von Hewlett-Packard und der andere mit einem Sojatoner - waren die Ausdrucke nicht zu unterscheiden. Beide waren gleich schwarz und wischfest.

Doch das Hauptargument ist der Preis, weiß auch der Manager des US-Druckertintenherstellers PRC Technologies Rick Greenlaw. Ziel sei es, billiger zu sein als die traditionellen Toner. «Uns geht es um die Menschen, die grüner handeln wollen, solange es nicht mehr kostet.»

Einer der größter Vertreiber von Sojatonern ist LaserMonksGreen, eine Website von Zisterziensermönchen aus den USA. Sie verdienen damit genug Geld, um ihre Abtei weiterzuführen, der Rest geht an Wohltätigkeitsorganisationen. Für jede verkaufte Sojakartusche lassen die Mönche in Brasilen einen Baum pflanzen und spenden einen Dollar an eine Welthungerhilfeorganisation. Und die Mönche beten auch für ihre Kunden.

LaserMonksGreen verkauft ausschließlich Laserkartuschen, die in HP-Drucker passen. Sie sind etwa 20 Prozent kostengünstiger als neue original HP-Toner. Noch billiger sind nur gebrauchte und aufgearbeitete Kartuschen. Sojatoner gibt es bislang nur für Laserdrucker, einen Ersatz für die Tinte in Tintenstrahldruckern ist noch nicht in Sicht.

Die großen Firmen, die die erdölbasierten Toner anbieten, beobachten zwar nach eigenen Angaben den Markt mit erneuerbaren Rohstoffen, haben aber selbst keine eigenen Pläne, etwas Vergleichbares anzubieten. Hewlett-Packard erklärte, noch hätten eigenen Forschungen zufolge die sojabasierten Toner nicht die Standards von HP erreicht. Lexmark International erklärte, mais- und sojabasierte Toner würden geprüft. Für ein Urteil sei es noch zu früh.

Damit bleibt PRC Technologies zunächst einer der wichtigsten Hersteller. Bislang werden nur Toner für Schwarz-Weiß-Laserdrucker von HP angeboten. Andere Druckerhersteller sollten noch in diesem Sommer folgen, Farb-Kartuschen seien in Arbeit, heißt es.


fme/news.de/ap
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