Joachim Löw auf DFB-PK: Kein Kontakt zu Özil - Kehrer, Schulz, Havertz neu dabei, Khedira raus!

Nach der Pleite bei der Fußball-WM in Russland gibt Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch den neuen DFB-Kader bekannt. Alle Infos zur Pressekonferenz, TV-Übertragung und Live-Stream sowie das Ergebnis der Nominierung lesen Sie hier.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nominiert den Kader der Deutschen Nationalmannschaft nach der WM in Russland 2018.  Bild: dpa

Mit der Nominierung für die Länderspiele gegen Frankreich und Peru gibt Bundestrainer Joachim Löw einen Hinweis auf seine künftigen Personalplanungen. Aus dem Russland-Kader haben bislang nur Mesut Özil und Mario Gomez ihre DFB-Karriere beendet.

Die Pressekonferenz von Jogi Löw

+++ Das sagt Löw zu Götze und Sané +++

- den Tagen nach dem K.o.: "Das WM-Aus war für mich und für uns alle natürlich ein absoluter Tiefschlag. [...] Die ersten zwei, drei Tage danach waren bei mir persönlich geprägt von einem großen Frust, von Niedergeschlagenheit, von einer großen Enttäuschung und von einer großen Portion Wut."

- Differenzen in der eigenen Mannschaft: "Da wird viel geschrieben, was auch so nicht zutrifft. Nach unserer Analyse konnten wir die Cliquenbildung mit Konflikt nicht identifizieren. Das stimmt so nicht. Es wird mal ein Spaß gemacht, das gehört dazu."

- Leroy Sané: "Zum damaligen Zeitpunkt waren wie der Meinung, dass der Kader so der Beste ist. Dass der Leroy ein unglaubliches Talent hat, ist uns nicht verborgen geblieben. Ich habe ihm gesagt: Deine Zukunft bei der Nationalmannschaft, die muss dann nach der WM beginnen."

- Internetspielen im WM-Quartier: "Eines kann ich mit Sicherheit sagen. Es wird viel geschrieben. Einmal war es zwei Tage nach einem Spiel, dann wurde das Internet abgestellt. Unsere Spieler sind wirklich wahnsinnig professionell, es gibt keinen Alkohol. In der Regel sind unsere Spieler auf ihren Zimmern. Was sie da machen, werden wir auch nicht immer kontrollieren. Aber was die Professionalität angeht, können sie davon ausgehen, dass unsere Mannschaft das sehr seriös macht. Dass sie nachts mal Karten spielen oder im Internet sind, ist alles auch nicht völlig unnormal. Das waren nicht die entscheidenden Dinge, dass wir das vergeigt haben."

- Mario Götze: "Mario Götze ist bei uns nicht abgeschrieben. Er hat ein gutes Alter und man weiß, dass er gute Qualitäten hat. Meine Sicht der Dinge ist: Er soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen. Wenn er das schafft, dann wird er für uns mit Sicherheit wieder ein Thema."

+++ Nichtberücksichtigung von Gündogan für Löw kein Thema +++

Für Bundestrainer Joachim Löw war eine Nichtberücksichtigung von Ilkay Gündogan für die nächsten Länderspiele im Zuge der Erdogan-Affäre kein Thema. "Ich sehe in ihm einen Spieler, der den Durchbruch bei uns schafft. Sportlich war es für mich keine Frage, ihn einzuladen", sagte Löw am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München.

Zugleich appellierte der Coach an die deutschen Fans, Gündogan nicht mehr auszupfeifen. "Ich hoffe auf das Verständnis von allen Fans. Er hat unter der Situation sehr gelitten", sagte Löw und fügte hinzu: "Ilkay hat sich nochmals bekannt zu den deutschen Werten, zur Mannschaft."

+++ Löw benennt Kader für Länderspiele: Kehrer, Schulz und Havertz neu dabei +++

Erst einmal drei neue Spieler: Löw nominiert Thilo Kehrer, Nico Schulz und Kai Havertz für die anstehenden Länderspiele. "Ich glaube, dass diese drei ihren Weg bei der Nationalmannschaft machen können", erklärt der Bundestrainer. Khedira ist erst einmal nicht dabei. Rudy ebenfalls.

Ansonsten sind vor allem bekannte Kräfte im Aufgebot: Neuer, ter Stegen im Tor, Boateng, Ginter, Hector, Hummels, Kehrer, Kimmich, Rüdiger, Schulz, Süle und Tah in der Abwehr, Brandt, Draxler, Goretzka, Gündogan, Havertz, Kroos, Müller, Petersen, Reus, Sané und Werner im Mittelfeld und Sturm.

+++ Löw: Thema Özil unterschätzt - Aber "Mesut hat überzogen" +++

Die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft hat vor und während der Fußball-WM in Russland das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt". Das räumte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in München ein. "Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten", sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war", ergänzte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen.

Die Art und Weise des Rücktritts von Özil kann der Bundestrainer nicht nachvollziehen. "Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen", betonte Löw. Özil hatte unter anderem dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. "Dass dieser Rücktritt so vollzogen wurde, schmerzt uns alle, ihn ja auch", bemerkte Manager Oliver Bierhoff.

+++Bierhoff übt harsche Kritik an DFB-Elf: "Selbstgefällig aufgetreten" +++

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat harsche Kritik am Auftritt des DFB-Teams bei der Fußball-WM in Russland geäußert. "Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München.

Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, ergänzte Bierhoff. Deutschland hatte sich als amtierender Weltmeister bei der WM-Endrunde in Russland mit dem Vorrunden-Aus blamiert.

+++Thomas Schneider nicht mehr Co-Trainer der Nationalmannschaft +++

Thomas Schneider wird nach dem WM-Debakel nicht mehr als Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fungieren. Wie Bundestrainer Joachim Löw auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München bekanntgab, soll Schneider zukünftig die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen.

Demnach wird der Trainerstab zukünftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. "Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein", sagte Löw zur Personalie Schneider.

+++ Löw über WM-Vorrunden-Aus: "War ein absoluter Tiefschlag" +++

Bundestrainer Joachim Löw hat das Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM als "absoluten Tiefschlag" bezeichnet. Es gebe nichts zu beschönigen, sagte Löw auf einer Pressekonferenz in München und fügte hinzu: "Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben zu Recht die Quittung dafür bekommen." Die ersten zwei, drei Tage nach dem Ausscheiden seien von Frust, Niedergeschlagenheit und einer großen Portion Wut geprägt gewesen.

+++ Löw räumt eigene Fehler ein: "Es war fast schon arrogant" +++

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM-Blamage in Russland hat Joachim Löw auch eigene Fehleinschätzungen eingestanden. "Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst", sagte der Bundestrainer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München. "Es war fast schon arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive."

Joachim Löw gibt DFB-Pressekonferenz zum Kader der Deutschen Nationalmannschaft

Bundestrainer Joachim Löw gibt am Mittwoch, den 29. August 2018, den Kader für die ersten Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach der missratenen Weltmeisterschaft in Russland bekannt. Am 6. September trifft das DFB-Team in München in der neuen Nationenliga auf Weltmeister Frankreich. Drei Tage später folgt in Sinsheim ein Testspiel gegen Peru.

Nations League 2018/2019: DFB-Kader-Nominierung von Jogi Löw als TV-Übertragung sehen

Die DFB-Pressekonferenz von Jogi Löw können Sie am 29.08.2018 im Free-TV verfolgen. Sowohl Sport1 als auch der Nachrichtensender n-tv übertragen die Nominierung der Deutschen Nationalmannschaft. Sport1 überträgt die Kaderbekanntgabe im Rahmen der Sendung "Bundesliga Aktuell". Die Übertragung beginnt, ebenso wie bei n-tv, um 12 Uhr am Mittag.

Kaderbekanntgabe der Deutschen Nationalmannschaft im Live-Stream verfolgen

Sollten Sie es am Mittwoch, den 29. August 2018, nicht rechtzeitig vor ein Fernsehgerät schaffen, können Sie die Pressekonferenz von Bundestrainer Joachim Löw auch online verfolgen. Sport1 und n-tv bieten jeweils einen kostenlosen Live-Stream, den Sie via Smartphone, Tablet oder PC ansteuern können und der parallel zur TV-Ausstrahlung läuft.

Nominierung DFB-Kader: Welche Spieler nimmt Jogi Löw in die Nationalmannschaft?

Ein Großteil der 23 Akteure, die beim Turnier in Russland dabei waren, können trotz der historischen Vorrunden-Pleite auf eine Fortsetzung der Karriere im Nationaltrikot hoffen. Manche werden aber um ihren Platz kämpfen und bangen müssen.

Position

Spieler

Alter

Verein

Länderspiele

Tor

Manuel Neuer

32

FC Bayern

79

Der Kapitän machte schnell klar, dass er weitermacht. Als Nummer 1 weiterhin gesetzt.

 

Marc-André ter Stegen

26

FC Barcelona

20

Stammkraft bei Barça. Nummer 2 hinter Neuer im DFB-Trikot. Dabei wird es erstmal bleiben.

 

Kevin Trapp

28

Paris Saint-Germain

3

Bei PSG nur noch Nummer drei. Um diese Position im DFB-Trikot zu behalten, ist ein Wechsel geboten.

Abwehr

Jérôme Boateng

29

FC Bayern

73

Alles hängt von der Fitness ab. Im Vollbesitz seiner Kräfte weiter ein herausragender Innenverteidiger.

 

Matthias Ginter

24

Mönchengladbach

18

Weltmeister und Confed-Sieger und doch stets im Hintergrund. Bleibt eine Alternative.

 

Jonas Hector

28

1. FC Köln

40

Muss sich mit Köln in der 2. Liga beweisen. Löw dürfte sicher auch andere linke Verteidiger testen.

 

Mats Hummels

29

FC Bayern

66

Einen Rücktritt schloss er schon vor der WM aus. Sportlich wie als Führungskraft weiterhin gefragt.

 

Joshua Kimmich

23

FC Bayern

32

Scheut sich nicht vor Verantwortung. Perspektivisch ein klarer Führungsspieler.

 

Marvin Plattenhardt

26

Hertha BSC

7

Der Berliner wird in der Liga Leistung zeigen müssen. Kein logischer Kandidat für den Neustart.

 

Antonio Rüdiger

25

FC Chelsea

25

Der kampfstarke Verteidiger hat in England dazugelernt. Löw schätzt ihn und dürfte auf ihn bauen.

 

Niklas Süle

23

FC Bayern

12

Er hat das Format zum künftigen Abwehrchef. Kann neben Hummels und Boateng weiter reifen.

Mittelfeld

Julian Brandt

22

Bayer Leverkusen

19

Bei der WM der Dauer-Joker. Hat die Zukunft und weitere Turniere im Nationaltrikot noch vor sich.

 

Julian Draxler

24

Paris Saint-Germain

46

Bei PSG-Trainer Tuchel nur Reservist. Der Confed-Cup-Kapitän muss um Spielpraxis kämpfen.

 

Leon Goretzka

23

FC Bayern

16

Löw mag den Neu-Münchner. Er könnte mit seiner Dynamik zu einer prägenden Figur in der Zukunft werden.

 

Ilkay Gündogan

27

Manchester City

27

Löw wird ihn trotz Erdogan-Gate nicht fallen lassen. Die WM-Form reicht aber nicht.

 

Sami Khedira

31

Juventus Turin

77

Seine Zeit scheint abgelaufen. Er will sich aber mit Leistung weiter unverzichtbar machen.

 

Toni Kroos

28

Real Madrid

86

Löw erklärte ihn schon zum Schlüsselspieler. Darf sogar Sonderrechte für sich reklamieren.

 

Thomas Müller

28

FC Bayern

94

Er könnte als Nächster in den 100er-Club vorstoßen. Sollte fixe Größe für den Neuaufbau sein.

 

Mesut Özil

29

FC Arsenal

92

Der WM-Verlierer. Eine Rückkehr nach Rücktritt scheint unvorstellbar. Löw verliert einen Lieblingsspieler.

 

Marco Reus

28

Borussia Dortmund

34

Bleibt er verletzungsfrei, ist er ein wichtiger Faktor für die Zukunft. Kann Özil-Rolle ausfüllen.

 

Sebastian Rudy

28

Schalke 04

26

Löw schätzt den stillen Sechser. Der Schalke-Wechsel könnte für einen Platz im DFB-Team helfen.

Angriff

Mario Gomez

33

VfB Stuttgart

78

Trat nach später WM-Premiere mit Stil ab. Eine kleine Hintertür für die EM 2020 ließ er sich offen.

 

Timo Werner

22

RB Leipzig

17

Auf ihn kommt es im Angriff künftig noch mehr an. Das Supertalent ist für den Neustart fest eingeplant.

Hoeneß sieht WM-Debakel als "Alarmzeichen"

Für Uli Hoeneß war das deutsche Vorrunden-Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein "Alarmzeichen". Dennoch rechnet der Präsident des FC Bayern München bei der Präsentation der WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw und der Nominierung des ersten Länderspielkaders nach dem sportlichen Debakel in Russland nicht mit Paukenschlägen. "Ich glaube nicht, dass da viel rauskommt", sagte der 66-jährige Hoeneß.

"Der Jogi Löw wäre unklug, alles in breiter Öffentlichkeit zu diskutieren. Wenn es etwas zu diskutieren gab, dann hat er das schon längst mit den Verantwortlichen des DFB gemacht und wird gegebenenfalls mit den Wichtigsten, den Spielern, darüber reden", sagte Hoeneß: "Ich halte nichts davon, eine Alibi-Veranstaltung zu machen vor den Medien, um den tollen Hecht zu spielen."

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kad/kns/news.de/dpa

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