Patrick Ekeng: Nach Nationalspieler-Tod: Mordkommission ermittelt

Nach dem plötzlichen Tod von Kameruns Fußball-Nationalspieler Patrick Ekeng ermittelt jetzt sogar die Mordkommission der rumänischen Polizei. Haben die Sanitäter den Tod des Fußballers zu verschulden?

Der internationale Fußball beklagt einen weiteren Todesfall. Der Kameruner Patrick Ekeng bricht während eines Erstliga-Spiels in Bukarest zusammen und stirbt. Die Polizei ermittelt nun. Rumäniens Fußball ruht.

Mordkommision ermittelt nach Tod von Patrick Ekeng

Nach dem plötzlichen Tod von Kameruns Fußball-Nationalspieler Patrick Ekeng ermittelt nun die Mordkommission der rumänischen Polizei. Noch in der Nacht zum Samstag gab es Hausdurchsuchungen beim Club Dinamo Bukarest und in der Zentrale eines privaten Rettungsdienstes. Es gebe Hinweise, dass es bei der Versorgung schwere Pannen gegeben habe, hieß es am Samstag.

Das Pannen-Protokoll

  • Rettungswagen war nicht für Reanimation ausgestattet
  • Krankenwagen-Fahrer kam ohne Arzt auf Fußballplatz
  • Ärztin soll Zigarette geraucht haben, statt zu retten
  • kein Defibrillator im Krankenwagen

Der Tod sei nach anderthalbstündigen Wiederbelebungsversuchen festgestellt worden, sagte der Arzt Cristian Pandrea vom Krankenhaus Floreasca. Der Patient sei mit einem Herz-Atemstillstand eingeliefert worden - allerdings in einem Krankenwagen eines privaten Rettungsdienstes, der für Wiederbelebungsversuche nicht ausgestattet gewesen sei.

Der Arzt des Clubs Dinamo, Liviu Baltineanu, erklärte, dass im Krankenwagen Wiederbelebungsversuche unternommen worden seien. Er selbst habe Ekeng auf dem Platz zu retten versucht. Der Sportler habe zu dem Zeitpunkt noch geatmet. Der Herz-Atem-Stillstand sei vermutlich erst im Krankenwagen eingetreten. Der Rettungswagen sei erst drei Minuten nach Ekengs Kollaps auf dem Platz eingetroffen.

Einige Fans warfen dem Rettungsdienst Versagen vor. "Der Fahrer des Krankenwagens kam ohne Arzt auf den Platz. Die Frau Doktor rauchte derweil eine Zigarette", sagte ein namentlich nicht genannter Fan der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Ärztin ein.

Der Krankenwagen stand routinemäßig bereit, so wie es bei allen Fußballspielen in Rumänien Vorschrift ist. Entgegen der Vorschriften soll der Krankenwagen aber keinen Defibrillator gehabt haben. Die Polizei ermittelt nun unter anderem, warum das Fußballspiel dennoch stattfinden durfte.

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