10.11.2019, 18.39 Uhr

Hansi Flick : Bleibt er jetzt Bayern-Trainer?

Am Samstagabend ist Bayern München wieder zu seiner alten Stärke zurück gekehrt und hat Borussia Dortmund haushoch verlieren lassen. Damit hat Hansi Flick seine Trainerqualitäten unter beweis gestellt. Wird er jetzt Bayern-Coach bleiben.

Nach dem Sieg vom FC Bayern München darf Hansi Flick als Interimstrainer erst einmal bleiben. Bild: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Hans-Dieter Flick (54) hat das geschafft, was der entlassene Niko Kovac (48) nicht leisten konnte: Er hat die schwächelnden Bayern München Spieler wieder zurück zu ihrer alten Form gebracht und so im hochbrisanten Borussen-Duell den BVB vorgeführt. Wie hat er das gemacht?

"Menschenfänger": Hansi Flick darf bleiben

Eine Woche nach dem 1:5 gegen Eintracht Frankfurt war die Machtdemonstration im deutschen Clásico, mit dem grandiosen 4:0 auch ein besonderer Sieg für Hansi Flick, der die schwächelnden Münchner im Eiltempo wieder auf Kurs gebracht hat. Der 54-Jährige empfahl sich für eine Verlängerung seines Engagements als Aushilfschef, das Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auch direkt nach der Partie am Samstagabend ankündigte. "Wir machen bis auf Weiteres mit Hansi weiter. Er hat das jetzt gut gemacht und er hat unser Vertrauen", sagte Rummenigge.

Hansi Flick hat es hinbekommen, dass ihm die Spieler wieder folgen. Dafür setzte er in nur drei Trainingseinheiten auf eine menschliche Taktik: Er änderte die Taktik und verbesserte so die Leistung von Robert Lewandowski und brachte Thomas Müller wieder in Topform. Außerdem nimmt er Körperkontakt zu den Spielern auf, führt Einzelgespräche und motiviert auch die Auswechselspieler auf der Bank. "Hansi Flick ist ein Menschenfänger. Er hat einen guten Draht zu den Spielern, hat viel mit uns gesprochen", erzählte Mannschaftskapitän Manuel Neuer (33) in "Bild". Die Bezeichnung Menschenfänger ist eine Ehre, die vor Hansi Flick nur Jupp Heynkes erhielt.

Bayern München Trainer Hansi Flick sieht Zukunft entspannt entgegen

Flick gab sich "vollkommen relaxed". Der 54-Jährige genoss diesen zweiten Abend als Chef, freute sich auf eine "schöne Flasche Rotwein" mit Frau und Familie. "Es gibt keine Absprache. Man hat mich gebeten, die beiden Spiele zu machen. Ich habe einen Arbeitsvertrag als Assistenztrainer beim FC Bayern München, der geht bis 2021. Was soll ich mir Gedanken machen", sagte Flick nach dem 1100. Bayern-Sieg in der Bundesliga.

Die Worte aus der Chefetage dürften ihn aber gefreut haben. "Ich denke, dass der erste Gesprächspartner für die nächsten Wochen erstmal Hansi Flick sein wird", stellte Noch-Präsident Hoeneß eine Woche vor dem Ende seiner Ära am kommenden Freitag klar.

Wie lange bleibt Hansi Flick Coach bei Bayern München

Was das mühsame 2:0 in der Champions League gegen Olympiakos Piräus und der Klasse-Auftritt gegen den BVB für die weitere Trainersuche des deutschen Fußball-Meisters bedeuten, verriet Rummenigge nicht. Nach der Länderspielpause in zwei Wochen bei Fortuna Düsseldorf sitzt jedenfalls der langjährige Joachim-Löw-Assistent Flick wieder auf der Münchner Bank. Wie lange er als Nachfolger von Niko Kovac nach dieser Steigerung von null auf hundert Chefcoach bleibt, ist offen.

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Bayern München gegen Dortmund: 4:0-Sieg war ein "Geschenk" für Uli Hoeneß

Uli Hoeneß schwärmte nach diesem Klassiker-Abend von einem "traumhaften" letzten Spiel als Präsident des FC Bayern. "Die Mannschaft hat von der ersten bis zur letzten Sekunde überragend Fußball gespielt. So habe ich mir etwa meinen Abschied als Präsident vorgestellt. Die Mannschaft hat mir ein Geschenk gemacht, wie man es besser nicht haben kann", frohlockte der 67-Jährige nach dem 4:0 des deutschen Meisters im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund.

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Dass Hoeneß auf seinem Ehrenplatz wiederholt jubelnd hochspringen durfte, verdankte er einer grandiosen Mannschaftsleistung und den Toren von Robert Lewandowski (2), Serge Gnabry und Mats Hummels per Eigentor. "Beim ersten Tor hat er mich fast die Treppe runtergestoßen", berichtete Rummenigge lachend nach einem emotionalen Abend. "Er war natürlich happy, wir waren alle happy."

Das war bei Borussia Dortmund keiner. "Wir waren klar nicht da, eine sehr schwache Leistung. Es war viel zu wenig", sagte Trainer Lucien Favre. Kapitän Hummels sprach Klartext. "Es ist ein Zeichen für uns, dass wir selber keine Top-Truppe sind", sagte der 30-Jährige. "Ab der 15. Minute war es nix mehr, da waren wir die klar unterlegene Mannschaft. Bayern war besser in allen Belangen."

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bos/news.de/dpa

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