18.05.2017, 08.39 Uhr

Tim Lobinger: Ex-Stabhochspringer an Leukämie erkrankt - So geht es ihm aktuell

Über 20 Jahre lang war Tim Lobinger einer der auffälligsten Figuren der deutschen Leichtathletik. Als Athletik-Trainer im Spitzensport hat er sich ein Standbein nach seiner Karriere aufgebaut. Jetzt ist der einstige Sechs-Meter-Stabhochspringer schwer erkrankt.

Der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger kämpft gegen Leukämie. Bild: dpa

Der frühere Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger kämpft gegen Leukämie. Der 44 Jahre einstige Leichtathletik-Star unterzieht sich derzeit in seiner Wahlheimat München einer Chemotherapie gegen die Blutkrebserkrankung. "Bisher reagiert Tim positiv auf die äußerst aggressive Behandlung, was ihn und die behandelnden Münchner Ärzte vorsichtig optimistisch stimmt. Dennoch wird der Heilungserfolg von vielen Faktoren abhängen", heißt es in der Erklärung seines Managements vom Donnerstag.

Lobinger übersprang als erster Deutscher die Sechs-Meter-Marke

Lobinger war 1997 der erste deutsche Stabartist, der im Freien die Sechs-Meter-Marke überwand. 2003 gewann er in Birmingham Gold bei den Hallen-Weltmeisterschaften. Über viele Jahre hinweg war der extrovertierte Athlet einer der prägenden Figuren seiner Sportart: Der einstige Teamsprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) galt auch als streitbarer Geist und legte sich schon mal mit den Funktionären an.

Auch für eine Show war das Vermarktungstalent zu seiner aktiven Zeit oft zu haben. Bei seinem Triumph beim Weltcup-Finale 2003 in Monaco zeigte er im Überschwang der Gefühle gar seinen nackten Hintern und wurde dafür mit einer Geldstrafe vom Weltverband IAAF belegt. Lobinger nahm's locker. "Ich habe so eine dicke Haut, ich vertrage so viel Kritik", sagte er damals.

Lobinger zuletzt Athletiktrainer für Spitzensportler

Nach seiner Karriere arbeitete er vier Jahre lang als Athletiktrainer bei den Fußballern von RB Leipzig. 2016 kehrte er aus privaten Gründen mit seiner Familie nach München zurück. Dort baut Lobinger derzeit ein funktionelles Trainingszentrum auf und hat sich als Athletiktrainer für Spitzensportler spezialisiert.

Ende des vergangenen Jahres meldete sich Lobinger noch voller Tatendrang. Einige Wochen später verschob der viermalige Olympia-Teilnehmer und 15-malige deutsche Meister ein Telefon-Interview, weil er mit Fieber im Bett lag. "Unmittelbar nach der Diagnose der Krankheit im März wurde die stationäre Behandlung eingeleitet, die mehrere Chemotherapien und eine kommende Stammzelltransplantation umfasst", ließ Lobinger nun mitteilen. Zu weiteren Details will er sich nicht äußern. Genauso wenig möchte er, dass über seine Krankheit spekuliert wird. Deshalb machte er sie nun öffentlich.

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rut/news.de/dpa

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