14.07.2017, 09.17 Uhr

Formel 1 im GP von Silverstone in TV und Live-Stream + Ergebnisse: Das muss man wissen zum Großen Preis von Großbritannien

Beim Großen Preis von Silverstone 2016 konnte sich Lewis Hamilton gegen Nico Rosberg durchsetzen. Bild: Geoff Caddick / EPA / picture alliance /dpa

Lewis Hamilton wird sich bei seinem Formel-1-Heimspiel zunächst kritische Fragen gefallen lassen müssen. Ausgerechnet der dreimalige Formel-1-Weltmeister und viermalige Großbritannien-Sieger fehlte beim Showevent in London zwei Tage vor dem ersten Freien Training. Sein Konkurrent Sebastian Vettel war da, gut gelaunt und entspannt. Er will an diesem Sonntag beim Großen Preis von Großbritannien seine WM-Führung weiter ausbauen. Für wen die Fans dann jubeln, wird sich zeigen.

Warum ist das Rennen selbst für das deutsche Mercedes-Team und viele andere ein Heimspiel?

Silverstone und das nahe Umland sind so etwas wie das Epizentrum der Formel 1. Das offiziell deutsche Formel-1-Team Mercedes hat seine Werke im zwölf Kilometer entfernten Brackley und dem 32 Kilometer entfernten Brixworth. Red Bulls Sitz in Milton Keynes ist 25 Kilometer entfernt. Vergleichsweise weit und doch noch so nah im weltumspannenden Formel-1-Geschäft haben es die Mitarbeiter von McLaren, das seinen Sitz im gut 120 Kilometer entfernten Woking hat. Williams Hauptquartier in Wantage liegt knapp 70 Kilometer vom Silverstone Circuit entfernt. Und Force India ist direkt in Silverstone beheimatet.

Wie weit entfernt von der Strecke wuchs Lewis Hamilton auf?

Auch für den Dauer-Weltreisenden und Jetsetter unter den Formel-1-Piloten ist das Rennen in Silverstone ein besonderes. Besser: Gerade für Hamilton ist der Grand Prix in Silverstone mehr als ein normales Rennen. Knapp 80 Kilometer entfernt wuchs der mittlerweile 32-Jährige in Stevenage auf.

Warum war er dann als einziger nicht beim Showevent am Mittwoch in London dabei?

So versuchte es Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zu erklären und zu entschuldigen: Hamilton meine, er brauche einen freien Tag im WM-Kampf nach dem Rennen in Österreich. Kam gar nicht gut an bei seinen Fans. Vom Moderator bis zu WM-Spitzenreiter Vettel: Über die Pfiffe gegen den nicht anwesenden Briten waren sie überrascht.

Hamilton oder Vettel - wer gilt als Favorit?

Die Erfolge in den vergangenen Jahr sprechen für Mercedes und Hamilton - vier Silberpfeil-Siege in den vergangenen vier Jahren, drei von Hamilton zuletzt in Serie. Vettel wirkte aber nach seinen Nörgeleien und Unzufriedenheiten in Baku und Spielberg bei seinem Vorab-Auftritt in London ausgesprochen entspannt. "Ich genieße einfach, dass das Auto so schnell ist und das Team so großartig zusammenarbeitet", sagte er.

Müssen beide vor allem auch wieder mit Österreich-Gewinner Valtteri Bottas im zweiten Mercedes rechnen?

Keine Frage, Bottas meint es ernst. 2014 schaffte er es im Williams in Silverstone bereits auf Platz zwei. Schon gewinnen konnte das Rennen Vettels finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari - 2007 war das, in Räikkönens Titeljahr.

Welche besonderen Belastungen müssen die Fahrer verkraften?

Der Kurs gilt als Hochgeschwindigkeitsstrecke mit extrem schnellen Kurven. Und weil die Autos in diesem Jahr unter anderem breiter sind und mehr Abtrieb haben, nehmen die Piloten diese Kurven mitunter mit Vollgas. Entsprechend sind die Fliehkräfte.

Wie wirkt sich das auf die Reifen aus?

Die Kräfte wirken vor allem auch auf die Reifen. Das hat zur Folge, dass sie sich schneller abnutzen. Ein-Stopp-Strategien scheinen weniger siegversprechend. Hinzu kommt, dass Ausrüster Pirelli die eigentlich geplante Lieferung fürs Silverstone-Spektakel noch mal änderte. Zum ersten Mal soll auf dem Kurs auch der supersofte Reifen zum Einsatz kommen neben dem soften und dem Medium-Reifen. Zunächst waren die Mischungen hart, medium und soft geplant gewesen.

FOTOS: Nico Rosberg ist Formel-1-Weltmeister! So feierte der Deutsche seinen ersten Titel-Triumph

Daten und Fakten zum Silverstone Circuit

Der Name: Silverstone Circuit (Home of British Motor Racing)

Die Streckenlänge: 5,891 Kilometer

Die Rundenzahl: 52

Erster Grand Prix: 1950

Der Rekordsieger: Alain Prost (1983, 1985, 1989, 1990, 1993)

Die Besonderheit: Hier fühlt sich der britische Motorsport zuhause. Auf dem Kurs wurde vor 67 Jahren der erste WM-Lauf der Formel 1 abgewunken. Sieger am 13. Mai 1950: Giuseppe Farina im Alfa Romeo. Hier ist es für die meisten Teams ein Heimspiel: Selbst der deutsche Werksrennstall Mercedes hat seine beiden Fabriken nicht weiter als 35 Kilometer von dem immer wieder veränderten, überarbeiteten und modernisierten Kurs.

Das Streckenprofil: Auf die vielen schnellen Kurven freut sich insbesondere Sebastian Vettel - sie sollten seinem Ferrari liegen. Silverstone ist jedoch in den vergangenen Jahren vor allem eine Mercedes-Strecke gewesen. Hier konnte und kann der deutsche Rennstall die Power seines Motors voll ausspielen. Für ideale Runden muss aber auch der sogenannte Grip stimmen. Ist die Reifenhaftung nicht optimal, ist das für die Rundenzeiten nicht ideal.

Das sagen die Fahrer: Sergio Perez (Force India): "Ich sage immer, dass Silverstone eine der besten Strecken im Jahr ist. Es gibt dort großartige Kurven, und es ist eine wahre Freude, sie mit einem Formel-1-Wagen zu fahren." Daniel Ricciardo (Red Bull): "In diesem Jahr wird es mit den höheren Geschwindigkeiten noch besser. Ich denke, durch Copse (Name einer Kurve) fahren wir Vollgas. Wenn ja, wird es intensiv. Wir werden ziemlich hohen Fliehkräften ausgesetzt sein, es wird eine der größten körperlichen Herausforderungen in diesem Jahr."

Der deutsche Faktor: WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel gehört auch zu den deutschen Siegern in Silverstone (2009). Vor vier Jahren siegte Nico Rosberg. Deutscher Rekordsieger auf dem Kurs ist Michael Schumacher mit drei Siegen (1998, 2002, 2004).

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loc/sam/news.de/dpa

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