FIFA-Kongress verabschiedet Reformpaket
Blatter-Ära endet! Gianni Infantino neuer FIFA-Präsident

Mit der Wahl eines neuen Präsidenten läutet die FIFA ein neues Zeitalter ein. Gianni Infantino, der Nachfolger von Joseph Blatter muss dem Weltverband nach Monaten der Skandale wieder zu Reputation verhelfen.

Ära Blatter endet: Gianni Infantino ist der neuen FIFA-Präsident. Bild: dpa

Gianni Infantino ist neuer Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA. Der 45-Jährige Schweizer setzte sich beim außerordentlichen FIFA-Kongress heute in Zürich im zweiten Wahlgang gegen seine drei verbliebenen Gegenkandidaten durch. In der ersten Runde der Wahl des neuen FIFA-Präsidenten hatte es zuvor keinen Sieger gegeben. Infantino tritt die Nachfolge des gesperrten Amtsinhabers Joseph Blatter an.

FIFA-Präsidentschaftwahl: Tokyo Sexwale tritt zurück

Der Südafrikaner Tokyo Sexwale hatte seine Kandidatur für das Amt des neuen FIFA-Präsidenten kurz vor dem ersten Wahlgang zurückgezogen. Er beende seine Kampagne, sagte Sexwale beim außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbands in Zürich.

Als Favoriten galten der Bahrainer Scheich Salman bin al Chalifa und UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino aus der Schweiz. Zudem standen der Jordanier Prinz Ali bin al-Hussein und Jérôme Champagne aus Frankreich zur Wahl. Zunächst durften die Bewerber in einer bis zu 15-minütigen Ansprache ihr Programm vorstellen.

FIFA will Botschaft der Einheit senden

Die FIFA-Mitglieder haben zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Wahlkongresses die dringend notwendigen Reformen verabschiedet. Das Paket, das unter anderem eine Machtbeschränkung für den Präsidenten und die Exekutivmitglieder vorsieht, erhielt am Freitag in Zürich die notwendige Drei-Viertel-Mehrheit. Insgesamt stimmten 179 von 207 Verbänden für die Reformen, 22 lehnten diese ab, sechs Verbände gaben kein Votum ab.

Ohne die Umstrukturierungen der Statuten wäre die Amtszeit des neuen Präsidenten schon mit einem schwer zu beseitigenden Makel belegt gewesen. Hätten sich die FIFA-Mitglieder den Reformen verweigert, wäre in der Korruptionsaffäre vor allem der Druck der US-Behörden noch weiter gestiegen. "Wir müssen eine Botschaft an die Welt richten, eine Botschaft der Einheit", sagte FIFA-Interimspräsident Issa Hayatou, der den gesperrten und scheidenden Amtsinhaber Joseph Blatter vertrat. Der Kameruner schwor die Landesverbände ein. "Die FIFA beginnt ihre Reise mit dem Ziel, Vertrauen wieder herzustellen."

Politische und ökonomische Entscheidungsebene sollen getrennt werden

Mit der Reform will der Weltverband die politische von der ökonomischen Entscheidungsebene trennen. Zudem gilt für den FIFA-Präsidenten und die Mitglieder des neuen Councils, das das umstrittene Exekutivkomitee ablösen soll, eine Beschränkung auf drei Amtszeiten à vier Jahre. Sie müssen sich vor Amtsantritt einem externen Integritätscheck unterziehen, ihre Gehälter werden offengelegt.

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1 Kommentare
  • Nie Mand

    26.02.2016 20:20

    Und nun soll das Vertrauen wieder hergestellt sein? Egal wer da oben sitzt, zu Sagen hat noch immer jemand, der über ihm sitzt. Das ist wie bei Siemens. Immer wieder tauchen Schwarzgeldgerüchte auf und wirklich gemacht wird nichts, weil die Herrschaften (Unternehmen) genug Geld haben, um sich freizukaufen.

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