Relegation in der Bundesliga: Böller und Prügeleien! Eskaliert eine neue Fan-Gewalt in den Stadien?

Sportlich sind in der Relegation der 1. und 2. Bundesliga die Messen gesungen. Der VfL Wolfsburg spielt weiter in der höchsten Spielklasse, 1860 München steigt in die 3. Liga ab. Doch auf den Rängen eskalierte die Fanliebe und Hass machte sich breit. Erreicht die Gewalt eine neue Stufe?

Polizisten sichern den Fanblock von 1860 München im Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg. Bild: picture alliance / Peter Kneffel/dpa

Als am Montagabend der VfL Wolfsburg mit einem 1:0-Sieg über Eintracht Braunschweig der Verbleib in der 1. Fußball-Bundesliga gesichert war, schienen die Fans der Gastgeber nicht begeistert zu sein. Am Dienstag kämpften 1860 München und Jahn Regensburg um einen Startplatz in der 2. Fußball-Bundesliga und auch hier kam es zu massiven Ausschreitungen. Das Spiel stand sogar kurz vor einem Abbruch.

Mario Gomez verurteilt Verhalten der Fans

In Braunschweig konnten Polizisten noch Schlimmeres verhindern. Nach dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Stieler wurden die Profis des VfL Wolfsburg schnell in die Kabine begleitet, um sie vor den wütenden Anhängern der Braunschweiger zu schützen. Schon während des Spieles war ein Böller aus dem Eintracht-Block auf das Spielfeld geworfen. Ein Ordner erlitt dabei ein Knalltrauma und musste behandelt werden.

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Als klar wurde, dass Eintracht Braunschweig zweitklassig bleiben wird, präsentierten sich die Fans allerdings nicht mal viertklassig: Sie stürmten das Spielfeld und positionierten sich aggressiv vor dem Fanblock der Gästefans. Lediglich eine Polizeikette konnte Übergriffe verhindern. Nationalspieler Mario Gomez äußerte sich in der "ARD" über die Fans mit einem verächtlichen "wie die Affen". Mit Schähgesängen war der Wolfsburger 90 Minuten ausgepfiffen worden.

1860 München demontiert sich sportlich und moralisch

In München erreichte die Fan-Gewalt noch eine neue Stufe. Kurz vor Ende des Spiels bei einer 2:0-Führung von Jahn Regensburg wurden die Spieler von den 1860-Fans mit Stangen, Sitzschalen und anderen Wurfgeschossen bombardiert. Lediglich die besonnene Reaktion von Regensburgs Torhüter Philipp Pentke verhinderte einen Spielabbruch. Solange er nicht getroffen wird, sollte Schiedsrichter Daniel Siebert, der bereits das Spiel pausieren ließ, nicht abpfeifen.

Nachdem sich Hundertschaften von Polizisten vor dem Block der 1860er-Fans positionierten und somit als Puffer zwischen den Chaoten und Hüter Pentke standen, beruhigte sich die Szenerie trotzdem nicht. Pentke musste minutenlange Gegenstände vom Feld räumen. Auch nach dem Spiel und dem manifestierten Abstieg der Münchner Löwen gingen die massiven Beschimpfungen der Presse, Spieler und der gegnerischen Fans weiter.

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Man kann froh sein, dass in beiden Spielen Schlimmeres verhindert werden konnte. Doch wie lange wird das noch gut gehen? Zum einen ist es die Frage nach dem Sinn der Relegationsspiele generell und zum Anderen sollte man die Sicherheitskonzepte in den Stadien überdenken. Denn für eine lange Zeit war die brutale Gewalt schon aus den Stadien vertrieben worden. Jetzt scheint sie allerdings wieder zurückzukommen.

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koj/jat/news.de

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