Beachvolleyball World Tour 2017: US-Männer siegen in Hamburg - 66.000 Beach-Fans erleben Welttour-Finale

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind die erfolgreichsten deutschen Beachvolleyballerinnen und haben bereits Olympia-Gold erkämpft. In Hamburg konnten sie an alte Erfolge anknüpfen.

Laura Ludwig (r) und Kira Walkenhorst wollen auch in Hamburg erfolgreich sein. Bild: dpa

Phil Dalhausser und Nick Lucena haben das Welttour-Finale der Beachvolleyballer in Hamburg gewonnen. Die US-Amerikaner siegten am Sonntag im umgebauten Stadion am Rothenbaum im Endspiel gegen die brasilianischen Weltmeister Evandro/André klar mit 2:0 (21:15, 21:13). Platz drei ging an die Europameister Daniele Lupo und Paolo Nicolai aus Italien. Bestes deutsches Männerteam waren Markus Böckermann und Lorenz Schümann (Hamburg/Kiel) auf Rang fünf.

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst machen Welttour-Titelverteidigung perfekt

Am Tag zuvor hatten bei den Frauen die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bei ihrem Heimturnier die Welttour-Titelverteidigung perfekt gemacht. Insgesamt sahen an den fünf Tagen rund 66.000 Zuschauer die Spiele.

Platz 5 für Laboureur/Sude - und 35.000 Dollar Prämie

Laboureur/Sude lagen zwar im ersten Satz mit 14:11 in Führung, danach aber dominierten die Weltranglisten-Ersten aus Südamerika deutlich. Vor allem gegen die wuchtigen Aufschläge von Larissa, die im zweiten Durchgang sieben Asse schlug, fanden die EM-Dritten keine Mittel. Laboureur/Sude bleiben Platz fünf und 35.000 Dollar Prämie.

Die Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst spielen beim Heimturnier am Freitagabend in Hamburg um den Einzug in das Endspiel, das am Samstag ausgetragen wird.

Deutsche Männer bleiben im Turnier: Böckermann/Schümann schlagen USA

Die deutschen Männer sind beim Welttour-Finale der Beachvolleyballer am Wochenende weiter dabei. Das Interimsduo Markus Böckermann (Hamburg) und Lorenz Schümann (Kiel) gewann am Freitag in der ersten K.o.-Runde gegen die US-Amerikaner Theo Brunner und Casey Patterson mit 2:0 (21:19, 21:17) und steht im Viertelfinale. Vor 6000 Zuschauern im Tennisstadion am Rothenbaum holten Böckermann/Schümann im ersten Satz einen Fünf-Punkte-Rückstand auf und steigerten sich dann weiter. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler Schümann war für Lars Flüggen eingesprungen, der am Knie operiert werden musste.

Für Jonathan Erdmann und Armin Dollinger (Hamburg) ist das Turnier nach einem 0:2 (12:21, 13:21) gegen die Spanier Pablo Herrera und Adrian Gavira beendet. Schon vor dem Turnier war dem Nationalteam vom Deutschen Volleyball-Verband mitgeteilt worden, dass es in der kommenden Saison die Förderung am zentralen Stützpunkt verliert.

Beachvolleyball World Tour 2017 online im Live-Stream und TV verfolgen

Pay-TV-Sender ProSiebenMaxx überträgt am Sonntag, 27. August 2017 das Finale der Männer ab 15 Uhr. Das Finale der Frauen wird im SPORTextra-Magazin des ZDF bereits am Samstag, 26.8., ab 13.45 Uhr zusammengefasst. Das Sportmagazin können Sie wie gewohnt auch im Live-Stream der ZDF-Mediathek schauen. Alle anderen Spiele, und natürlich auch die Finals, können Sie zudem im Live-Stream unter www.beach-volleyball.de sehen.

Beachvolleyball World Tour 2017 in Hamburg: Die Teams der Männer und Frauen

Die 12 Teams der Männer:

  • Clemens DOPPLER und Alexander HORST
  • Saymon BARBOSA SANTOS und ÁLVARO Magliano DE MORAIS FILHO
  • Andre LOYOLA STEIN und Evandro GONCALVES OLIVEIRA JUNIOR
  • Chaim SCHALKund Ben SAXTON
  • Pablo HERRERA ALLEPUZ und Adrián GAVIRA COLLADO
  • Jonathan ERDMANN undArmin DOLLINGER
  • Markus BÖCKERMANN und Lorenz SCHÜMANN
  • Paolo NICOLAI und Daniele LUPO
  • Piotr KANTOR und Bartosz LOSIAK
  • Nikita LIAMIN und Viacheslav KRASILNIKOV
  • Phil DALHAUSSER und Nick LUCENA
  • Casey PATTERSON und Theodore BRUNNER

Die 12 Teams der Frauen:

  • Larissa FRANCA MAESTRINI und Talita Da Rocha ANTUNES
  • Agatha BEDNARCZUK RIPPEL und Eduarda SANTOS LISBOA
  • Heather BANSLEY und Brandie WILKERSON
  • Sarah PAVAN und Melissa HUMANA-PAREDES
  • Barbora HERMANNOVÁ und Marketa SLUKOVA
  • Kristyna KOLOCOVA und Michala KVAPILOVA
  • Julia SUDE und Chantal LABOUREUR
  • Laura LUDWIG und Kira WALKENHORST
  • Tanja HÜBERLI und Nina BETSCHART
  • Anouk VERGÉ-DÉPRÉ und Joana HEIDRICH
  • Lauren FENDRICK und April ROSS
  • Summer ROSS und Brooke SWEAT YOUNGQUIST

Zeitplan der Beachvolleyball World Tour 2017 in Hamburg

Datum Begegnung
23. August 2017, 10 Uhr Pool Play Herren
23. August 2017, 14 Uhr Pool Play Damen
24. August 2017, 10 Uhr Pool Play Herren
24. August 2017, 14 Uhr Pool Play Damen
25. August 2017, 10 Uhr K.O.-Runde der Damen
25. August 2017, 12 Uhr K.O.-Runde der Herren
25. August 2017, 14.05 Uhr Viertelfinale der Damen
25. August 2017, 20.05 Uhr Halbfinale der Damen
26. August 2017, 10.05 Uhr Viertelfinale der Herren
26. August 2017, 12.35 Uhr Spiel um Platz 3 Damen
26. August 2017, 14 Uhr Finale der Damen
27. August 2017, 10.05 Uhr Halbfinale der Herren
27. August 2017, 13.35 Uhr Spiel um Platz 3 Herren
27. August 2017, 15.05 Uhr Finale der Herren

Lesen Sie auch: Erfolgreiche EM-Generalprobe für die deutschen Volleyballer gegen Belgien.

Wieder Beach-Gold: Ludwig/Walkenhorst gewinnen Welttour-Finale

Die Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben auch das Welttour-Finale der Beachvolleyballerinnen in Hamburg gewonnen. Das deutsche Ausnahmeteam setzte sich am Samstag im voll besetzten Tennisstadion am Rothenbaum gegen die Brasilianerinnen Agatha und Duda mit 2:1 (21:17, 19:21, 15:10) durch. Damit verteidigten Ludwig und Walkenhorst bei ihrem Heimturnier den vor einem Jahr im kanadischen Toronto gewonnenen Titel und kassierten die Siegprämie von 100 000 Dollar.

"Der Olympiasieg war cool, der Weltmeistertitel noch cooler. Aber das war sensationell", rief Ludwig den fast 10.000 Fans zu. "Das ist ein Moment, in dem man alles verarbeiten kann, was man in den vergangenen Jahren erreicht hat", erklärte Blockerin Walkenhorst, die mit diversen Blessuren durch die Hamburger Tage kommen musste: "Das ist eine Quälerei gewesen." Sogar eine Aufgabe hatte während des Turniers im Raum gestanden. Im Finale ließe sich das deutsche Nationalduo auch vom ersten verlorenen Satz des Turniers nicht aus der Fassung bringen. Ludwig machte mit zwei Assen den Sieg perfekt.

Ludwig/Walkenhorst nach Qualen ins Finale - "Eine Rippe rausgehauen"

Trotz neuer Schmerzen stehen die Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst kurz vor dem nächsten Gold. Das deutsche Beachvolleyball-Team Nummer eins steht beim Welttour-Finale in Hamburg am Samstag im Endspiel. "Es sieht souverän aus, ist aber hart", sagte die 31 Jahre alte Ludwig nach dem doppelten Kraftakt gegen Kanada und die Schweiz.

Ludwig/Walkenhorst gewann am Freitag im umgebauten Tennisstadion am Rothenbaum vor 7.500 Zuschauern das Halbfinale gegen die Kanadierinnen Pavan und Humana-Paredes mit 2:0 (21:15, 21:14), nachdem sie sich zuvor gegen Anouk Vergé-Depré und Joana Heidrich durchgesetzt hatten. Mit einem Finalerfolg würden die Hamburgerinnen bei ihrem Heimturniers den Welttour-Sieg aus dem Vorjahr wiederholen.

Dagegen haben die topgesetzten Chantal Laboureur und Julia Sude aus Stuttgart und Friedrichshafen mit einem deutlichen 0:2 (17:21, 10:21) gegen die brasilianischen Weltranglisten-Ersten Larissa und Talita aus Brasilien die Medaillen-Runde verpasst.

Dass Ludwig/Walkenhorst am Freitag überhaupt noch im Sand standen, war vor allem ein Verdienst der medizinischen Abteilung. "Die macht einen 24-Stunden-Job und das seit Wochen", sagte Walkenhorst. Am Vortag stand die Blockerin kurz vor der Aufgabe. "Eigentlich saßen wir schon zusammen und haben gesagt: So geht es nicht. Bei jeder Bewegung hat es eine Rippe rausgehauen. Doch dann habe ich den Trainer angestoßen, ich will es probieren", berichtete Walkenhorst.

Die 26-Jährige, die seit Wochen auch von einer Schulterblessur gehandicapt ist, hielt durch. "In der Nacht habe ich mir mehrmals ein neues Wärmekissen bringen lassen. Dann ging die Behandlung weiter", berichtete Walkenhorst: Mit Erfolg. "Bei harten Schlägen tat es schon weh, aber das Adrenalin hilft", sagte Walkenhorst.

75.000 Dollar Preisgeld haben Ludwig/Walkenhorst schon sicher. Die Siegerteams beim Männern und Frauen bekommen je 100.000 Dollar, insgesamt werden 800.000 Dollar ausgeschüttet.

Bei den Männer ist das Interimsduo Markus Böckermann (Hamburg) und Lorenz Schümann (Kiel) nach einem überraschenden 2:0 (21:19, 21:17) gegen die US-Amerikaner Theo Brunner und Casey Patterson weiter im Turnier und steht im Viertelfinale. Jonathan Erdmann und Armin Dollinger (Hamburg) schieden mit 0:2 (12:21, 13:21) gegen die Spanier Pablo Herrera und Adrian Gavira aus.

Deutsche Männer überraschen: Erdmann/Dollinger schlagen Brasilien

Die deutschen Beachvolleyball-Männer haben zum Start des Welttour-Finals in Hamburg für eine Überraschung gesorgt. Jonathan Erdmann und Armin Dollinger (Hamburg) bezwangen am Mittwochabend in ihrem ersten Gruppenspiel das an Position drei gesetzte brasilianische Duo Alvaro Fiho und Saymon mit 2:1 (21:15, 19:21, 15:13). Das Interimsduo Markus Böckermann (Hamburg) und Lorenz Schümann (Kiel) gewann gegen Ben Saxton/Chaim Schalk (Kanada) mit 2:1 (20:22, 21:13, 15:11). Beide Teams starten mit einer Wildcard.

Vor wenigen Tagen hatte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) dem erst seit diesem Jahr zusammenspielenden Duo Erdmann/Dollinger mitgeteilt, dass sie 2018 nicht mehr Nationalteam sind und auch nicht mehr am zentralen Stützpunkt in Hamburg trainieren dürfen. "Alles ist noch frisch. Wir waren überrascht", erklärte Erdmann. "Aber wir machen professionell unseren Job", sagte Dollinger.

FIVB Beachvolleyball World Tour 2017 als besonderes Turnier für aussortierte Erdmann/Dollinger

Jonathan Erdmann und Armin Dollinger taumeln derzeit irgendwo zwischen Schock, Unverständnis und Hoffnung. Das deutsche Beachvolleyball-Nationalteam mischt beim Welttour-Finale in Hamburg dank einer Wildcard beim Aufeinandertreffen der Crème de la Crème der internationalen Sandwühler mit - und sorgte mit einem Sieg gegen Brasilien schon mal für eine Überraschung. Auf der anderen Seite wurden Erdmann/Dollinger nach nur acht Monaten im neuen zentralen Stützpunkt in Hamburg vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) für die kommende Saison schon aussortiert. "Das ist ein Brett", sagte der davon überraschte Erdmann: "Wir lernen gerade damit umzugehen."

Bei der EM am vergangenen Wochenende in Lettland "haben wir das noch nicht so gut weggesteckt", berichtete der aus Potsdam stammende Erdmann. Mit seinem Partner flog er schon zeitig aus dem Turnier. "Der Zeitpunkt war unglücklich vor den drei schönsten Turnieren für uns", erklärte Erdmann zur Entscheidung des Verbandes. Nach Hamburg folgen noch die deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand. Danach ist alles offen für Dollinger (27) und Erdmann (29), die eigentlich zusammen Olympia 2020 angehen wollten.

"Es ist nicht immer alles gut zusammen gelaufen", räumte Erdmann ein: "Ich bin ein Freund davon, alle Sachen ehrlich anzusprechen. Deshalb bin ich vielleicht ein unangenehmer Athlet." Und Dollinger sagte: "Wir hätten eine bessere Saison spielen können, aber man hätte uns auch mehr Zeit geben können."

Mit der Berufung des Duos Ende vorigen Jahres war der DVV einem internationalen Trend gefolgt, zwei große Athleten in einem Team zusammen spielen zu lassen. Erdmann (1,94 Meter) war zuvor wie Dollinger (2,02) Blockspieler, musste dann zum Abwehrmann umschulen. Beide hätten sich gewünscht "langfristig Vertrauen geschenkt zu bekommen", bemerkte der gebürtige Dachauer Dollinger: "Vor allem, wenn man alles aufgibt und nach Hamburg geht."

Doch der verantwortliche Bundestrainer Martin Olejnak entschied sich gegen das Duo. Jüngere Spieler wie Lorenz Schümann (Kiel), der beim Welttour-Finale mit Markus Böckermann (Hamburg) im Sand steht, hoffen auf den Aufstieg in die optimale Förderung. "Die Berufung zum National- oder Perspektivspieler erfolgt jeweils für eine Saison. Dieser Umstand war und ist allen Athleten bekannt", erklärte Andreas Künkler, DVV-Vizepräsident Beachvolleyball.

Dollinger widersprach: "So bekannt war uns das nicht." Und Erdmann ergänzte: "Die Kommunikation kann man verbessern." Das Turnier in Hamburg ist für das Duo nun ein ganz spezielles. "Wir können uns zeigen. Und wir können offenbar nicht nur mithalten, sondern solche Teams schlagen", sagte Erdmann nach dem Sieg gegen das an Position drei gesetzte brasilianische Duo Alvaro Fiho und Saymon.

Ein bisschen Hoffnung, auch 2018 weiter international spielen zu können, ist noch da. "Vom Gefühl her ist der Drops noch nicht gelutscht", meinte Erdmann. Der Verband hatte zumindest in Aussicht gestellt, dass man über weitere mögliche Unterstützung noch sprechen wolle: "Wir sind gespannt, wie das aussehen könnte", sagte Erdmann.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

gea/kad/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser