Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann - 16.06.2016, 15.51 Uhr

Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich: Au revoir, Sommermärchen! EM mutiert zum Krisenherd

Public Viewing mit strengsten Sicherheitskontrollen, mit Polizisten statt Freunden. Nach jedem Spiel muss die französische Polizei Hooligans mit Tränengas auseinanderschießen, um Ordnung zu wahren. So soll ein Fußball-Event Spaß machen?

Krawalle in Lille am 15. Juni: Briten reisten über Umwege nach Lens an, um Russen in Lille zu provozieren. Bild: dpa

Wer erinnert sich nicht gern an das deutsche Sommermärchen zur Weltmeisterschaft 2006? Oder an vier Wochen Fußball-Euphorie, die für Deutschland sogar in einem weiteren Weltmeistertitel gipfelten? Beim Gedanken an die derzeitige EM in Frankreich bekommt man jedoch eher Paranoia und Beklemmungsgefühle.

Public Viewing mit der Polizei, Straßenschlachten-Chaos in Frankreich

Beim Public Viewing sind gefühlt mehr Polizisten als Fußballfans anwesend, jeder Dritte meidet derartige Veranstaltungen einer "Tagesspiegel"-Umfrage zufolge komplett. Kein Wunder! Der Terror hat Europa in Angst und Schrecken versetzt. Noch viel zu frisch sitzen die Erinnerungen an die verheerenden Terroranschläge von Paris am 13. November 2015 - bei denen sich ausgerechnet die deutsche Nationalelf gerade im Stade de France befand.

"Je suis Paris" hieß es damals nahezu überall, bei Facebook färbte jeder Zweite sein Profilbild in den französischen Nationalfarben ein. Wahrscheinlich waren es genau solche Social Media-Genies aus England oder Russland, die jetzt nach einem 1:1 bei der EM offenbar keine andere Lösung sahen, als in den Straßen von Marseille und Lille gnadenlos aufeinander loszugehen. Jetzt müssen Fußballfans nicht nur die Terrorgefahr fürchten, sondern auch noch, von Fans des gegnerischen Teams vermöbelt zu werden.

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