02.09.2019, 14.31 Uhr

Nazi-Eklat bei Dynamo Dresden: Strafanzeige! Stadion-Ordner wegen Nazi-Symbolik am Pranger

Dynamo Dresden sorgt mal wieder abseits des Fußballs für Aufregung. Dieses Mal stehen neben den eigenen Fans zwei Ordner im Blickpunkt, die verfassungswidrige Symbole zur Schau gestellt haben.

Im Stadion von Dynamo Dresden kam es zu einem Eklat, als sich Ordner des Vereins mit verfassungsfeindlichen Symbolen auf der Kleidung zeigten (Symbolbild). Bild: Robert Michael / ZB / picture alliance / dpa

Die eigenen Fans haben den Ruf von Dynamo Dresden durch zahlreiche Aussetzer bereits gründlich ramponiert. Dass nun jedoch zwei Ordnungskräfte wie im Spiel des Fußball-Zweitligisten gegen St. Pauli ganz offen T-Shirts mit nationalsozialistischer Symbolik tragen, ist nicht nur ein neuer Tiefpunkt. Es spiegelt auch Teile des Milieus wieder, aus dem sich der eigentlich von einer heterogenen Fanszene geprägte Verein offenbar nicht befreien kann.

Nazi-Symbolik im Stadion: Dynamo-Dresden-Ordner wegen Totenkopf-Shirts gefeuert

Die Polizei hat gegen die Ordner Strafanzeige gestellt und Ermittlungen wegen des Verdachts der Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen eingeleitet. Vor Beginn des Spiels gegen den FCSt. Pauli (3:3) am Samstag hatten sich zwei Ordner einer Anweisung des Leiters des Sicherheitsdienstes widersetzt, eine Deutschland-Fahne aus einem Fluchtweg zu entfernen. Als umgehende Maßnahme wurde das Duo freigestellt. Daraufhin hatten sich die Männer ihrer Dienstkleidung entledigt und T-Shirts zum Vorschein gebracht, auf denen die Worte "3. Division für Sicherheit des deutschen Volkes" sowie ein an das Symbol einer SS-Division erinnernder Totenkopf gedruckt waren.

Dynamo Dresden "fassungslos" nach Nazi-Skandal um Ordner

"Wir sind fassungslos darüber, weil diese beiden Personen unseren Verein schwer beschädigt haben. Diese beiden Ordner werden nie mehr direkt oder indirekt bei Veranstaltungen der SG Dynamo Dresden eingesetzt werden. Wir prüfen zudem weitere juristische Schritte", hatte Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born erklärt. Doch der Welle der Empörung, die nun auf Dynamo zurollt, kann der Club kaum Herr werden. Zumal schnelle Urteile über Dynamo, die Stadt Dresden sowie Sachsen im Allgemeinen durch das Ergebnis der AfD (27,5 Prozent) bei den Landtagswahlen am Sonntag zusätzlich befeuert werden.

Neben dem wiederholt ramponierten Image wird es für Dynamo ein wohl teures Nachspiel geben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Ermittlungen eingeleitet und wird den Verein zu einer Stellungnahme auffordern. Es droht eine Geldstrafe zwischen 18.000 und 150.000 Euro. Denn neben dem Ordner-Eklat gab es während des Spiels zahlreiche frauenfeindliche und menschenverachtende Banner im Stadion.

"Verabscheuungswürdige Vorkommnisse": Dynamo Dresden entschuldigt sich

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat am Sonntag auf "verabscheuungswürdige Vorkommnisse" beim Ligaduell gegen den FC St. Pauli reagiert. Dafür habe Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born "persönlich direkt nach dem Spiel beim Präsidenten Oke Göttlich um Entschuldigung gebeten", hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme der Sachsen.

Im Stadion gab es erneut Spruchbänder mit teils unhaltbaren Aufschriften. Dynamo kündigte "eine vorbehaltlos kritische Auseinandersetzung im Hinblick auf die frauenfeindlichen und menschenverachtenden Spruchbänder" an. "Kunst- und Meinungsfreiheit gelten grundsätzlich für alle Menschen, auch in einem Fußballstadion", sagte Born, "aber wir sprechen auch hier unmissverständlich aus, dass einmal mehr im Zusammenhang mit einer Begegnung mit dem FC St. Pauli verschiedene Dinge im Zuschauerbereich unserer Anhänger vorgefallen sind, die wir zutiefst verurteilen und so nicht akzeptieren werden, weil sie menschenverachtend sind, gegen unser Leitbild und die Fancharta verstoßen sowie die Werte unserer Sportgemeinschaft mit Füßen treten."

Schon bei früheren Duellen der Rivalen hatte es so etwas gegeben. Im Februar 2017 hatten Fans des FC St. Pauli ein Spruchband mit der Aufschrift "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt - gegen den doitschen Opfermythos" hochgehalten. Damals hatte es eine Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund gegeben. Im Dezember 2018 fielen dagegen Dresdner Anhänger durch frauenfeindliche Banner auf.

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loc/news.de/dpa

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