Nick Blackwell
Boxer (25) nach Mittelgewichts-Kampf im Koma

Das Schicksal des verletzten britischen Boxers Nick Blackwell sorgt für Betroffenheit und schlimme Erinnerungen. Schon der Vaters des Siegers hatte einst einen Gegner so hart getroffen, dass dieser lange unter den Folgen litt.

Nick Blackwell erlitt schwere Kopfverletzungen (Symbolbild). Bild: adam121 - Fotolia.com

Der britische Berufsboxer Nick Blackwell liegt nach seiner Niederlage vom Samstag weiterhin im künstlichen Koma in einem Londoner Krankenhaus. Der 25 Jahre alte Blackwell hatte im Kampf um die britische Mittelgewichts-Meisterschaft gegen Chris Eubank junior in der Wembley Arena schwere Treffer einstecken müssen, der Ringrichter brach den Kampf in der zehnten Runde ab.

Nick Blackwell nach Kampf gegen Chris Eubank jr. im Koma

Blackwell erlitt eine Hirnblutung und wurde daraufhin in ein künstliches Koma versetzt. "Wir müssen warten, bis die Schwellung seines Gehirns zurückgeht - man kann nicht sagen, wie lange das dauern wird", sagte Robert Smith vom Britischen Box-Verband. "Bitte betet alle so schnell wie möglich für Nick Blackwell", schrieb Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury bei Twitter.

Chris Eubank senior fühlt sich an Michael Watson erinnert

Das Schicksal des Siegers weckte böse Erinnerungen, nicht nur beim Trainer des Siegers. Chris Eubank senior hatte 1991 in einem Weltmeisterschaftskampf seinen Landsmann MichaelWatson so schwer getroffen, dass Watson danach fast sechs Wochen lang im künstlichen Koma lag und sechsmal am Kopf operiert werden musste.

"Es war wie eine Art Déjà-vu. Ich habe eine Menge durchgemacht und bin glücklich, dass dies zu einer Änderung bei der medizinischen Versorgung für Boxer geführt hat", sagteder 51-jährige Watson und äußerte in der Zeitung "Daily Telegraph" (Montag-Ausgabe) sein Mitgefühl für Blackwell. Chris Eubank junior brauche sich jedoch keinen Vorwurf zu machen. Es handele sich um einen Unfall.

FOTOS: Tragische Todesfälle Abstürze, Herzinfarkte und Abflüge

Wurde der Kampf vom Ringrichter früh genug abgebrochen?

Trainer Chris Eubank senior hatte seinen Sohn nach eigenen Worten nach der achten Runde angewiesen, nur noch auf den Körper zu schlagen, nicht mehr gegen den Kopf. "Wenn der Ringrichter den Kampf nicht abbricht, dann weiß ich nicht, was ich sagen soll", erklärte der einstige Weltmeister, der seinen Titel 1994 sehr umstritten gegen den Berliner Graciano Rocchigiani verteidigt hatte.

Robert Smith vom britischen Box-Verband verteidigte die Entscheidung des Ringrichters, den Kampf nicht früher abzubrechen. "Jeder Boxer, der in den Ring steigt, kennt die Risiken. Wir hatten alles so gut wie möglich zur Verfügung. Aber wir werden nie hundertprozentige Sicherheit haben", erklärte Generalsekretär Smith.

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zij/news.de/dpa

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