19.09.2019, 16.22 Uhr

Uli Hoeneß stinksauer: Torwart-Streit um Manuel Neuer eskaliert! Bayern-Boss attackiert DFB

Der Torwart-Streit zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen spitzt sich zu. Nun hat sich auch Bayern-Boss Uli Hoeneß mit einer heftigen Verbalattacke gegen den DFB und Jogi Löw zu Wort gemeldet. Jetzt hat er sich noch einmal dazu geäußert.

Uli Hoeneß nimmt seinen Torhüter Manuel Neuer in Schutz und teilt heftig gegen den DFB, Jogi Löw und Ter Stegen aus. Bild: dpa

Eigentlich hätte Uli Hoeneß nach dem geglückten Start des FC Bayern München in der Champions League die Münchner Fußball-Arena rundum glücklich verlassen können. Doch das Verhalten des Deutschen Fußball-Bundes und von Bundestrainer Joachim Löw im Disput zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen macht den in zwei Monaten aus dem Amt scheidenden Münchner Vereinspatron wütend. Jetzt hat er sich noch einmal dazu geäußert.

Diskussion um Manuel Neuer eskaliert: Uli Hoeneß wettert öffentlich gegen DFB und Löw

"Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund. Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart, aber Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener. Da gibt es doch gar keine Diskussion für irgendjemand auf der Welt, daran zu zweifeln, dass Manuel Neuer bei uns in Deutschland im Tor steht", sagte der Präsident des FCBayern nach dem 3:0 der Münchner in der Champions League am Mittwochabend gegenRoter Stern Belgrad.

"Der kann so lange spielen, so lange er gesund ist. Der wird immer der Beste sein", sagte Hoeneß. Neuer-Rivale Marc-André ter Stegen war in der EM-Qualifikation zuletzt nicht zum Einsatz gekommen. Danach hatten er und Neuer öffentlich einenDisput ausgetragen.

Hoeneß verteidigt Neuer in Torhüter-Debatte: "Ter Stegen hat überhaupt keinen Anspruch zu spielen"

Ter Stegen werde öffentlich unterstützt "als wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte", wetterte Hoeneß. "Er hat überhaupt keinen Anspruch, da zu spielen. Bei den Torleuten ist es was anderes als im Feld. Die Hierarchie bedeutet, Manuel Neuer ist die Nummer eins.Er ist über viele Jahre der beste Torwart der Welt."

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Bayern-Boss kritisiert Jogi Löw für Ausbootung von Bayern-Spielern

Hoeneß erinnerte bei seinem Rundumschlag an die Ausbootung von Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels aus dem Nationalteam in der vergangenen Saison durch Löw. Die Art und Weise, wie Spieler des FC Bayern behandelt würden, werde man sich nicht mehr gefallen lassen. "Wir werden den Leuten schon mal ein bisschen Feuer geben - das können wir", sagte Hoeneß. 

Rummenigge attackiert DFB und fordert Dankbarkeit für Neuer

Auch Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat im Disput um die Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft den Deutschen Fußball-Bund attackiert. "Was mir nicht gefällt in der Geschichte, ist das Verhalten des DFB. Da wird nie so richtig Klartext gesprochen. In der Öffentlichkeit lässt man das wabern, und es wird zum Teil auf dem Rücken von Manuel ausgetragen. Das finde ich nicht fair", sagte Rummenigge dem Pay-TV-Sender Sky. Es sei an der Zeit, einem Spieler wie Neuer den Rücken zu stärken, sagte Rummenigge in Richtung Bundestrainer Joachim Löw und forderte "ein Stück Dankbarkeit einem Mann gegenüber, der 90 Mal für Deutschland gespielt und alles gewonnen hat".

Niko Kovac positioniert sich pro Neuer

Trainer Niko Kovac positionierte sich nach dem Bayern-Sieg ebenfalls erneut klar pro Neuer. "Wir reden hier über einen Spieler und Menschen, der seit zehn Jahren Topleistungen bringt. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auf Weltniveau und gerade auch für die deutsche Nationalmannschaft", sagte er. "Ich finde, dass die Diskussion nicht stattfinden darf."

Bierhoff weist Hoeneß-Kritik zurück

Am Donnerstag hat sich auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff zu Wort gemeldet. Er hat die Kritik der Bayern-Führung um Uli Hoeneß am Umgang mit Torwart Manuel Neuer durch die Führung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurückgewiesen. "Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis", teilte Bierhoff am Donnerstag auf Nachfrage mit.

Der 51-Jährige sieht auch keine Veranlassung, dass Joachim Löw im aktuellen Torhüterdisput die Rangfolge zwischen dem 33 Jahre alten Kapitän Neuer und Marc-André ter Stegen (27) vom FC Barcelona neu darlegen müsse. "Der Bundestrainer hat schon Ende letzten Jahres gesagt, dass er bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ich weiß nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigte Leistungen doch absolut für ihn sprechen", erklärte Bierhoff. "Und gleichzeitig sehen die Trainer auch die herausragenden Leistungen von Marc-André ter Stegen, der seine Einsätze bekommen wird." Ein Konfliktpotenzial für die Nationalelf befürchtet Bierhoff aber nicht: "Nein, beide sind menschlich wie fußballerisch absolute Bereicherungen unseres Teams."

Oliver Bierhoff: "Jogi Löw bringt den Spielern immer wieder höchste Wertschätzung entgegen"

Den Vorwurf fehlender Unterstützung für Neuer aus München wies der DFB-Direktor zurück: "Man muss sich da schon die Fakten anschauen. Auf höchstem Level geht es in erster Linie um Leistung, da reicht Dankbarkeit allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Berufung in die Nationalmannschaft sicher nicht aus. Aber gerade Jogi Löw bringt den Spielern immer wieder höchste Wertschätzung entgegen, dafür wurde er ja auch schon kritisiert. Da hieß es dann, er halte zu lange an verdienten Spielern fest."

Speziell bei Neuer "sollte nicht vergessen, dass Jogi vor der WM in Russland bis zur letzten Sekunde auf Manu gewartet hat, der zuvor monatelang ausgefallen war. Er war entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland, ist nach dem eingeleiteten Umbruch unser Kapitän, hat in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer."

Und was sagt Manuel Neuer zur Torhüterdebatte?

Manuel Neuer selbst will die Torhüterdebatte rund um die Fußball-Nationalmannschaft und seinen Konkurrenten Marc-André ter Stegen nicht mehr aktiv mit führen - zumindest öffentlich. "Ich bin ein Mensch, der keine Debatten führen will", sagte die deutsche Nummer eins nach dem Auftaktsieg mit dem FC Bayern München am Mittwochabend in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad.

Neuer blockt DFB-Torwartdebatte ab - aber freut sich über Bayern-Unterstützung

"Ich will einfach meinen Job erledigen, in den Mannschaften zu helfen, jeweils als Kapitän und als Fußballer und Spieler", sagte Neuer. Dass sich seitens des FC Bayern rund um das 3:0 gegen Belgrad Präsident Uli Hoeneß, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und auch Trainer Niko Kovac klar für ihn als den besten deutschen Torwart positionierten, nahm Neuer aber schon mit Wohlwollen zur Kenntnis. "Unterstützer zu haben, ist natürlich immer gut", sagte er.

"Ich will hier nicht großartig eine Debatte führen und darüber reden, was wer wie gut kann", sagte er zur Qualitätsdebatte der deutschen Torhüter. Barcelona-Schlussmann ter Stegen hatte sich beklagt, dass er zuletzt in den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande und Nordirland wieder nicht zum Einsatz gekommen war. Beide Mal stand Neuer im Tor. "Wir sind auch eine Mannschaft, wir sind Teamplayer. Wir wissen, dass wir vier sehr gute Torleute haben, zusammen spielen und auch alles für die Nationalmannschaft machen müssen. Entsprechend möchte ich mich dazu auch gar nicht mehr äußern", erklärte Neuer.

 

Hoeneß nach Kritik an DFB und ter Stegen: "Total berechtigt"

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat seine Kritik an den Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft und an Marc-André ter Stegen auch am Tag nach seiner Wutrede bekräftigt. "Ich fand das, was ich gestern gesagt habe, total berechtigt. Ich hatte mich mit Karl-Heinz Rummenigge abgesprochen, dass es an der Zeit ist, dass wir unseren Torwart Manuel Neuer endlich mal unterstützen müssen", sagte Hoeneß am Donnerstag in München. "Von den handelnden Personen hätte ich schon erwartet, dass man den Herrn ter Stegen mal in die Ecke stellt und ihm mal klar sagt, dass es so nicht geht", sagte Hoeneß.

Der Bayern-Präsident hatte am Mittwochabend mach dem 3:0 in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad in einem polemischen Rundumschlag zum aufgeregten Torwart-Disput den DFB, ter Stegen und die Medien kritisiert. Vom DFB habe er seitdem noch nichts gehört, sagte Hoeneß. Er rechne aber auch nicht damit. "Deren Stärke ist es ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen."

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sba/news.de/dpa

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